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Mutter wartete in Köln vergeblichVater soll Sohn (10) nach Panama entführt haben – Prozess beginnt

Außenansicht des Kölner Hauptbahnhofs.

Copyright: Alexander Roll

Am Kölner Hauptbahnhof wollte Melanie B. ihren Sohn am 2. Januar 2022 wieder in die Arme schließen. Stattdessen begann für sie ein Albtraum. Das Symbolfoto zeigt die Außenansicht des Kölner Hauptbahnhofs am 6. Oktober 2021. 

Wochenlang bangte die gebürtige Kölnerin Melanie B. um ihren kleinen Sohn. Der Zehnjährige war über Weihnachten bei seinem Vater, dieser sollte das Kind anschließend am Kölner Hauptbahnhof der Mutter übergeben. Doch dazu kam es nicht. 

Weil der 50-Jährige seinen Sohn nach Panama entführt haben soll, steht er ab Dienstag (27. September 2022) vor dem Amtsgericht Pforzheim. Ihm wird vorgeworfen, den Jungen nach einem Weihnachtsurlaub bei sich in Nordrhein-Westfalen nicht wie vereinbart seiner Mutter übergeben zu haben.

Stattdessen habe er ihn nach Panama gebracht. Die Anklage lautet auf Entziehung Minderjähriger. 

Mutter wartete in Köln vergeblich – BKA und Interpol eingeschaltet

Die inzwischen in Mühlacker bei Pforzheim lebende Mutter hatte Anfang Januar in Köln vergeblich am vereinbarten Treffpunkt auf ihr Kind gewartet. Bundeskriminalamt und Interpol waren daraufhin eingeschaltet und der Mann mit internationalem Haftbefehl gesucht worden.

Anfang Februar wurde der 50-Jährige nach Deutschland ausgeliefert. Das Kind ist wieder in Obhut der Mutter.

Was das Motiv des Mannes gewesen sein könnte, ist einem Sprecher der Staatsanwaltschaft zufolge noch unklar. Bisher habe sich der 50-Jährige noch nicht zu den Vorwürfen eingelassen. Andere Medien hatten berichtet, dass er Impfgegner sei und nicht gewollt habe, dass sein Sohn geimpft werde. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich dazu nicht.

Nach Worten eines Gerichtssprechers sind neben der Mutter noch ein psychologischer Sachverständiger und vier weitere Zeugen geladen. Ein Urteil könnte den Angaben zufolge noch am selben Tag fallen. Das hänge aber vom Verlauf der Verhandlung ab, wie es weiter hieß. Vorsorglich sei ein Ersatztermin auf den 18. Oktober bestimmt worden. (dpa/iri)

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