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Nach Schwarzfahrer-Rekord Niederländer in Köln unterwegs: Er bringt es auf den Punkt

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Auf dem Bahnsteig der KVB-Haltestelle Rudolfplatz werden Fahrgäste kontrolliert. Der Einsatz fand am Mittwoch (23. September) statt.

Köln – Bei Kontrollen an der KVB-Haltestelle Rudolfplatz wurden an zwei Tagen (21. und 23. September) innerhalb weniger Stunden mehr als 300 Schwarzfahrer erwischt. Rekordverdächtig!

Den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) entstehen durch Schwarzfahrer jährlich Schäden in Millionenhöhe.

Ein Niederländer, der seit langer Zeit in Köln lebt, bringt das ganze Desaster auf den Punkt. „Köln ist ein Paradies für Schwarzfahrer“, sagt der Senior. EXPRESS traf den Mann zufällig in der Linie 15. Und er fügt hinzu: „Ich fahre seit zwei Jahren immer diese Strecke von der Südstadt über den Ebertplatz bis zur Haltestelle Neusser Straße/Gürtel und ich bin noch nie kontrolliert worden.“

Amsterdam, Paris, Stockholm: Da ist Schwarzfahren quasi nicht möglich

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„Ich war in Amsterdam, in Paris, in Stockholm und in Wien. Dort haben sie das im Griff – Schwarzfahren ist in diesen Städten quasi nicht möglich. Entweder gibt es Drehkreuze an den Ein- und Ausgängen oder es wird in den Bahnen jedes Ticket kontrolliert.“

Der Mann, der anonym bleiben möchte, versichert uns, er habe aktuell ein gültiges Ticket dabei – dann greift der Senior in die Tasche und zeigt freiwillig den Fahrausweis.

KVB-Bilanz spricht von 60.000 Schwarzfahrern in Köln

Sein Eindruck wird allerdings von der KVB-Bilanz widerlegt. Wie das Unternehmen mitteilt: Die Schwarzfahrerquote, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken war, hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Sie lag 2018 wie im Vorjahr bei rund zwei Prozent. Von rund drei Millionen kontrollierten Fahrgästen waren demnach rund 60.000 ohne gültigen Fahrschein unterwegs.

Stellt sich die Frage: Wie läuft das mit den Ticket-Kontrollen in Köln? Was gibt es dabei zu beachten und wer darf mich überhaupt kontrollieren?

Die KVB hat uns dazu alle Fragen beantwortet...

Woran erkenne ich KVB-Kontrolleure?

Alle Fahrausweisprüfer der KVB (mit Ausnahme von studentischen Hilfskräften) versehen täglich ihren Dienst in Dienstkleidung.

Warum sind am Wochenende oder abends immer Kontrolleure in zivil unterwegs?

Nur die studentischen Mitarbeiter, die in der Regel mit einem Zeitvertrag von einem Jahr bei der KVB beschäftigt sind, versehen ihren Dienst in Zivil.

Da die studentischen Mitarbeiter tagsüber studieren, sind sie vorrangig in den Abendstunden und am Wochenende für die KVB im Einsatz.

Sind die Kontrolleure immer im Team unterwegs?

Die Fahrausweisprüfer der KVB müssen mindestens zu zweit, aus Gründen der Beweis- und Eigensicherung, ihren Kontrolldienst durchführen.

In Bahnen sind die Teams in der Regel größer. Es können auch 3er, 4er oder 5er Teams unterwegs sein, je nach Auftrag oder Disposition.

Ich habe mein Ticket zu Hause vergessen. Was nun?

Es kann immer passieren, dass man seine Zeitkarte (gilt nur für nicht übertragbare Ticketarten) in der Eile vergisst.

Da die Kontrolleure keinen Zugriff auf die KVB-Kundendatenbank haben und daher nicht prüfen können, ob der Fahrgast wirklich ein Stammkunde ist, nehmen die Fahrausweisprüfer dessen Personalien auf.

Der Betroffene erhält eine Zahlungsaufforderung über das Erhöhte Beförderungsentgelt (EBE). Wenn er das Ticket innerhalb von 14 Tagen im KundenCenter vorzeigt, bezahlt er nur ein reduziertes Entgelt in Höhe von 7 Euro (Verwaltungskosten).

