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Dreiste Abzocke? Kölnerin kassiert 30-Euro-Knöllchen trotz Parkscheibe

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Nicole Wolf fühlt sich von Park & Control abgezockt.

Köln – Es war eine böse Überraschung für die Kölnerin Nicole Wolf (36). Nach ihrem Einkauf in einem Supermarkt in Bayenthal hat sie ein Knöllchen (so urteilen die Gerichte – hier lesen) in Höhe von 30 Euro eines privaten Parkplatz-Dienstleisters kassiert.

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Dabei hatte sie eine Parkscheibe korrekt eingestellt, hinter die Windschutzscheibe gelegt und war nur wenige Minuten in dem Geschäft. Sie fühlt sich abgezockt und kritisiert die Methode von „Park & Control“. Das Unternehmen bewacht für mehrere Kölner Supermärkte die Parkplätze.

Hier lesen: Muss ich das Knöllchen vom Supermarkt-Parkplatz bezahlen?

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Knöllchen trotz Parkscheibe: Kölnerin macht „Park & Control“ Vorwürfe

„Ich habe mein Auto geparkt und bin in den Supermarkt. Mein Einkauf dauerte keine zehn Minuten. Als ich wieder zu meinem Wagen ging, hing ein Knöllchen an meiner Windschutzscheibe“, schildert die Kölner Unternehmerin.

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Private Parkplatz-Kontrolle in Köln-Bayenthal.

Tatsächlich ist auf dem Knöllchen die Uhrzeit 18.04 Uhr vermerkt. Auf ihrem Kassenbon steht 18.06 Uhr. „Für mich ist das ganz klar Abzocke“, sagt Nicole Wolf. Und weiter: „Die warten darauf, dass die Kunden in ein Geschäft gehen und stellen sofort ein Bußgeld aus. Ich hatte ein Parkscheibe und war da einkaufen. Mit welcher Begründung wird von mir ein Bußgeld verlangt?“

„Park & Control“: Knöllchen werden blitzschnell verteilt 

EXPRESS schaute sich um. An dem Parkplatz an der Goltsteinstraße sind mehrere Schilder mit dem Hinweis auf den privaten Parkplatz sowie dem Bußgeld. Ein Mitarbeiter der Firma Park & Control beobachtet den Parkplatz und geht zu den Autos, sobald die Kunden ausgestiegen sind. Er stellt ein Knöllchen aus und verschwindet fix hinter einem Gebäude. Auch ein weiteres Auto, an dem eine Parkscheibe gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe liegt, bekommt einen Strafzettel.

Verteilt „Park & Control“ also vollkommen willkürlich Knöllchen? Die Kölnerin Nicole Wolf wollte diesen Eindruck nicht auf sich sitzen lassen und beschwerte sich mehrfach bei der Firma. Resultat: Sie muss die 30 Euro jetzt nicht mehr zahlen. Sie vermutet: „Viele Betroffene kümmern sich wahrscheinlich nicht und zahlen das Knöllchen einfach. Ich will nicht wissen, wie viel Geld diese Firmen mit dieser Methode einnehmen.“

HIER lesen: Kommentar zu Supermarkt-Knöllchen in Köln – es gäbe eine ganz einfache Lösung

„Park & Control“: Unternehmen verzichtet aus Kulanz auf Knöllchen-Strafe

Auf EXPRESS-Anfrage erklärt das Unternehmen, dass man aus Kulanz auf die Forderung gegenüber der Kölnerin Nicole Wolf verzichtet habe. Zu dem Vorwurf der Kölnerin, dass es sich um Vorsatz handelt und willkürlich Knöllchen ausgestellt werden, antwortete das Unternehmen nicht.

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Eine Parkscheibe ist hier Pflicht. 

Dabei kritisieren dieses Vorgehen der Firma auch andere Kunden, die sich etwa in den Geschäften über die Knöllchen beschweren. Aber auch im Internet kommt die Firma Park & Control nicht gut weg. Bei Google hat die Firma 1,1 von möglichen fünf Sternen als Bewertung bei 1356 Rezensionen.

Ein Nutzer schreibt: „Da mein Arbeitgeber diese Firma für die Parkplatzüberwachung unserer Kundenparkplätze beauftragt hat, kann ich tagtäglich beobachten, wie Park & Control unsere Kunden regelrecht abzockt! Am Anfang war diese Firma noch einigermaßen seriös und kulant, aber seit längerer Zeit ist es verbrecherisch geworden. Oftmals versteckt sich stundenlang ein Mitarbeiter im Auto und lauert nur darauf, dass ein Kunde seine Parkuhr vergisst, obwohl er sieht, dass der Kunde in den Laden geht.“

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Nicole Wolf hat ein Knöllchen bekommen.

Bundesgericht spricht Urteil

Am 27. November beschäftigt sich der Bundesgerichtshof mit der privaten Parkraumüberwachung. In dem ursprünglich am Landgericht Arnsberg verhandelten Verfahren geht es um eine Autofahrerin, die ihr Auto verliehen hatte und für ihren Wagen ein Knöllchen kassierte. Sie zahlte das Knöllchen nicht, da sie nicht gefahren sei. Das Landgericht Arnsberg hatte ihr Recht gegeben. Das Gericht soll nun die Haftbarkeit klären (Az. XII ZR 13/19).

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