„Wir gehen seltener raus” Köln trägt Maske: Wie die Menschen in der Stadt reagieren

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Familie Weber: Chantal, Alessia, Sandra und Justin.

Köln – Fußgänger, Familien, Fahrgäste der KVB in Bussen, Bahnen oder auf Bahnsteigen, Supermarktkunden oder Taxi- und Autofahrer: Ganz Köln trägt Maske!

12 Uhr, Chlodwigplatz, das Herz der Kölner Südstadt. Kaum ein Mensch, ob groß oder klein, ist ohne Corona-Schutz unterwegs.
„Generell finde ich die Maskenpflicht gut, persönlich aber sehr unangenehm“, sagt Gisela Weiß (78), die EXPRESS im Schatten der Severinstorburg trifft. „Man spürt jeden Atemzug, die Brille beschlägt.“

Maskenpflicht in Köln und NRW: Ehepaar Weiß hat Hochzeitstag

Mit ihrem Mann Alfred (78) hatte sie sich Masken in der Apotheke besorgt, beide waren nun Blümchen für ihren 20. Hochzeitstag kaufen und dann noch im Supermarkt: „Wir haben schon unsere Wocheneinkäufe gemacht. Wenn wir rausgehen, müssen wir ja Masken tragen. Deshalb wollen wir jetzt eher selten rausgehen.“

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Alfred und Gisela Weiß, beide 78, mit Blumen zum Hochzeitstag.

Auf der Severinstraße spaziert Familie Weber, alle sind eingefleischte FC-Fans: „Wir wollten unbedingt FC-Masken tragen, aber die haben wohl aufgrund der hohen Nachfrage jetzt lange Lieferzeiten. Deshalb habe selber genäht“, meint Oma Sandra (52) und drückt ihre Enkeltochter Alessia an sich: „Die ist gegen Corona!“, lacht die Dreijährige. „Milchschnitte gegessen, eine Maske schon verloren!“

Maskenpflicht in NRW und Köln: Familie Weber will FC-Masken

Schwiegersohn Justin (21) schützt sich jetzt mit einem FC-Tuch: „Die ganze Situation nervt. Wir würden alle gern mal wieder in unsere Lieblingslokale gehen. Aber beruflich kann ich mich nicht beschweren. Ich bin bei einer Umzugsfirma und habe viel zu tun.“

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Edip und Helani Avcioglu nähen statt Festgarderobe jetzt Masken.

Viel zu tun hat auch „Helen Mode“ ein paar Meter weiter an er Severinstraße 22. Statt Anzügen und Abendkleidern werden jetzt Masken gefertigt, die Nähmaschine rattert fast ohne Unterbrechung. „Alle fünf Minuten ist eine fertig“, sagt Inhaber Edip Avcioglu (53). „Männer stehen auf Schwarz, Frauen mögen die bunten Modelle.“

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Jan Avcioglu (22) verkauft die Masken vor der Tür.

Klar ist: Nachschub muss her. Immer wieder bleiben Passanten stehen und kaufen welche. Am Tag 1 der Maskenpflicht will man sich nicht nur gut fühlen, sondern auch gut aussehen.

Kölner Dom: Beten ist erlaubt, besichtigen aber nicht

Ein kurioses Bild derweil am Kölner Dom. Dort schiebt hinter großflächigen Absperrungen ein Domschweizer ein Rollgitter auf und zu, um Besucher (mit Maske) einzulassen. Aber: Besichtigen der Kathedrale ist verboten, nur beten ist erlaubt. Und das bitte mit ausreichend Abstand in den Reihen.

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Der Dom-Eingang am Tag der Maskenpflicht.

Auch der Galeria Kaufhof hat wieder offen. Von jedem Sortiment stehen ein paar Waren im Lichthof. Dort stehen auch Verkäufer für Fragen. An einem Servicepoint kann man sich weitere Sachen aus den Abteilungen dann bringen lassen und sie an einer Kasse bezahlen. „Für uns ist das auch alles neu, wir schwitzen auch unter den Masken”, erklärte eine Verkäuferin im Kundengespräch. Bei Karstadt läuft das gleiche Prozedere. Nur vereinzelte Kunden, begrenzte Verkaufsfläche im Erdgeschoss, Waren werden gebracht.

Maskenpflicht in Köln: Was hätte Willy Millowitsch gesagt?

Am Willy-Millowitsch-Denkmal nahe der Ehrenstraße trifft EXPRESS auf Ute und Ralf, die es sich für einen Plausch gemütlich gemacht haben.

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Ute und Ralf: Kurze Pause mit Maske am Denkmal auf dem Willy-Millowitsch-Platz.

„Willy hätte sicher gesagt: 'Wat wellste mache?' Und sich auch eine Maske aufgesetzt”, so Ralf. Und Ute sagt: „Dank Maske können wir nun mehr rausgehen und haben weniger Sorgen, uns anzustecken. Ich finde die Maskenpflicht also generell richtig.”

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