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Maibräuche in Köln Veedel will altes Fest reaktivieren und findet Schatz im Keller

Thomas Gladisch (l.) und Peter Radomski vor der Kneipe Bierkasper in Köln-Holweide.

Thomas Gladisch (l.) und Wirt Peter Radomski: In Köln-Holweide werden die traditionellen „Maispiele“ reaktiviert.

Bald tanzt ganz Köln wieder in den Mai. Aber wie? Und mit welchen Bräuchen? In einem Veedel hat Corona auch etwas Gutes bewirkt: Den traditionellen „Maispielen“ soll in Holweide wieder neues Leben eingehaucht werden.

Wie feiert Ihr Veedel den „Tanz in den Mai“? Mit einer Feier? Oder dem Aufstellen eines Maibaumes? Lange Zeit wusste man auf der Schäl Sick nicht mehr so recht, wie eigentlich früher in Holweide gefeiert wurde.

Bis Thomas Gladisch auf den Plan trat. „Im Zuge der Corona-Krise habe ich mich mehr und mehr in die Geschichte Holweides eingelesen“, sagt der zweite Vorsitzende der Bürgervereinigung Holweide.

Und siehe da: Einst war Holweide quasi einer der „Hotspots“ der Maifeierlichkeiten in Köln und feierte mit Unterbrechungen einen Monat lang den Wonnemonat.

Maiverein Holweide, ca. 1928

Ein Foto um 1928: Der Holweider Maiverein vor der ehemaligen Festhalle an der Schweinheimer Straße.

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„Es wurde viel gefeiert. Lange Zeit mehr als den Karneval“, hat sich Gladisch schlau gemacht. Einst begannen die „Maispiele“ mit einer großen Auslosung der Maikönigin in der örtlichen Gaststätte. „Das war eine moderne Single-Börse“, erzählt Gladisch.

Und die Holweider trieben es offenbar noch bunter: Immer am 30. April gab es dann eine Prozession durch das Dorf. Im benachbarten Gierath in Bergisch Gladbach wurde der Maibaum, eine Fichte, geholt und zurück nach Holweide gebracht. „Im Anschluss wurde dann gefeiert.“

Im Zuge seiner Recherchen barg der ehemalige Bürgervereinigungs-Vorsitzende Jürgen Kaiser dann noch ein echtes Schätzchen: Die verschollen geglaubte Fahne des 1921 gegründeten Maivereins Holweide konnte er aus einem Keller bergen – nun wird der 100 Jahre alte Schatz wieder restauriert.

Holweide feiert am 30. April Maispiele

Thomas Gladisch: „Zum letzten Mal wurde 1957 gefeiert, danach ist der Brauch bei uns eingeschlafen“. Aber: Das soll ab sofort wieder anders werden! Also schrieb man zahlreiche Holweider Vereine an und stieß auf reges Interesse.

Jetzt wird am 30. April wieder im Veedel  gefeiert – inklusive Aufstellen des Maibaums. Organsiert wird das Fest von der Bürgervereinigung, der KG Burgwächter und dem Förderverein Holweide.  „Auch für Kinder haben wir ein Programm“, freute sich der Hobby-Historiker. Los geht es am 30. April um 11 Uhr vor der Gaststätte Bierkasper (Kaspar-Düppes-Straße 28) mit dem schönen neuen Veedelsfest.

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