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Von wegen Köln ist bunt Ordnungsamt mit kuriosem „Rundumschlag“ gegen Veedels-Wirte

Einsatz des Ordnungsamts auf der Mainzer Straße in der Kölner Südstadt.

Bei dem Einsatz in der Südstadt am 13. Oktober 2021 parkt der Wagen des Ordnungsamts vor dem Mainzer Hof.

In der Kölner Südstadt ärgern sich Wirte über eine kuriose Ansage von vier Mitarbeitern des Ordnungsamts. Was steckt hinter der Anordnung zu den angeblich falschen Farben der Sitzkissen?

Köln. „Wir Wirte haben durch Corona doch schon genug gebüßt ...“ Apo Celik und Yannick Butze sind Nachbarn auf der Mainzer Straße in der Südstadt und haben seit vergangener Woche ein paar Sorgenfalten mehr auf der Stirn. Wie auch einige Gastro-Kollegen aus den Nachbarstraßen, die aber anonym bleiben wollen.

Südstadt: Ordnungsamt mit angeblich scharfer Kontrolle bei Einsatz

Sie berichten EXPRESS.de von einem auffällig verschärften und angeblich gereizten Auftreten einer vierköpfigen Truppe des Ordnungsamts am vorletzten Mittwoch (13. Oktober 2021) im Veedel.

Apo vom „Tomatoes“ sagt: „Die haben komplett kontrolliert. Die waren zu viert und sehr fordernd. Eine sachliche Diskussion war leider nicht möglich. Es hieß nur: ‚Das, das, das muss weg‘. Als ich fragte, wann sie wiederkommen würden, hieß es: ‚Wir können auch jeden Tag kommen‘. Dabei wollte ich niemanden angreifen. Ich respektiere jeden, der seine Pflicht tut und Vorschriften hat.“

Drohnen-Foto der Südstadt

Die Kölner Südstadt aus der Vogelperspektive in einer undatierten Aufnahme. Hier haben vier Mitarbeiter des Ordnungsamts für Aufsehen gesorgt. 

Die besagten Wirte in der Südstadt formulieren, dass aus ihrer Sicht sehr pedantisch und unverhältnismäßig vorgegangen worden sei. Es sei unter anderem um Lichterketten und Blumenkästen gegangen. Im „Terrarium“ beispielsweise würde die Markise, die dort seit Jahrzehnten ist, plötzlich ein paar Zentimeter zu tief hängen. Vor dem „Mainzer Hof“ und mindestens zwei weiteren Läden mussten die seit Jahren gewohnten Stehtische entfernt werden.

Wirt Yannick: „Seit ich denken kann, standen die da. Als ich fragte: ‚Warum sind sie jetzt verboten?‘, kam als Antwort: ‚Damit sind schon Leute umgefallen‘.“

Kölner Südstadt: Veedels-Wirte staunen über Farbverordnung

Besonders kurios: Die Beamten sollen auf eine Verordnung für das Stadtbild vielerorts gepocht haben, die eine spezielle einheitliche Farbgestaltung der Kölner Restaurants in Beige anpeilt. Manche Wirte wurden daher aufgefordert, ihre verschieden farbigen Sitzkissen oder knalligen Sitzbezüge auszutauschen. Butze: „Ich dachte eigentlich, Köln sei bunt.“

Fakt ist, dass es diese Farbverordnung gibt. So heißt es schwarz auf weiß in einem vorliegenden Fall, dass die aufgestellten Tische und Stühle „in einheitlicher, möglichst weißer, grauer, naturfarbener oder metallischer Farbe gehalten“ sein sollten.

Gemeinsames Schreiben von Gastronomen aus der Kölner Südstadt an das Ordnungsamt.

Das Schreiben der Wirte an das Kölner Ordnungsamt.

EXPRESS.de fragte bei der Stadt Köln nach. Ein Sprecher: „Auslöser für die Kontrollen waren mehrere Beschwerden von Nachbarn und Anwohnenden. Die Beschwerden bezogen sich allgemein auf öffentliche Bereiche in der Südstadt und konkret auf einzelne Betriebe. Aus Datenschutzgründen darf das Amt für öffentliche Ordnung nichts zu Beschwerdeführenden und Angeschuldigten sagen, ebenso auch keine betriebsbezogene Auskunft zu Feststellungen geben und kann daher betriebsbezogene Behauptungen in der Öffentlichkeit nicht erwidern.“

Vorgaben seien klar und verständlich in Formularen und auf der Homepage des Gaststättenbereichs nachzuvollziehen. Wer ein Gewerbe führe, müsse in der Lage sein, auch seine Erlaubnis en Detail zu lesen, zu verstehen und sich bei Bedarf von der Stadt Köln beraten zu lassen.

Die betroffenen Wirte sprechen von einem „Rundumschlag“, fürchten nun weitere Kontrollen. Die Gerüchteküche brodelt, von „Dorfsheriff-Verhalten“ eines Beamten in urlaubsbedingter Abwesenheit und einer hochrangigen Beamtin ist hinter vorgehaltener Hand die Rede.

„Dorfsheriff“-Debatte: Schreiben soll zur Deeskalation beitragen

Einige Gastronomen haben einen gemeinsamen Brief an das Ordnungsamt vorbereitet und verteilt, um unter dem Eindruck der Kontrolle den Dialog mit der Behörde zu suchen.

Darin bitten sie um einen gemeinsamen Ortstermin, um „vor allem über die Bedürfnisse von unseren besorgten Gästen zu sprechen“. In der bereits angekündigten „Aktuellen Stunde“ der Bezirksvertretung  am 28. Oktober wird es sicher Redebedarf zu dem Thema geben .

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