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Nach drei JahrenKölner Totraser löscht Poser-Foto mit Unfall-Mercedes

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Copyright: Klaus Michels

14. April 2015:  Der Angeklagte  Firat M. steht nach dem tödlichen Unfall am Auenweg neben dem Mercedes SLK.

Köln – Ein junger Mann posiert neben einem schwarzen Mercedes SLK, als sei es eine Trophäe. Stolz präsentiert er das Foto bei Facebook, auch das Hintergrundbild seines Accounts zeigt den Luxusschlitten. Es ist eins der Todesautos vom Auenweg.

Poser-Foto erst nach drei Jahren gelöscht

Der Fahrer Firat M. (24) ließ die Aufnahmen im Netz. Erst jetzt, drei Jahre nach dem Tod von Studentin Miriam S. (19), hat er sie gelöscht. Gerade rechtzeitig zum Urteil im Prozess, das am heutigen Donnerstag vorm Kölner Landgericht erwartet wird. Den Totrasern droht Knast.

Das Facebook-Dokument ist ein weiterer Beweis dafür, wie desolat sich Firat M. im Prozessverlauf verhalten hat – ob gewollt oder ungewollt. Opfer-Anwalt Dr. Nikolaos Gazeas nutzte die Steilvorlage, schlug dem Angeklagten die Poser-Fotos regelrecht um die Ohren.

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Facebook-Profil angeblich deaktiviert

 „Ich hatte das nach dem Unfall deaktiviert“, sagte M. nur zu seiner Verteidigung. Dabei hatte er zwischenzeitlich eine Empfehlung für ein Steak-Restaurant über seinen Facebook-Account geteilt. Das sei eine Ausnahme gewesen, verteidigte sich der Totraser.

Einen Tag vor dem geplanten Urteil ist das Internet-Profil mit den kompromittierenden Fotos also gelöscht. Doch der Schaden, so könnte man es aus Sicht des Verteidigers sehen, ist angerichtet. „Hätte er das Foto vorher gelöscht, hätte man ihm Vertuschung vorgeworfen. Ich habe den Eindruck, dass meinem Mandanten alles, was er macht, negativ ausgelegt wird“, sagt Firat M.s Rechtsanwalt Sebastian Schölzel dem EXPRESS. Von der Nebenklage, aber auch Teilen der Öffentlichkeit.

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Verteidiger Sebastian Schölzel mit seinem Mandanten Firat M.

Verteidiger beim Prozess bedroht

Schölzel selbst wurde in einer Prozesspause von einem Gerichtszuschauer hart angegangen. „Wie können Sie so einen verteidigen?“, war noch eine harmlosere Äußerung. Dem Anwalt drohte der wütende Mann, ihn bald in der Kanzlei aufsuchen zu wollen.

Angesichts eines solchen Vorfalls erscheint es zumindest skurril, dass es im laufenden Raser-Verfahren ganz vorrangig auf Volkes Stimme ankommt. Der Bundesgerichtshof hatte erste Bewährungsstrafen unter der Prämisse gekippt, dass sich die milde Entscheidung negativ auf das Rechtsempfinden der Bevölkerung auswirken könnte, die obersten Richter tendierten daher zu einer Knaststrafe.

Alles drehte sich nur um Firat M.

Um das kaum messbare Volksempfinden drehte es sich bei den drei Prozesstagen allerdings gar nicht. In den Fokus geriet Firat M. – er war nach dem tödlichen Unfall als Beifahrer eines nicht verkehrstüchtigen Protz-Autos in eine Kontrolle geraten, offenbarte freimütig, schon in der Schule an einem Raser-Seminar teilgenommen, also offenbar nichts gelernt zu haben. Dann das brisante Facebook-Profil.

 Erkan F. (25), dessen BMW 320i am Auenweg beim spontanen Rennen mit Firat M. aus der Kurve flog und die Radfahrerin tötete, hielt sich beim Prozess zurück, verplapperte sich im Gegensatz zu seinem Mittäter nicht. Ob ihn das letztlich vor dem Knast bewahrt, das entscheidet nun die 3. Große Strafkammer vom Vorsitzenden Richter Ralph Ernst.

(exfo)

Nicole Schulze war 24 Jahre alt, als sie 2004 auf dem Straßenstrich an der Geestemünderstraße anfing.
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