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Nach Messerattacke auf Kölner Kiosk-ChefProzess wegen versuchten Mordes: Darum gibt es noch kein Urteil

Am Kölner Landgericht läuft der Prozess wegen versuchten Mordes gegen einen Mann, der mit einem Messer den Kölner Kiosk-Inhaber Ihsan Ergin aus Ehrenfeld lebensgefährlich verletzt hatte.

Köln. Den 29. Juni 2020 wird der Kiosk-Betreiber Ihsan Ergin (54) nicht vergessen. Er wurde von einem Mann mit einem Messer attackiert und lebensgefährlich verletzt. Heute zeugt eine 20-Zentimeter-Narbe an seinem Rücken von dem Angriff an der Venloer Straße in Ehrenfeld. Der Angreifer muss sich bereits seit Mai vor dem Kölner Landgericht wegen versuchten Mordes verantworten.

Doch der Prozess zieht sich bis heute. „Der Grund liegt in Auslandsermittlungen in Albanien, welche die Kammer veranlasst hat,“ erklärte Landgerichtssprecher Jan Orth auf Nachfrage von EXPRESS.de. 

Köln: Gericht fordert nach Messer-Attacke in Ehrenfeld Akten aus Albanien an

Das habe gut funktioniert, erzählte Orth weiter. Die Ermittlungen hätten eine Vielzahl von Urkunden zu Tage gebracht, die alle übersetzt werden mussten. „Bei den Urkunden geht es um die Person des Angeklagten“, so der Landgerichtssprecher. Genaueres wollte er noch nicht sagen.

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Für den Kölner Kiosk-Besitzer, der als Nebenkläger an dem Prozess teilnimmt und bereits als Zeuge ausgesagt hat, ist das ein gutes Zeichen. Im Gespräch mit EXPRESS.de erklärte er: „Ich habe meinen Anwalt gefragt, warum der Prozess so lange dauert. Er hat mir die Situation erklärt und gesagt, dass es ein Anzeichen ist, dass das Gericht den Fall ernst nimmt und nicht ein vorschnelles Urteil herbeirufen will. Ich hoffe auf eine gerechte Strafe für den Täter. Wie ich erfahren habe, soll es noch zwei oder drei Verhandlungstage geben. Ich will zu der Urteilsverkündung dann persönlich erscheinen.“ 

Der Kölner ist froh, den brutalen Angriff überlebt zu haben und dass der Täter gefasst wurde. „Bis der Mann von der Polizei gefunden wurde, fühlten wir uns als Familie sehr unwohl. Schließlich lief der Täter noch irgendwo frei herum. Nachdem er gefasst worden war, haben wir alle tief durchgeatmet“, so Ergin.

Aufnahme einer Sicherheitskamera in einem Kiosk.

Der mutmaßliche Täter, hier eine Aufnahme vom Oktober 2020 im Kiosk in Ehrenfeld, muss sich wegen versuchten Mordes verantworten. 

Rückblick: Am Tattag stürmt ein junger Mann in den Kiosk in Ehrenfeld und läuft gezielt auf Ihsan Ergin, der hinter dem Tresen steht, zu. Der Angreifer zückt ein Messer mit einer 20 Zentimeter langer Klinge und sticht mehrfach auf ihn ein. Mitarbeiter Senol wirft noch geistesgegenwärtig eine Bierflasche nach dem Täter, der aber aus dem Büdchen fliehen kann. Die Sicherheitskameras des Büdchens zeichneten alles auf, wie auf dem Video oben zu sehen ist.

Ergin vermutete, dass der Täter ihn aus Eifersucht angegriffen haben könnte. „Er vermutete wohl, dass eine ehemalige Mitarbeiterin, die er kennt, und ich etwas hatten. Das stimmte aber nicht“, so Ergin. Erst nach mehreren Monaten nach dem Angriff wurde er von der Polizei gefasst.

Bei einer Verurteilung wegen versuchten Mordes kann das Gericht eine lebenslange Haftstrafe aussprechen. Sollte ein milderes Urteil gefällt werden, würde die Haftstrafe drei bis 15 Jahre betragen. Ein Urteil wird am 3. Dezember erwartet.