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Mülheimer BrückeZoff um zweite Autospur

Die Mülheimer Brücke sorgt weiterhin für Zoff.

Die Mülheimer Brücke sorgt weiterhin für Zoff.

Aktualisiert

Fehler aus der Vergangenheit führen an der Mülheimer Brücke zu einem riesigen Problem.

Der Rhein teilt Köln, doch die sieben Brücken sollen die Stadt verbinden. Stattdessen entwickelt sich die Mülheimer Brücke zu einem echten Zankapfel.

Die Stadtverwaltung und die Politik haben die dringend nötige Sanierung der alten Bauwerke viel zu lange aufgeschoben. Das Ergebnis: Eine Brücke muss nun als Ausweichstrecke für eine andere herhalten, was so nie vorgesehen war.

Ausweichroute für die Zoobrücke

Die Mülheimer Brücke hat damit nicht mehr nur die Aufgabe, Mülheim und die Innenstadt zu verknüpfen. Sobald die Sanierung der Zoobrücke beginnt, wird es dort zu Engpässen kommen. Ein Teil des Autoverkehrs muss dann unweigerlich auf die Mülheimer Brücke ausweichen, da auch die Autobahn 3 in der Nähe ist.

Eine Verengung auf nur eine Autospur pro Richtung – wie von Verkehrsdezernent Ascan Egerer geplant – wäre deshalb fahrlässig. Auch der wirtschaftliche Schaden, der daraus resultiert, wäre beträchtlich.  Zudem ist die Mülheimer Brücke Teil des Grundnetzes für den Autoverkehr – eine Vereinbarung, an der das Verkehrsdezernat mitgewirkt hat und die bei den Verantwortlichen nicht in Vergessenheit geraten sollte.

Wenig Vertrauen erweckt zudem der Umstand, dass das Verkehrsdezernat das Gutachten zu den Auswirkungen auf das gesamte Verkehrsnetz selbst anfertigen will, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Um jeden Zweifel an mangelnder Transparenz auszuräumen, wäre es wichtig und richtig, ein unabhängiges, externes Planungsbüro zu beauftragen. Dies ist bisher aber nur für die Untersuchung der direkten Umgebung der Brücke vorgesehen.

Besonders bitter ist, dass für den Radverkehr eigentlich genug Platz auf der Brücke vorhanden sein müsste. Die ursprünglich geplante Verbreiterung der äußeren Ränder wurde von der Stadtverwaltung vor Baubeginn aus Kostengründen gestrichen, und auch die Politik schritt nicht ein. Angesichts der mittlerweile auf eine halbe Milliarde Euro gestiegenen Sanierungskosten wirkt das geradezu absurd.

Neue Rheinbrücke als Lösung

So steckt die Stadt Köln nun Hunderte Millionen Euro in dieses Projekt und erhält dafür nicht einmal eine Brücke, die genug Platz für zwei Autospuren und einen breiten Radweg bietet. Die Folge ist ein vorerst unlösbarer Konflikt zwischen verschiedenen Interessen, der eigentlich völlig überflüssig ist. Entweder leidet der Autoverkehr oder der Radverkehr – ein Kompromiss scheint nicht in Sicht.

Eine gute Lösung könnte der Bau einer zusätzlichen, neuen Fahrradbrücke direkt neben der Mülheimer Brücke sein. Damit ließen sich die gravierenden Fehler der Vergangenheit korrigieren. Allerdings fehlt der Stadt Köln dafür aktuell das Geld, denn der städtische Haushalt ist so angespannt wie lange nicht mehr. Am Ende bleibt somit nichts als Verdruss. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.