Angst um Kultstätte Kölns weltberühmter Club: Wird das „Bootshaus“ untergehen?

bootshaus

Tom Thomas ist Geschäftsführer vom „Bootshaus“

Köln – Kein Handschlag, kein Klaps auf die Schulter, keine Umarmungen, kein Prost.

So fad kann ein Triumph in Zeiten von Corona sein. Deutschlands angesagtester Club, das „Bootshaus“ in Deutz, ist im Ranking der Hundert besten Tanzläden der Welt auf den sensationellen 6. Platz geklettert, aber statt Partystimmung herrscht im Bootshaus-Clubbüro am Ring: Die Angst vor dem Untergang.

Die aktuelle Corona-Lage in Köln – hier lesen Sie mehr)

Geschäftsführer Tom Thomas erklärt: „Die Gäste dürfen nicht kommen, das Team ist in Kurzarbeit. Es ist eine Katastrophe.“

Kölner Top-Gastronomie: Null Einnahmen, aber halbe Mio Euro Fixkosten

Tom Thomas verantwortet neben dem „Bootshaus“ auch die Clubs „Vanity“ und „Flamingo Royal“, zudem das gerade erst eröffnete Millionenprojekt „Café de Paris“ an der Ehrenstraße sowie das Restaurant „Spencer  & Hill“ am Ring. „Wir haben 290 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt“, sagt er.  Null Einnahmen stünden insgesamt monatliche Fixkosten von einer halben Million Euro gegenüber. 

Bootshaus Team

Ein Teil des Boots­haus-​Teams (v.l.): Uli Rau­schen­ber­ger (bucht die Künst­ler), Niklas van Lipzig (Creative Di­rec­tor), Björn Grimm, Julia Felger (Fes­ti­val­be­treu­ung), Tom Thomas (Ge­schäfts­füh­rer) und Niclas Aigner (Social Media Manager)

Tom Thomas: „Jeder hat Verständnis, dass Läden geschlossen werden müssen, manche haben das  vor der Verordnung schon freiwillig gemacht, um sich und die Gäste zu schützen, aber alle Gastronomen erwarten Hilfe.“

Finanziell sei dies ein Szenario, mit dem kein Gastronom Erfahrung habe. Zu stemmen sei das nur mit riesigen Rücklagen, „aber das ist in der Eventszene und  der Gastronomie eher unüblich.“ Im Fall „Bootshaus“ zum Beispiel bilde man Rücklagen für zwei oder drei Events, die nicht so gut laufen im Jahr. Aber ein „Shutdown“ sprenge alles.

Kredite seien in dieser Situation nur eine kurzfristige Lösung, die tragfähige Unterstützung müsse vom Staat kommen.  „Ohne diese Hilfe  werden 90 Prozent der Gastronomen und Clubbesitzer pleitegehen“, ist die düstere Prognose.

Er selber werde jetzt das Gespräch mit den Vermietern suchen müssen, „ob sie uns entgegenkommen können“. Mit Banken habe er gesprochen, beim Staat außerdem  Steuerstundung beantragt. Sein Fazit ist: „Wir werden das nur gemeinschaftlich schaffen.“

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Die Situation sei für die Kollegen der gesamten Branche dramatisch. Er glaube auch nicht daran, dass es nach April wieder weitergehen könnte mit dem Gastronomiebetrieb. „Ich hoffe, dass alles gut wird. Aber es wird sehr schwer.“

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