Was passiert, wenn Fahrgäste ohne gültigen Fahrausweis kontrolliert werden und kein Ausweisdokument dabei haben?

Grundsätzlich besteht keine gesetzliche Pflicht, einen amtlichen Lichtbildausweis mit sich zu führen.

Allerdings gelten einige Tickets laut Beförderungsbedingungen nur in Verbindung mit einem Ausweisdokument:

  • SchülerTicket: Schülerausweis mit Lichtbild
  • Monatsticket im Ausbildungsverkehr: Lichtbildausweis
  • StarterTicket: Lichtbildausweis oder Ausweis der Ausbildungsstätte bzw. Schule
  • SemesterTicket: Lichtbildausweis oder internationaler Studentenausweis mit Lichtbild
  • JobTicket: Lichtbild-, Werks- oder Dienstausweis
  • 4er- und MonatsTicket Köln Pass: KölnPass und Lichtbildausweis
  • Wochen- oder MonatsTicket: Lichtbildausweis (falls auf der Kundenkarte noch kein Name eingetragen ist, sollte dieser bitte noch vor der Kontrolle eingetragen werden)
  • Aktiv60Ticket: Lichtbildausweis
  • Handy-Ticket: betriebsbereites Handy (Ticketanzeige) und Kontrolldokument (Personalausweis oder Kreditkarte), das bei der Registrierung ausgewählt wurde
  • OnlineTicket: Lichtbildausweis

Wenn der Fahrgast sich nicht mit einem amtlichen Lichtbildausweis ausweisen kann, werden seine mündlichen Angaben über eine Einwohner-Melde-Abfrage (EMA) durch die KVB-Leitstelle oder durch das Hinzuziehen der Polizei überprüft.

Muss ich meinen Fahrschein tatsächlich immer griffbereit haben?

Kunden sollten ihren Fahrausweis für eine Fahrausweiskontrolle bereithalten, weil das den Kontrollablauf beschleunigt (vor allem bei Schwerpunktkontrollen).

Sobald die Kontrolleure das Fahrzeug betreten, werden alle Fahrgäste in höflicher Form angesprochen: „Fahrausweiskontrolle, die Fahrausweise bitte.“ Selbstverständlich erhalten sie ausreichend Zeit, ihren Fahrausweis zu suchen.

Wie schnell muss ich nach dem Einsteigen in das Fahrzeug das Ticket am Automaten kaufen?

Laut der Beförderungsbedingungen muss jeder Fahrgast unverzüglich den Automaten ansteuern:

Eine Kaufabsicht muss für den Fahrausweisprüfer erkennbar sein. Ob eine Kaufabsicht vorlag, entscheidet der Fahrausweisprüfer situativ vor Ort.

Ein Beispiel: Eine Frau möchte mit ihrem Baby, das im Kinderwagen liegt, mit der Bahn fahren.

Da das Kind weint, nimmt es die Mutter auf den Arm und versucht, es zu trösten, während sie in die Bahn einsteigt.

Sie setzt sich hin und versucht, das Kind über mehrere Haltestellen hin zu beruhigen. In diesem Fall ist für einen Fahrausweisprüfer keine unmittelbare Kaufabsicht zu erkennen.

Es wird daher empfohlen, das Ticket schon vorab an dem stationären Automat an der Haltestelle zu kaufen.

Wie muss ich mich verhalten, wenn ein Automat kaputt ist?

Fahrgäste müssen generell nicht aussteigen, um sich einen gültigen Fahrausweis zu besorgen, wenn der Verkaufsautomat oder die Entwerter in den Fahrzeugen defekt sind.

Die Verantwortung, Fahrgästen die Möglichkeit zu geben, sich einen Fahrausweis zu kaufen, liegt bei der KVB.

Das gilt auch für Situationen, in denen der Automat kein Kleingeld annimmt (Bitte beachten: An Automaten kann auch mit Geldkarte bezahlt werden).

Die Fahrt kann in dem Fahrzeug mit dem defekten Automaten bzw. defekten Entwertern bis zur Zielhaltestelle fortgesetzt werden.

Sollten Fahrgäste allerdings umsteigen, müssen sie in dem zweiten Fahrzeug einen Fahrausweis lösen.

Wie muss ich mich verhalten, wenn ich im Fahrzeug feststelle, dass mein Münzgeld nicht ausreicht?

