Kölner Tanzkorps in der Corona-Krise Trainingsstart in eine ungewisse Session

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Die „Kammerkätzchen und Kammerdiener” treffen sich regelmäßig zum Online-Training.

Köln – Schon sechs Monate vor dem 11.11. ist die Diskussion in vollem Gange: Wird in der kommenden Session Karneval gefeiert – und wenn ja, wie?

Diese Frage beschäftigt auch die zahlreichen Kölner Tanzkorps, die normalerweise nach den Osterferien schon wieder im Training stecken. Jetzt sieht die Situation durch Corona etwas anders aus.

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Wochenlang durften sich die Tänzerinnen und Tänzer nicht in ihren Trainingshallen treffen. Für die Meisten gab es nach der letzten Session bloß das Probetraining für neue Mitglieder, wie Dominik Bensiek, Kommandant des Tanzkorps „De Höppemötzjer”, erklärt.

Kölner Tanzgruppen: Das erste Training war gleichzeitig das letzte

„Unsere neuen Tänzer sind hochmotiviert. Doch ihr erstes Training war leider auch gleichzeitig das letzte richtige Training”, verrät er.

So ging es nahezu allen Tanzgruppen aus dem Kölner Karneval. Doch dadurch wurden sie erst kreativ. Denn vollkommen trainingsfrei waren die letzten Wochen nicht – Alternativen wurden geschaffen.

Wie so vieles derzeit über Video-Chat abläuft, haben auch die Tanzkorps diese Möglichkeit genutzt.

Kölner Tanzcorps starten über Video-Chat ins Training

An den üblichen Trainingstagen treffen sich die Tänzerinnen und Tänzer zum virtuellen Workout. „An einem Tag machen wir Fitness und am zweiten Tag lernen die Neuen die Tanzschritte”, erklärt Bensiek.

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Das Kölner Tanzkorps ”De Höppemötzjer” während eines Auftritts in der letzten Session.

Auch bei den Kammerkätzchen und Kammerdienern findet das Training online statt. „Da wir uns am Anfang hauptsächlich auf Fitness konzentrieren, passte das gut”, verrät Alexander Kaschny aus der Tanzkorpsleitung.

Doch auch das gestaltet sich nicht immer so einfach. Das Erklären und Vortanzen der Schritte sei über den Video-Chat eben schwieriger.

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Die Luftflotte während eines Auftritts in der letzten Session.

Auch das Tanzcorps Colonia Rut Wiess hat sich kreative Lösungen einfallen lassen. Hier schicken die Trainerinnen zu den normalen Trainingstagen Aufwärmvideos an die Tänzer. „Das ist dann zwar keine Pflicht, aber ein Anreiz”, erklärt Wolfgang Brock, Ehrenpräsident der KG Schlenderhaner Lumpe e.V.

Kurze Videos mit Schritten und Fitness-Tipps gibt es auch bei der Luftflotte und der StattGarde Colonia Ahoj. Dominik Tasch, Kommandant der Luftflotte, ist besonders stolz auf die Motivation und den Ansporn innerhalb der Gruppe.

Wegen Corona: Vorerst kein Trainer in Kölner Tanzgruppe

Bei den schärfsten Schenkeln im Kölner Karneval hingegen kam noch ein weiteres Problem hinzu: Die Entscheidung für einen neuen Trainer musste die StattGarde Colonia Ahoj wegen Corona pausieren. Jetzt stehen sie vorerst ohne Trainer da.

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Der StattGarde Colonia Ahoj fehlt wegen Corona derzeit noch ein Trainer.

Doch das sei erst mal kein Problem, betont Presseoffizier Jörg Esser. Die erfahrenen Tänzer nehmen die Neuen an die Hand und versenden jede Woche neue Trainingsvideos.

Tanzgruppen müssen Hygienekonzepte vorstellen

Ob die Tanzkorps jetzt langsam wieder in ihre Trainingshallen zurückkehren können, steht noch nicht bei allen fest. Umfangreiche Hygienekonzepte müssen sowohl von der Stadt als auch von den Gruppen selbst ausgearbeitet werden.

Unter diesen Umständen können unter anderem die Kammerkätzchen und Kammerdiener Anfang Juni wieder zurück in ihre Halle in Bocklemünd. „Wir werden Raster auf den Boden kleben und direkten Kontakt vermeiden”, sagt Kaschny.

Bei der Luftflotte warte man erst einmal noch weitere Entscheidungen der Politik ab. In der letzten Woche startete für sie das Training daher auf Abstand und unter freiem Himmel.

In die nächste Session blicken die Tanzkorps unterschiedlich. Wolfgang Brock von den Schlenderhaner Lumpe ist sich sicher, dass Alternativen gefunden werden müssen.

„Ich glaube nicht, dass es ein normaler Karneval wird”

„Einen neuen Tanz haben wir erst mal nicht. Vielleicht graben wir einen alten Tanz noch mal aus”, überlegt er. Seiner Einschätzung nach würde es, wenn überhaupt, im Januar erst richtig losgehen – dann vielleicht auch mit einem neuen Tanz.

Für den 11. im 11. sieht auch Bensiek von den Höppemötzjer noch schwarz. „Ich glaube nicht, dass es ein normaler Karneval wird.”

Mit weniger Gästen sei es schwierig, die Sitzungen zu finanzieren. Deswegen hoffe er auf kreative Lösungen. „Wir bereiten uns zumindest auf alles vor.”

Kaschny von den Kammerkätzchen und Kammerdienern ist dagegen optimistisch: „Der Karneval wird sich dieses Jahr massiv verändern, aber es wird einen geben.”

Die Motivation der Tänzerinnen und Tänzer leidet zumindest nicht unter der ungewissen Session. Sie freuen sich über jeden Auftritt, der im nächsten Jahr kommen wird – wie auch immer er dann aussehen mag.

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