Köln – So ganz neu ist die Abzock-Masche nicht, aber aktuell häufen sich wieder die Fälle.
Auch bei dem Kölner Peter L. (47, Name geändert) klingelte morgens das Telefon. Es meldete sich ein englischsprechender Mann, der sich als Mitarbeiter von Microsoft ausgab.
Fieser Trojaner auf dem Computer?
L. bekam den Hinweis, das sein Computer verseucht sei. Ein Trojaner sei auf seinem Rechner. Der Rechner habe entsprechende Daten an das Unternehmen übermittelt. Es sei Eile geboten.
Um L. zu zeigen, wie bedrohlich die Lage sei, solle er seinen Computer starten und die Windows- und R-Taste gleichzeitig drücken. In das Eingabefeld solle L. dann den Befehl „eventvwr“ eingeben.

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Kein Grund zur Panik: Bei der Eingabe des Befehls „eventvwr“erscheinen diverse Fehlermeldungen auf dem Bildschirm.
Der 47-jährige Kölner führte den Befehl aus. Dann erschien auf dem Bildschirm eine Liste mit diversen Warnmeldungen mit rotem und gelbem Ausrufezeichen. Natürlich war L. total geschockt. Was nun?
Fernwartungssoftware: Dafür soll Kölner 120 Euro zahlen
Der Anrufer bot L. eine Lösung für das Problem an. Noch sei alles zu retten, hieß es. Der angebliche Microsoft-Mitarbeiter wolle einen entsprechende Fernwartungssoftware installieren, mit der der Trojaner entfernt werden könne. Preis 120 Euro.
An dieser Stelle machte L. genau das Richtige – er stieg aus und beendete das Gespräch. Keine fünf Minuten später rief der Microsoft-Mann erneut an. Peter L. legte direkt wieder auf.
Die Art der Betrugs-Masche wird als „support scam“ oder „social hacking“ bezeichnet.
Laut Software-Experte seien diese beschriebenen Fehlermeldung aber nichts Ungewöhnliches. Die habe jeder auf seinem Rechner. Jeder könne sich das mit dem Befehl „eventvwr“ unter „Windows-Protokolle“ und dem Reiter „System“ auf seinem PC anzeigen lassen. Ein Beweis für einen gefährlichen Virus-Befall oder einen Trojaner sei das definitiv nicht.
Test zeigt: Fast jeder PC zeigt Probleme an
Wir haben das auf verschiedenen Rechnern ausprobiert und tatsächlich zeigen die Rechner diverse Probleme an. Hintergrund kann ein fehlgeschlagenes Treiber-Update sein. Auf jeden Fall besteht kein Grund zur Panik.
Das Unternehmen Microsoft macht darauf Aufmerksam, dass es solche Computer-Überwachungen nicht gibt.

