KVB-DramaEntsetzen über Tod von Kölner (†27): Polizei geht neuen Hinweisen nach

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An der Unfallstelle, hier ein Foto vom 12. November, wurden Blumen und Kerzen platziert.

von Ayhan Demirci (ade)

Köln – Eine KVB-Bahn hatte in der Nacht zum Montag (9. November) am Melatengürtel in Ehrenfeld einen 27-Jährigen überrollt. Auch vier Tage nach dem tödlichen Unglück ist der genaue Hergang des Unfalls nicht klar. Die Fassungslosigkeit ist groß.

KVB-Unfall am Melatengürtel: Was passierte mit dem 27-Jährigen?

Freunde haben am Unglücksort Blumen und Kerzen abgelegt. „Ich liebe dich“, steht auf einem Bändchen neben einem Porträt des Verunglückten, das die Freunde an einem Baumstamm angebracht haben.

Auf einem Blatt, das zwischen den Kerzen und dem Herbstlaub liegt, steht der Satz: „Und plötzlich fliegst du weg“ – Worte, die die Fassungslosigkeit über den Tod ausdrücken.

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KVB-Schock in Köln: Mann (27) lag im Gleisbett der Linie 13

Das Unfallopfer hatte im Gleisbett der Linie 13 gelegen, als am Sonntag um 23.50 Uhr eine Bahn in Richtung Aachener Straße anrollte. Der Fahrer (33), der unterwegs zum Betriebshof war, leitete eine Notbremsung ein, konnte das Unglück aber nicht verhindern.

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Ein Bild des verstorbenen 27-Jährigen ist an der Unfallstelle ausgestellt. Das Foto der Gedenkstätte wurde am 12. November aufgenommen.

In einem gegenüberliegenden Geschäft für Autoersatzteile heißt es, Polizisten seien da gewesen und hätten gefragt, ob am Laden Überwachungskameras angebracht sind – in der Hoffnung, sie könnten etwas aufgezeichnet haben, was zur Aufklärung des Geschehens beitragen könnte. Das war aber nicht der Fall.

Leiche nach KVB-Unfall obduziert, Ermittlungen in alle Richtungen

Ein Sprecher der Polizei erklärte gegenüber EXPRESS, dass der Leichnam am Mittwoch obduziert wurde. Die Ergebnisse könnten aber erst in einigen Wochen vorliegen. Die Polizei habe einen Unfallgutachter eingeschaltet. Die Ermittlungen würden weiter in alle Richtungen geführt. Auch seien die Zeugenbefragungen noch nicht abgeschlossen.

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Foto aus der Nacht des Unfalls: Die Straßenbahn war auf dem Weg zum Betriebsbahnhof Scheidtweiler Straße, als es zu der folgenschweren Kollision am Melatengürtel kam. Das 27-jährige Opfer kam dabei ums Leben.

Der Verstorbene, der in Ehrenfeld wohnte, sei am Abend des Unglücks mit Freunden unterwegs gewesen. Auch Hinweise, wonach der 27-Jährige Suizid begangen haben könnte, werden geprüft.

Uwe Jacob: Jedes Todesopfer trifft etwa 120 Menschen

Der Sprecher hob die Aussagen hervor, die der Polizeipräsident Uwe Jacob bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik gesagt habe, wonach jedes Todesopfer im Schnitt 120 weitere Menschen tief treffe.

Beratung und Seelsorge in schwierigen Situationen

Ihre Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Wenn Sie sich nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen können oder möchten – hier finden Sie anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Ihre Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de

Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins "Nummer gegen Kummer" richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Samstag nehmen die jungen Berater des Teams "Jugendliche beraten Jugendliche" die Gespräche an. nummergegenkummer.de

Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch türkisch. mutes.de

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de

Der Unfalltod bedeutet für sie Trauer, Schmerz Entsetzen, Schock – angefangen von den Eltern, weiteren Angehörigen, Freunden, Kollegen bis zu Unfallbeteiligten und Einsatzkräften am Unglücksort.