Schwere Lastwagen donnern weiter über die marode A4-Brücke am Eifeltor – obwohl das längst verboten ist. Die Autobahn GmbH reagiert jetzt mit einem Hightech-Blitzer. Doch reicht das?
Lkw-Sperrung auf A4Kaum einer hält sich dran – spezielle Überwachung im Einsatz
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In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (11. Juni) hatten Arbeiter frische Markierungen auf den Asphalt der A4 am Eifeltor aufgebracht – gelbe Pfeile, die unmissverständlich auf den vorgeschriebenen Mindestabstand von 50 Metern hinweisen. Für alle Fahrzeuge, auch für Pkw.
Und das Wichtigste: Lkw über 7,5 Tonnen dürfen die Brücke zwischen Köln-Klettenberg und Köln-Eifeltor ab sofort gar nicht mehr befahren.
Überwachung der A4: Stadt kontrolliert, Autobahn GmbH setzt auf Silhouettenblitzer
Doch die neuen Regeln werden kaum beachtet. Schwere Lastwagen rollten am Donnerstagmorgen über die Brücke in Fahrtrichtung Olpe – auch der Mindestabstand wurde nur selten eingehalten.
Schon seit Ende April gilt auf dem Bauwerk Eifeltor ein Überfahrverbot für Fahrzeuge über 44 Tonnen. Das reichte offenbar nicht. Zu viele Lkw, zu schwer, zu dicht aufeinander – das gefährdet die Brücke. Deshalb zog die Autobahn GmbH nach.
Die Routen sind ausgeschildert: Lkw in Richtung Güterbahnhof Eifeltor sollen schon an der Anschlussstelle Köln-Klettenberg abfahren. Schwerer Fernverkehr wird bereits am Autobahnkreuz Köln-West umgeleitet. Der Güterbahnhof selbst bleibt erreichbar, der Schienenverkehr kann die Brücke weiter nutzen.
Doch die meisten Lkw-Fahrer scheren sich nicht darum. Die Brücke wird weiter belastet.
Wer soll das kontrollieren? Seit Donnerstagmittag kann das teuer werden. Die Stadt hat die Messungen der Höchstgeschwindigkeit von 60 und des zulässigen Gesamtgewichts von 7,5 Tonnen, die seit dem 18. Dezember 2025 vorgenommen werden, auch auf den rechten Fahrstreifen Richtung Olpe ausgedehnt.
Zum Einsatz kommt ein Verkehrsüberwachungssystem mit Energieversorgung durch Brennstoffzellen, das die Physikalisch-Technische Bundesanstalt im März 2025 zugelassen hatte. Ein sogenannter Silhouettenblitzer.

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Ein Silhouettenblitzer auf der A4 im Bereich der Abfahrt Eifeltor (Archivfoto)
Im Schnitt verkehren pro Tag rund 135.000 Fahrzeuge je Fahrtrichtung, insgesamt passieren somit rund 270.000 Fahrzeuge täglich das Brückenbauwerk. „Die Autobahn GmbH hat uns mit der Umsetzung der Kontrollen beauftragt, die Bezirksregierung Köln die Kontrollen genehmigt“, sagt ein Stadtsprecher.
Schranke kommt – aber nicht sofort
Klar ist: Der Blitzer ist nur eine Übergangslösung. Im Laufe des Sommers soll eine Schrankenanlage her, die schwere Fahrzeuge schlicht nicht mehr durchlässt. Erst dann ist auch geplant, den rechten Fahrstreifen wieder für Lkw bis 44 Tonnen freizugeben.
Bis dahin droht im schlimmsten Fall das große Chaos: Die Autobahn GmbH schließt eine Vollsperrung der A4 Richtung Olpe nicht aus, sollten die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen, um das Bauwerk zu schonen.
Für Pendler und den Wirtschaftsverkehr in Köln wäre das ein Albtraum. Immerhin: Die Gegenrichtung Richtung Aachen ist nicht betroffen – dort läuft der Verkehr über den neueren Brückenanbau von 1993, der laut Autobahn GmbH keinerlei Schäden aufweist.
Nach Informationen unserer Zeitung wird in Fachkreisen bereits darüber diskutiert, den Neubau zumindest des Brückenteils, der aus dem Jahr 1956 stammt, vorzuziehen. Bisher ist das erst für 2028 geplant, weil die Bahnstrecke wegen einer Generalsanierung eh gesperrt werden muss. „Nach dem Ausfall der Bonner Nordbrücke müssen wir ernsthaft prüfen, ob wir auf der A4 ein derartiges Risiko eingehen wollen“, sagt ein Insider.
