Kölnbäder-Bilanz Corona-Effekt: Sex-Attacken durch simple Umstellung auf Nullpunkt

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Auf Abstand: Schwimmer im Müngersdorfer Stadionbad bei der Wiedereröffnung während der Coronakrise am 21.Mai.

Köln – Corona-Pandemie, Hitzerekorde, schon im Juni Sommerferien: Köln erlebte die wohl ungewöhnlichste Schwimm-Saison aller Zeiten. Bis Sonntag sind noch alle Freibäder geöffnet, danach machen die Open-Air-Pools nach und nach dicht. Die Drei-Monats-Bilanz (Start war am 20. Mai) überrascht, besonders bei den Aspekten Kriminalität und Krawall.

Die Besucherzahl: „Wir zählten bisher rund 370.000 Freibadgäste und erreichten damit die Hälfte des Vorjahres“, so Kölnbäder-Sprecherin Franziska Graalmann. „Wir wussten, dass wir wegen Corona und der damit verbundenen Maßnahmen deutliche Rückgänge haben werden.“

370.000 Gäste weniger bei Eintritt und Verzehr – ein Millionenverlust.

Ab Montag wird das „Ampelsystem“ auf der Kölnbäder-Homepage installiert, das Naturfreibad Vingst wird wohl als erstes dicht machen. Klar, die Schule hat wieder begonnen – und in der kommenden Woche soll es spürbar kühler werden.

Corona-Bilanz der Kölnbäder: Verluste in Millionenhöhe

Das neue E-Ticketing: „War ein Erfolg. Das Online-Registrierungssystem mit den buchbaren Einlasszeiten hat den Einlass beschleunigt und lange Warteschlangen vermieden. Wir werden es weiter einsetzen. Vor Ort auszufüllende Anmeldebögen würden bei Familien oder Gruppen zu starken Verzögerungen führen.“

Ärgernis Krawall und Kriminalität: „Auffällig ist, dass die Kriminalität gegen Null sank und sich fast alle Gäste sehr friedlich und vernünftig verhalten haben“, so Graalmann. „Kam es in den Vorjahren wiederholt zu Strafanzeigen wegen sexuellen Belästigungen oder Diebstählen, so ist dies erheblich und spürbar zurückgegangen. Die Registrierungspflicht mit den persönlichen Angaben scheint also eine abschreckende Wirkung zu haben.“

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Ab aufs Surfbrett: Strandatmosphäre im Naturfreibad Vingst. Das Bad wird kommende Woche wohl als erstes geschlossen. Das Foto entstand im Juni.

Klar ist: Dank des E-Ticketing wird es in Kölns Schwimmbädern wohl noch lange Zeit ruhiger zugehen. Auch nach dem ersten coronabedingten Verlust von 270.000 Gästen durch die komplette Bäder-Schließung von Mitte März bis Ende April in diesem Jahr sind die Kölnbäder nicht in Existenzängsten. Da sie als Teil der Stadtwerke zur Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger zählen, droht keine Insolvenz. Im vergangenen (coronafreien) Jahr machten die Kölnbäder bei 2,74 Millionen Besuchern bereits mehr als 19 Millionen Euro minus.

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