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Harter KursKölner OB Burmester verunsichert mit Video-Botschaft

Oberbürgermeister Torsten Burmester

Copyright: Alexander Schwaiger

Oberbürgermeister Torsten Burmester

Oberbürgermeister Torsten Burmester schockt Rathausbeschäftigte: Drei Prozent der Personalkosten sollen weg. Die Gewerkschaft Verdi schlägt Alarm.

Eine Videobotschaft hat vergangene Woche für mächtig Wirbel im Kölner Rathaus gesorgt.

Oberbürgermeister Torsten Burmester wandte sich am 17. März direkt an die Beschäftigten der Stadtverwaltung – und verkündete harte Sparmaßnahmen. Das berichtet die Gewerkschaft Verdi am Donnerstag (26. März).

Drei Prozent der Personalkosten sollen eingespart werden

Im Doppelhaushalt 2027/2028 sollen drei Prozent der Personalkosten eingespart werden. Tausende Stadtangestellte fragen sich seitdem: Was bedeutet das für meinen Job?

Der OB gibt teilweise Entwarnung: Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Stattdessen soll der Personalabbau über altersbedingte Abgänge und andere natürliche Austritte laufen.

„Um die anfallenden Aufgaben mit reduziertem Personalkörper zu stemmen, soll eine Aufgabenkritik betrieben werden. Die Maßnahmen werden derzeit u.a. mit dem Gesamtpersonalrat erörtert“, teilt Verdi mit.

Achim Schlömer, Vorsitzender der Verdi-Betriebsgruppe in der Stadtverwaltung Köln, macht klar: „Viele Beschäftigte sind bereits am Limit ihrer Belastbarkeit. Weitere Mehrbelastung sind nicht zu verantworten und müssen daher vermieden werden.“

Und er nimmt den Oberbürgermeister beim Wort: Burmester selbst hatte gesagt, dass es nicht sein könne, dass „weniger Schultern die gleiche Arbeit stemmen können“.

Schlömer dazu: „Wir nehmen unseren Oberbürgermeister beim Wort! Die Stadt muss als Arbeitgeberin ihrer Fürsorgepflicht nachkommen.“

Die Gewerkschaft warnt: Weniger Personal bedeute gleichzeitig weniger Service für Kölner Bürger und Bürgerinnen.

Noch deutlicher wird Tjark Sauer, Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Köln-Bonn-Leverkusen: „Kürzungen beim Personal sind kein geeignetes Instrument, um kommunale Haushalte zu konsolidieren. Ein funktionierendes demokratisches Gemeinwesen ist auf leistungsfähige Kommunen angewiesen.“

Seine Botschaft an Bund, Land und Stadtspitze ist unmissverständlich: „Einsparungen beim Personal bedeuten weniger Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Köln.“

Schlömer bekräftigt: „Verdi als größte Mitgliedsgewerkschaft in der Stadt Köln steht hinter den Beschäftigten. Wir werden die angekündigten Maßnahmen kritisch prüfen und unsere Kolleginnen und Kollegen unterstützen.“

Das steckt dahinter: Kommunen seit Jahren blank

Dass Köln überhaupt sparen muss, liegt laut Verdi an einem grundsätzlichen Problem: Die Kommunen in Deutschland sind strukturell unterfinanziert. Während die Aufgaben steigen, schrumpfen die Spielräume – und der Investitionsstau wächst weiter.

Der Kommunalfinanzbericht 2026 von Verdi macht deutlich, dass ohne eine grundlegende Kurskorrektur weitere Einschnitte in der öffentlichen Daseinsvorsorge drohen. (mt)

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