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Paar erneut unter Verdacht Kölnerin (†21) wie Sklavin gehalten – neue Fälle schockieren

Polizisten stehen vor einem Haus, in dem sie eine Wohnung durchsucht haben.

Sechs Angeklagte müssen sich vor dem Landgericht Essen wegen Totschlags verantworten. Darunter ein Pärchen, das bereits Mitschuld am Tod einer Kölnerin (21) haben soll. Das undatierte Symbolfoto zeigt Polizisten bei einem Einsatz.

Ein Paar, das als Mitbeschuldigte am Tod einer Kölnerin (†21) im Jahr 2020 gilt, steht aktuell gleich zweimal in Essen vor Gericht. Beide Fälle erinnern an den grausamen Fall aus Köln. 

Dieser hat im April 2020 für Entsetzen gesorgt. Eine junge Frau (21) soll  in einer Wohnung in Köln-Höhenberg wie eine Sklavin gefangen gehalten, gedemütigt und brutalst misshandelt worden sein. Sie starb zwei Monate nach ihrer Rettung an multiplem Organversagen. 

Unter dringendem Tatverdacht: die vier Mitbewohner des Opfers, darunter das Pärchen Sebastian P. und Beate A. (Namen geändert). Im Februar 2021 erhob die Kölner Staatsanwaltschaft gegen das Quartett Anklage wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge. In U-Haft kam keiner. 

Tatverdächtiges Paar aus Kölner Folterfall steht in Essen vor Gericht

Während in Köln der Prozess bis heute noch nicht begonnen hat, stehen Sebastian P. und Beate A. aktuell in Essen vor Gericht. Im ersten Fall sollen der inzwischen 30-Jährige und seine 33-jährige Partnerin mit schuld am Tod eines jungen Mannes (†21) sein. 

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Bei ihm war das Paar untergekommen, als es von Köln nach Essen zog. Sebastian P., Beate A. und vier Mittäter (27, 31, 37, 39) sollen den 21-Jährigen dann über einen längeren Zeitraum brutal attackiert haben. Selbst, als er bereits stark angeschlagen und mit Knochenbrüchen von den vorausgegangenen Attacken auf dem Bett in seiner Essener Wohnung lag, sollen sie am 22. Juli 2021 weiter auf ihn eingeschlagen und anschließend die Wohnung verlassen haben. 

Eine andere Mitangeklagte (27) soll aber zurückgegangen sein und dem jungen Mann ein Messer in die Brust gerammt haben. Für sie geht es um Totschlag, während die anderen sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten müssen. Allerdings könnte Sebastian P. an dem Totschlag beteiligt gewesen sein. Entsprechende Hinweise hätten sich während des Prozesses bei der Beweisaufnahme ergeben, erklärte Landgerichtssprecher Thomas Kliegel am Montag (28. November 2022) gegenüber EXPRESS.de.

Die Leiche des 21-jährigen Opfers war erst Wochen später gefunden worden, nachdem Nachbarn sich über den Gestank beschwert und die Polizei alarmiert hatten. 

Kölner Landgerichtssprecher: Darum kam das Paar nicht in U-Haft

Der schreckliche Fall erinnert an das Martyrium, das die 21-Jährige in Köln durchleiden musste. Ihr Tod wurde bis heute nicht gesühnt. 

„Es ist noch nicht über die Eröffnung der Hauptverhandlung entschieden worden, weil die Kammer mit vorrangigen Haftsachen beschäftigt war“, erklärte Jan Orth, Sprecher des Kölner Landgerichts, am Montag (28. November 2022). Das Präsidium und der Präsident würden gerade über Maßnahmen beraten, dass das Verfahren zügig gefördert werden kann.

„Die Tatsachengrundlage ist noch aufklärungsbedürftig, daher wurde gegen die Beschuldigten kein Haftbefehl beantragt“, so Orth weiter. Neben Sebastian P. und Beate A. sind auch der Ex-Freund des Opfers sowie Beate A.s Schwester gemeinschaftlich angeklagt. 

Weiterer Prozess in Essen: Paar soll 31-Jährigen gequält haben

In einem zweiten Prozess in Essen müssen sich Sebastian P. und Beate A. derzeit wegen gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung verantworten. Das mutmaßliche Opfer: einer der Mitangeklagten (31) im aktuell ebenfalls laufenden Totschlagprozess. 

Auch mit ihm lebte das Paar in Essen in einer Art WG zusammen. Während sie zunächst gut miteinander auskamen, sollen Sebastian P. und Beate A. begonnen haben, den 31-Jährigen zu quälen und zu schlagen. Auch sollen sie ihm laut Anklage verboten haben, sich zu waschen oder ohne ihre Erlaubnis die Wohnung zu verlassen. Das Paar soll zudem gedroht haben, ihn umzubringen.  

Schließlich sollen Sebastian P. und Beate A. – einem gemeinsamen Tatplan folgend – mit Fäusten auf den 31-Jährigen eingeschlagen haben. P. soll auch einen Besenstiel benutzt haben. Diesmal wurde das Paar festgenommen und sitzt seit dem 29. April 2022 in U-Haft. Das Urteil in diesem Fall soll in Kürze fallen. (iri)

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