Kommt Prestigeprojekt? Entscheidung zu schwimmender Polizeiwache in Köln gefallen

Entwurf der schwimmenden Polizeiwache im Köln-Deutzer Hafen.

So sieht das Modell für die deutschlandweit erste schwimmende Polizeiwache im Deutzer Hafen aus.

Die schwimmende Polizeiwache in Köln-Deutz sollte bundesweit ein Unikat werden. Doch die Kosten schossen in die Höhe und der Bau steht nun vor dem Aus.

Köln. Am Anfang herrschte allseits Euphorie: eine schwimmende Wache für die Wasserschutzpolizei im Deutzer Hafen, die Einsatzboote direkt vor der Haustür, der Dom im Hintergrund – ein Projekt, das es deutschlandweit so noch nicht gibt. Ein „Eye-Catcher“.

Insider, die mit der Planung vertraut waren, erinnern sich an Besprechungen, in denen regelrecht geschwärmt worden sei. Und nun die große Ernüchterung. Das Projekt ist geplatzt, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Schwimmende Wache in Köln: „Ich bin unsäglich traurig“

Die Gründe dafür sind bislang nur schwer zu durchschauen, einen alleinigen Schuldigen scheint es nicht zu geben. Fest steht nur: Alle Beteiligten – ob Polizei, Stadt Köln, Häfen und Güterverkehr Köln, Planer oder Architekten – sind jetzt enttäuscht. „Ich bin unsäglich traurig und auch verärgert“, sagt etwa Architektin Ute Piroeth, die die Fassadenverkleidung entworfen hatte.

Die Planung war am Ende aus dem Ruder gelaufen. Die Polizei soll auf einem „Musterraumkonzept“ bestanden haben, das für Polizeiwachen im Land vorgesehen ist und bestimmte Anforderungen stellt, zum Beispiel an die Sicherheit, an technische Ausstattung sowie an die Größe und Anzahl der Räume. Angeblich habe die Polizei mit Fortschreiten der Planung immer neue Anforderungen gestellt, heißt es. Bestätigen ließ sich das zunächst aber nicht. Auch die Anforderungen an den Brandschutz sollen immer weiter gestiegen sein.

Bau der schwimmenden Polizeiwache in Deutz: Kosten schossen in die Höhe

Die Folge: Der schwimmende Containeraufbau wäre immer schwerer geworden, die Pontons hätten eine immer größere Last tragen müssen, die Kosten schossen in die Höhe.

Als das Bauamt dem Objekt schließlich noch eine optisch ansprechendere Fassade verpassen wollte als ursprünglich vorgesehen, soll das Land die Reißleine gezogen haben. Der Bau sei einfach „wirtschaftlich nicht darstellbar“, sagt auch Kölns Baudezernent Markus Greitemann. Das Innenministerium kündigte eine Stellungnahme für Anfang dieser Woche an. (red)

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