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„Kölsches Original“ Kölner Anwalt kommt immer zu spät – Richter reagieren mit Tricks

Rechtsanwalt_Claus_Eßer

Der Kölner Kult-Strafverteidiger Claus Eßer.

Köln – „Wo ist denn der Herr Eßer?“, fragte sich die Vorsitzende Richterin. Der Prozess im Amtsgericht sollte um 10.30 Uhr starten – doch es fehlte der Strafverteidiger Claus Eßer (51). „Ach, der kommt doch immer zu spät“, winkte die Protokollführerin ab. Das geht mittlerweile so weit, dass die Kölner Richter pfiffige Tricks entwickeln.

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Richterin lässt Anwalt im Gebäude ausrufen

Eine Amtsrichterin war es so leid, auf den schillernden Rechtsanwalt zu warten, dass sie ihn über die Sprechanlage ausrufen ließ. „Herr Eßer, bitte auf Saal 247“, schallte es da durch das ganze Justizgebäude an der Luxemburger Straße. „Das war ihm so unangenehm, seitdem kommt er bei mir immer pünktlich“, meinte die Richterin stolz.

Ein anderer Amtsrichter hatte seinen Prozess mit Verteidiger Eßer zwar um 9 Uhr terminiert, kam aber erst fünfzehn Minuten später in den Saal – und war dann ganz erstaunt, dass er den Anwalt dort antraf.

„Ach Herr Eßer, Sie sind schon da, jetzt bin ich extra später gekommen“, sagte der Richter. Damit hatte er den Spieß tatsächlich umgedreht…

Meistens hält er sich an magische Zeitgrenze

15 Minuten sind beim Strafprozess so etwas wie eine magische Grenze. Tauchen Angeklagte (mit oder ohne Anwalt) bis eine Viertelstunde nach Verhandlungsbeginn nicht auf, kann durch den Einzelrichter am Amtsgericht in der Regel auch eine Verurteilung in Abwesenheit erfolgen, im Rahmen eines Strafbefehls.

Und an diese 15 Minuten hält sich Claus Eßer auch, meistens…

Und was sagt der Anwalt zu seiner Unpünktlichkeit? Als EXPRESS ihn morgens erreicht, war er kurz angebunden: „Ich habe in 18 Minuten Verhandlung und bin noch nicht angezogen.“ 

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Claus Eßer kontert mit Humor 

In Saal 219 hieß es dann von der Protokollführerin: „Herr Eßer hat angerufen, dass er später kommt.“ Der Richter daraufhin trocken: „Komisch, dass er Bescheid sagt, sonst kommt er einfach so später.“ 

„Ich hole die Zeit mit einem schnellen Freispruch ja auch oft wieder rein“, scherzt Claus Eßer gegenüber EXPRESS. Das stimmt so zwar nicht immer, wirklich böse sind ihm die Richter aber trotzdem nicht, zumal Eßer immer auf Harmonie bedacht ist.

„Er ist eines der letzten kölschen Originale hier“, sagt ein Richter. Und ein bisschen Narrenfreiheit darf ja dann schon sein.

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