Falls Fahrgäste die Geldkarte nutzen, sollten sie prüfen, ob auf der Karte noch genügend Geld vorhanden ist, um das Ticket zu bezahlen.

Ansonsten dürfen Fahrgäste selbstverständlich andere Passagiere nach Wechselgeld fragen.

Sollte kein Fahrgast helfen können, sollte der Kunde an der nächsten Haltestelle aussteigen und Geld wechseln.

Ansonsten würde er im Falle einer Fahrausweiskontrolle eine Zahlungsaufforderung über das Erhöhte Beförderungsentgelt (EBE) erhalten, weil er keinen gültigen Fahrausweis vorzeigen kann.

Was passiert, wenn ich für mein Fahrrad bei einer Kontrolle kein gültiges Ticket vorzeigen kann?

„Schwarzfahrer“ erhalten in diesem Fall eine Zahlungsaufforderung über das Erhöhte Beförderungsentgelt (EBE) in Höhe von 60 Euro.

Muss man als Fahrgast ohne gültiges Ticket und ohne Ausweis mit den Kontrolleuren aussteigen, um auf die Polizei zu warten?

Ja, die Polizei kommt nur an eine genau definierte Haltestelle und fährt keiner Bahn bzw. keinem Bus hinterher.

In der Praxis wird Rücksicht darauf genommen, an welcher Haltestelle der Fahrgast aussteigen möchte. Zu dieser Haltestelle wird dann in der Regel auch die Polizei bestellt.

Was passiert, wenn ein Kunde ohne gültiges Ticket aussteigen möchte, der Kontrolleur aber noch nicht seine Personalien aufgenommen hat?

In der Praxis wird das untereinander per Zuruf geregelt. Können die Kollegen des Fahrausweisprüfers mit aussteigen, so tun sie das auch.

Wenn nicht, muss der Fahrgast ohne gültigen Fahrausweis leider noch eine Haltestelle mitfahren.

Natürlich gibt es auch da Ausnahmen - die KVB-Fahrausweisprüfer entscheiden das situativ und kundenorientiert vor Ort.

Wie wird das Fahren ohne gültiges Ticket bewertet? Ist es eine Ordnungswidrigkeit, eine Straftat oder wie wird das bewertet? Ab wann muss der Kunde mit einer Anzeige rechnen?

Das Fahren ohne gültiges Ticket ist keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat nach § 265a StGB, wenn der Tatbestand „Erschleichen von Leistungen“ erfüllt ist und / oder wenn weitere Strafbestände, wie z.B. § 263 StGB (Betrug), hinzukommen.

Was dürfen die Fahrausweisprüfer der KVB?

Wird ein Fahrgast bei einer Fahrscheinkontrolle durch unsere Fahrausweisprüfer ohne einen gültigen Fahrausweis angetroffen, sind diese berechtigt, die Personalien von diesem Fahrgast aufzunehmen.

Weigert sich der Fahrgast, dem Mitarbeiter seine Personalien mitzuteilen, ist der Mitarbeiter berechtigt, zur Feststellung der Personalien die Polizei zu rufen.

Versucht der Fahrgast, während der Wartezeit auf die Polizei zu flüchten, ist der Fahrausweisprüfer berechtigt, den Fahrgast nach dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz an der Flucht zu hindern.

Das bedeutet, dass keine unnötige Gewalt angewendet werden sollte, um nicht die eigene und nicht die Gesundheit des Fahrgastes zu gefährden.

Mitarbeiter der KVB handeln durchaus rechtmäßig, wenn sie einen Fahrgast während einer Fahrscheinkontrolle, unter Wahrung des Verhältnismäßigkeitsprinzips gem. § 229 Selbsthilfe (BGB) an der Flucht hindern.

Es gilt, die Durchsetzung des Anspruches der KVB auf das Fahrpreisentgelt zu erfüllen.

Sprechen die KVB-Kontrolleure auch andere Sprachen außer Deutsch?

Ja, viele Fahrausweisprüfer sprechen neben Deutsch noch eine Fremdsprache, unter anderem Englisch, Türkisch, Italienisch, Französisch, Serbisch, Polnisch, Arabisch, Russisch oder Persisch.

Was passiert, wenn sich ein Fahrgast über einen Kontrolleur beschwert?

