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Nur noch Schwanz gesehenKölner Kater zwölf Tage vermisst – dann irre Rettung mit Fräse

Ein Kater sitzt unter einer Badewanne.

Copyright: Team für Tiere Köln

In der hintersten Ecke unter einer Badewanne hat sich der Kölner Kater Seriy verkrochen. Die Tierretter Jorden Wieland und Stefan Bröckling mussten ihn freifräsen. 

Ein Kater ist in Köln aus einer Wohnung entwischt. Nach zwölf Tagen wurde er von Tierrettern im Badezimmer im Nachbarhaus freigefräst. 

Tierretter Jordan Wieland hat schon viele verzwickte Einsätze gemeistert. Doch im Fall von Kater Seriy war für den Kölner vom „Team für Tiere Köln“ direkt klar: Das schaffe ich nicht alleine. 

Der Stubentiger entwischte aus einer Wohnung im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses in Köln und hielt tagelang seinen Besitzer in Atem. Einfangversuche scheiterten. Zwar wurde Seriy, der kein Freigänger ist, immer wieder mal gesehen – doch am zwölften Tag kroch er unter einen Balkon im Nachbarhaus und verschwand in einem Luftschacht...

Einsatz in Köln: Kater von Gemäuer verschluckt

Der Schacht endet in einem Häuserkeller – dort beobachteten Zeugen gerade noch, wie sein Schwanz aus einem Kasten baumelte. Bis der Kater schließlich komplett vom Gemäuer verschluckt wurde. 

Ein Fall für das „Team für Tiere Köln“. „Als ich gerufen wurde, wusste ich gleich, ohne Rohrkamera geht das nicht“, erzählt Jordan Wieland am Mittwoch (29. Juli) gegenüber EXPRESS.de. Daher habe er sofort Stefan Bröckling von tiernotruf.de eingeschaltet. „Er hat Spezialequipment, zum Teil selbstgebaut.“ 

Mehrfach hätten sie dann mit dessen Rohrkamera die Lüftungsschächte abgesucht. Tierretter Jordan: „Das war sehr schwierig, weil alles verwinkelt war. Wir haben rund zwei Stunden gebraucht, um alles auszuschließen, bis wir die einzige Möglichkeit ausgemacht hatten, wo der Kater sein könnte.“

Stefan Bröckling ergänzt: „Im Keller gab es zwei Belüftungsschächte, die nach oben führten, daneben war ein kleines Loch. Ich hätte das Loch für einen Kater zu klein gehalten, aber genau da ist er rein.“ 

Durch die Rohrkamera konnten die Tierretter erkennen, dass das kleine Loch in einen Hohlraum führt. „Aufgrund des dortigen Wasserabflusses war klar, dass es sich entweder um eine Badewanne oder Dusche handelt“, erklärt Stefan Bröckling. Den Kater selbst hätten sie mit der Kamera nicht gesehen, sondern nur den Hohlraum, der infrage kam. 

Prompt standen sie bei der Mieterin der Parterre-Wohnung auf der Matte und fragten freundlich, ob sie mal in ihr Badezimmer dürften. „Wir konnten froh sein, dass sie so entspannt war“, erzählt Jordan Wieland lachend. 

Eine Kachel einer Badewanne ist entfernt worden.

Copyright: Team für Tiere Köln

Jordan Wieland (Team für Tiere Köln) und Stefan Bröckling (tiernotruf.de) haben eine Fliese der Badewanne rausgefräst.

Stefan Bröckling gibt zu, dass ihm die Frage sehr unangenehm gewesen sei. Schließlich mussten sie die Badewanne der Frau kaputtmachen. „Mir ist dann ein Stein vom Herzen gefallen, als der Kater da wirklich saß“, so der Experte für schwierige Einsätze. 

Seriy kauerte unter der Wanne ganz hinten in der Ecke, guckte seine Retter mit großen Augen an. Schließlich ging er kurz zum Loch in der Wanne, machte sich dann aber wieder auf den Weg in den Hohlraum. Bevor er erneut verschwinden konnten, griff Bröckling schnell und beherzt zu. „Sonst wäre die womöglich einzige Chance, die wir hatten, vertan“, erklärt er. 

Als Seriy endlich im Käfig gesichert war, klatschten die beiden erschöpften Tierretter sich im Badezimmer erstmal ab. Noch glücklicher war vermutlich der Kater, der kurz darauf wieder in seinem Zuhause freigelassen wurde. Jordan Wieland vom „Team für Tiere Köln“: „Für mich war es ein sehr spezieller Einsatz.“ 

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