Peter Heinrichs (†70) Er sagte „Amen“ – dann starb er

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Kölsches Original mit Tabak im Blut: Peter Heinrichs. Mehr als 70.000 Menschen schauten auf seine Facebook-Seite, Hunderte kondolierten mit Sätzen wie: „Mach et jot Pitter!“

Köln – „Amen“ war sein letztes Wort. Am Samstag wird Peter Heinrichs, Kölns schillernde Pfeifen- und Zigarren-König, um 12 Uhr zur Trauerfeier in „St. Aposteln“ aufgebahrt. Tochter und Enkel sprechen im EXPRESS über die Hintergründe des überraschenden Todes.

Erst am vergangenen Montag bekam Heinrichs die Diagnose Gehirntumor, schon am Freitag verstarb er (EXPRESS berichtete). Die Geschichte dahinter ist unfassbar.

Was niemand wusste: Nach traumatischen Erlebnissen wegen versuchten Erpressungen und Morddrohungen verspürte Heinrichs seit Jahren Angstzustände, Panikattacken.

Tumor zu spät entdeckt

Lange war der Unternehmer in Behandlung diverser Mediziner. Auf die Idee, dass im Kopf ein Tumor wächst, kam niemand.

„Enge Räume mied er“, berichtet seine Tochter Petra (45). „Überall mussten die Türen aufbleiben. Und in eine enge CT-Röhre hätte er sich niemals gelegt.“ So konnte der Tumor erst entdeckt werden, als es schon viel zu spät war.

Sein Enkel Peter Heinrichs (20), der jetzt nicht nur namentlich in die großen Fußstapfen seines Opas treten soll, sagt traurig: „Die ganze Familie wurde zusammengetrommelt und stand an seinem Krankenbett. Opa lag einfach nur da, die Augen geschlossen, und sagte nichts mehr. Mit einem Priester beteten wir zusammen. Da öffnete er den Mund, sprach »Amen« – und starb.“

Mit 17 Jahren machte er sich selbstständig

Das Herz eines kölschen Originals hatte aufgehört, zu schlagen. Braungebrannt, immer ein breites Lächeln und einen flotten, kölschen Spruch auf den Lippen – so kannten die Kölner den Hans Dampf in allen Gassen und Ausstatter von Tabakfreunden wie Thomas Gottschalk, Bill Clinton und Arnold Schwarzenegger.

 Mit 17 Jahren machte sich der Sülzer selbstständig, baute sein „Haus der 10 000 Pfeifen“ am Neumarkt auf, gründete Niederlassungen in San Francisco und Taipeh, baute sich in Bergheim das „Chateau Henri“ – eine Villa mit 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, Tabakmuseum und Pfeifen-Lounge.

Dort wird am Samstag nach seiner Trauerfeier eine zünftige Raucher-Party mit Zigarren, Pief und Kölsch stattfinden. „So hat er es sich gewünscht“, sagt seine Tochter. „Reden, rauchen, trinken, sich des Lebens freuen.“

Ja, letzte Wünsche hatte Heinrichs einige: Er will in seinem geliebten Kaschmirmantel beerdigt werden. Und: Bitte keine Blumen, keine Kränze zur Beerdigung.

Enkel Peter: „Opa sagte immer: »Schenkt euch Blumen, wenn ihr lebt. Nicht, wenn ihr tot seid.« Stattdessen wünscht er sich Spenden für Todkranke, die noch einmal im Leben nach Lourdes fahren wollen, es sich aber nicht leisten können.“

Der Glaube an Gott, die enge Verbindung zum Wallfahrtsort Lourdes prägten Heinrichs Leben ebenso. 1993 bekam er von Papst Johannes Paul II. den Rosenkranz geschenkt. Jahrelang trug er die Gebetskette täglich in der Hosentasche. In Lourdes schenkte er das kostbare Stück einem gelähmten Jungen.

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