Bei einer Beschwerde gegen einen Fahrausweisprüfer wird von diesem eine schriftliche Stellungnahme eingefordert. Der Fahrgast erhält immer ein Antwortschreiben.

Was bedeutet EBE?

Ein Fahrgast muss ein Erhöhtes Beförderungsentgelt (EBE) zahlen, wenn er
a) keinen gültigen Fahrausweis hat – und zwar auch dann, wenn er den entsprechenden Fahrausweis zwar besitzt oder gekauft hat, ihn bei einer Kontrolle jedoch nicht vorzeigen kann,

b) den Fahrausweis nicht entwertet hat,

c) den Fahrausweis bei Kontrollen nicht vorzeigt oder dem Personal aushändigt.

Das Erhöhte Beförderungsentgelt beträgt 60 Euro. Die KVB kann weitergehende Ansprüche geltend machen, wenn der Fahrgast einen ungültigen Zeitfahrausweis benutzt hat.

Eine Verfolgung im Straf- oder Bußgeldverfahren bleibt von der Zahlung eines Erhöhten Beförderungsentgeltes unberührt.

Der Fahrgast muss kein Erhöhtes Beförderungsentgelt zahlen, wenn er sich aus Gründen, die außerhalb seiner Verantwortung liegen, kein Ticket beschaffen bzw. dieses nicht entwerten konnte.

In Zweifelsfällen liegt die Nachweispflicht beim Fahrgast.

Wie viel Zeit habe ich, das Erhöhte Beförderungsentgelt (EBE) zu bezahlen, bevor die erste Mahnung kommt?

Für den Zahlungseingang wird eine Frist von 30 Tagen ab dem Tag der Kontrolle gesetzt.

Wo und wie kann man das Erhöhte Beförderungsentgelt (EBE) bezahlen?

Das Erhöhte Beförderungsentgelt (EBE) kann per Überweisung oder in einem der fünf KVB-KundenCenter bezahlt werden.

Wie wird ein Handy-Ticket kontrolliert?

Fahrgäste zeigen dem Fahrausweisprüfer das Handy mit dem Handy-Ticket im Display.

Gegebenenfalls ist es auch notwendig, dass der Kunde sein Handy dem Prüfpersonal zur Handy-Ticket-Prüfung aushändigt.

Und wenn der Akku leer ist?

Fahrgäste sollten sicherstellen, dass das Handy während der Fahrt betriebsbereit ist.

Zusätzlich benötigt der Kunde ein Kontrollmedium, das er auch bei der Registrierung im Internet angegeben hat (Nummer des Personalausweises oder Kreditkartennummer).

Das Handy-Ticket ist nur in Zusammenhang mit diesem Kontrollmedium gültig.

Der Fahrausweisprüfer überprüft, ob das auf dem Handy-Display angezeigte Passwort gültig ist.

Sollte der Akku des Handys doch einmal leer sein, können die Fahrausweisprüfer das Handy-Ticket trotzdem überprüfen.

Über das Diensthandy geben sie auf einer mobilen Website die Handynummer und die Nummer des Kontrollmediums (Personalausweis oder Kreditkarte) ein und können so die Gültigkeit des Handy-Tickets überprüfen.

Wie wird ein Online-Ticket kontrolliert?

Die Fahrausweisprüfer scannen den 2-D-Barcode des Tickets und überprüfen die optischen Merkmale, die auf dem Ticket stehen.

Außerdem überprüfen sie, ob der Name auf dem Online-Ticket mit dem Lichtbildausweis des Fahrgastes übereinstimmt.

Ich fahre schon seit zwei Jahren mit der KVB und wurde noch nie kontrolliert. Das kann doch nicht sein, oder?

Das KVB-Netz umfasst 12 Bahn- und 69 Buslinien.

Die KVB-Fahrausweisprüfer kontrollieren in insgesamt mehr als 600 Fahrzeugen täglich die Tickets. Da kann es tatsächlich möglich sein, dass man bislang noch keinem Fahrausweisprüfer begegnet ist.

Mit einer effizienten Einsatzplanung wird sichergestellt, dass die Kontrolldichte optimal auf das gesamte KVB-Netz verteilt wird.

So soll vermieden werden, dass die Fahrgäste in bestimmten Regionen ein Kontrolldefizit ausmachen können.

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