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„Mütter hungern“ Kölner Pfarrer sammelt 160.000 € für Hilfsfonds – und spendet los!

Hans Mörtter

Südstadt-Pfarrer Hans Mörtter: Er hat bereits 20 Angehörigen von Kölner Flüchtlingen das Leben gerettet.

Köln – Das stete Ringen um Fördermittel in der Corona-Krise.

Ob Alleinerziehende, Künstler, Gastronomen – die Not in sämtlichen Branchen ist groß.

Doch wer hilft?

In der Südstadt gibt es einen solchen Helfer.

Hans Mörtter, Pfarrer der Lutherkirche, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bedürftige quer durch alle Gesellschaftsschichten in der grausamen Zeit der Pandemie zusätzlich zu unterstützen.

Schon 160.000 € an Spenden gesammelt

Nicht alein mit warmen Worten. Sondern mit Geld.

Unglaubliche 160.000 € hat der umtriebige und im Veedel beliebte Geistliche bereits in kurzer Zeit eingesammelt und damit begonnen die Mittel zu verteilen.

Hier lesen Sie mehr:  Kölner Pfarrer Mörtter hilft erpressten Flüchtlingen

Er sagt dem EXPRESS: „Mitte März war mir sofort klar, dass Menschen in existentielle Not geraten würden. In der Südstadt und der ganzen Stadt.

Deswegen habe ich weitsichtig blitzschnell zu einem Hilfsfonds aufgerufen, um zu retten, Überleben in der Krise zu sichern.

Sofort waren Laachende Hätze , JTI , Jan Betink und unglaublich viele viele Kölner*innen mit dabei, worüber ich unendlich froh bin.“

Gesagt, getan.

Moertterneu

Pfarrer Hans Mörtter beim Gottesdienst in der Lutherkirche.

Das Ergebnis des virtuellen Klinkenputzens kann sich sehen lassen.

Der Pfarrer weiter: „160.000,- Euro sind so bisher zusammengekommen, was wunderbar ist und doch nicht reichen wird.

Befreiend unterstützen konnte ich dadurch bisher 168 Menschen –Selbstständige, Künstler*innen und hauptsächlich alleinerziehende Mütter unterschiedlicher Gesellschaftsschichten aus der gesamten Stadt.

Die Begegnungen und Geschichten gehen mir sehr nahe, vor allem die Tränen vor Glück und Erleichterung, die immer wieder fließen.

Diese Mütter sind für mich Heldinnen unserer Zeit.“

Der Pfarrer berichtet von hungernden Mütterm

Denn: Hartz IV mit mehreren Kindern ist ohne Corona schon ein Albtraum. Die meisten Kinder haben keine Fahrräder, träumen davon. Plötzlich sind die Kinder zuhause und essen mehr, brauchen Spielzeug.

Mörtter hat auch beobachtet: „Lebensmittel werden teurer, da preisgünstige Lebensmittel im März und April regelmäßig ausverkauft waren.

Eine Mutter erzählte mir: „Ich habe Ende März drei Tage gehungert, damit meine Kinder zu essen hatten. Hunger ist das Schlimmste, was es gibt.“

Pampers sind viel zu teuer und stellen ein Problem dar.

Die Schüler*innen sollen E-Lernen machen und wollen das sogar auch. Allerdings funktioniert das nur mit einem Handy sehr schlecht und eher nicht.

Arme Familien können sich keinen Schul-Laptop oder Tablet inklusive Drucker, regelmäßigen Patronen und Internetstick leisten. Also kümmere ich mich darum!

Der Zuschuss in Höhe von 150, - Euro, der beim Jobcenter beantragt werden kann, reicht vorne und hinten nicht. 400,- bis 500,- Euro sind nötig.“

Hans Mörtter: Appell an die Behörden

Wenn Mörtter von seinen Erfahrungen in den letzten Wochen berichtet, fällt immer wieder das Wort Scham, welche die Bedürftigen bei ihren Anfragen spüren lassen.

Mörtter: „Ich erlebe Mütter und auch Väter, die nachts vor Sorgen nicht schlafen können. Dann kommt auch noch die unvermeidliche Stromnachzahlung dazu oder genau jetzt, geht der alte Kühlschrank kaputt. Die Krisen multiplizieren sich zu Verzweiflung und auswegloser Ohnmacht.

Das Glück und die Tränen vor fassungsloser Erleichterung, wenn ich das nötige Geld einfach in die Hand drücke, ist unbeschreiblich. Es sind Menschen, die erleben, dass sie im Blick und in ihrer Situation ernstgenommen sind.

Dass sie wer sind und ihre Kinder wertvoll sind.“

Hier lesen sie mehr:  Flammender Appell von Pfarrer Mörtter

Lobende Worte für die Jugendzentren

Die Krise entlarve, wie gerade, dass das Hartz IV-System Familien massiv benachteilige und ihnen auch ihre Würde nähme, findet er und fordert, dies müsse politisch ernstgenommen werden.

Was ihm Hoffnung gibt: „Gut, dass es überall Jugendzentren gibt, die sich kümmern und um die Menschen wissen.

Obwohl auch sie ständig der Finanzierung ihrer Einrichtung hechelnd hinterherlaufen müssen.“