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Youtuber (23) vor Gericht Illegales Autorennen? Urteil von Kölner Richter überrascht

icrimax im Kölner Gericht

Youtuber „ICrimax“ im Kölner Amtsgericht.

Köln – Zwei Millionen Menschen haben Maximilian Schusters (23) Youtube-Kanal abonniert und schauen „ICrimax“ dabei zu, wie er etwa kommentierend das Videospiel „Grand Theft Auto“ zockt.

Hier schlüpfen die Spieler in die Rolle von Kriminellen, die mit Luxuskarossen unterwegs Straftaten begehen, darunter Verfolgungsfahrten, Erpressungen oder gar Attentate auf Polizisten. Am Donnerstag brachte den Youtuber sein reales Fahrverhalten in Köln auf die Anklagebank.

Köln: Staatsanwaltschaft spricht von illegalem Autorennen 

Die Kölner Staatsanwaltschaft warf dem 22-jährigen Internet-Star vor, sich vor anderthalb Jahren auf der Schönhauser Straße in Bayenthal mit seinem geleasten Mercedes AMG S 4Matic ein illegales Straßenrennen mit dem Fahrer eines Bentley Continental geliefert zu haben.

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Die Beweislage bewertete der Richter bereits im Vorfeld als kritisch, sodass er die Anklage nicht zulassen wollte. Das Landgericht überstimmte den Richter, sodass es doch zum Prozess kam. Kurzzeitig wurden den Angeklagten die Führerscheine entzogen.

Kölner Streifenpolizisten nehmen Verfolgung auf

Drei Polizisten hatten aus ihrem Streifenwagen heraus beobachtet, wie die Fahrer der Sportwagen nebeneinander an der Ampel standen und gleichzeitig beschleunigten, als das Licht auf Grün sprang. Dann habe der Mercedes-Fahrer den Bentley überholt. Die Polizisten hatten daraufhin Blaulicht und Martinshorn eingeschaltet und mit dem Dienst-BMW die Verfolgung aufgenommen.

Polizei stoppt Youtuber nach 200 Metern

Nach etwa 200 Metern stoppten die Polizisten den Youtuber am Steuer und konfrontieren ihn mit dem Vorwurf, ein Rennen gefahren zu sein. Auch monierten sie die lauten Motorengeräusche und vermuteten ein illegales Tuning; dem war aber nicht so. „Es gab kein Rennen“, sagte der Angeklagte und zu keiner Zeit habe er sich mit seinem Bekannten dazu verabredet.

Verteidigerin: Keine Hinweise auf ein Rennen

Konkrete Geschwindigkeiten konnten in der Verhandlung nicht festgestellt werden, die Polizeibeamten beriefen sich auf ihr subjektives Empfinden. „Wir haben genug Berufserfahrung, dass wir einschätzen können, ob einer 50 km/h oder schneller fährt“, sagte ein Beamter. Der Mercedes wurde beschlagnahmt und später an den Angeklagten zurückgegeben.

Der Staatsanwältin reichten die Angaben der Polizisten, sie forderte 120.000 Euro (80 Tagessätze zu je 1500 Euro) Geldstrafe für den Youtuber, dessen Monatseinkommen sie mit 45.000 Euro ansetzte. Verteidigerin Adrijana Blazevska-Gkiztavidis forderte Freispruch, es gäbe keine Hinweise auf ein Rennen, nicht mal ein Spielen mit dem Gaspedal vor der Abfahrt habe vorgelegen.

Kölner Richter überrascht und spricht Angeklagten frei

Richter Patrick Gusia folgte dem Antrag der Verteidigung, nachdem er bereits zuvor Zweifel an einer Schuld des Angeklagten geäußert und bemerkt hatte, für seine Entscheidung keine Details über das Einkommen des Angeklagten zu benötigen, um die Höhe einer möglichen Geldstrafe bemessen zu können.

„Freispruch“, hatte Anwältin Blazevska-Gkiztavidis daher bereits vor dem Plädoyer der Staatsanwältin in Richtung ihres Mandanten frohlockt. Und so kam es dann auch.

Youtuber verlor Werbedeals und Leasing-Vertrag durch Fall

„Die Polizisten haben zwei dicke Autos gesehen und direkt den Verdacht auf ein illegales Straßenrennen gehabt“, äußerte „ICrimax“ nach der Verhandlung. Ihm seien Werbedeals und ein VIP-Leasing-Vertrag mit Mercedes durch den Fall geplatzt.

Das Verfahren gegen den Bentley-Fahrer war zuvor wegen geringer Schuld eingestellt worden. Der 31-Jährige, der im Rheinauhafen lebt und angab, derzeit keine Einkünfte zu haben, muss als Auflage 500 Euro bezahlen. Der Familienvater wollte mit dem Verfahren abschließen. Dem Youtuber droht hingegen ein weiterer Prozess in der Berufung; die Staatsanwältin kündigte Rechtsmittel an.

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