Das Musical „Kick like a Woman“ ist eine Hommage an den Mut von Frauen, die für ihren Traum einstanden und sich nicht aufhalten ließen. Das Stück feiert im November Weltpremiere im Depot 1.
Inspiriert von echten HeldinnenKölns neues Musical bringt Fußball-Wunder auf die Bühne

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Die Spielerinnen der SSG 09 Bergisch Gladbach lieferten die Vorlage für das neue Kölner Musical „Kick like a Woman“. Am Freitag (16. Oktober 2026) gab es im Depot 1 die ersten Kostproben.
„Fußball ist für alle. Öffne Türen, reiße Mauern ein und sei dein eigener Held.“ Es ist eine echte David-gegen-Goliath-Geschichte, die im brandneuen Musical „Kick like a Woman“ erzählt wird. Vom 14. November 2026 bis zum 30. April 2027 ist diese im Kölner Depot 1 zu erleben.
Als Taiwan 1981 die erste inoffizielle Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen ausgerichtet hat, ging auch in Deutschland eine Einladung ein. Doch der DFB winkte ab. Schließlich gab es damals noch keine Frauen-Nationalmannschaft. Und überhaupt: „Frauen gehören nicht auf den Fußballplatz“, war die Meinung der Funktionäre.
„Kick like a Woman“: Inspiriert vom Team der SSG 09 Bergisch Gladbach
Die Spielerinnen der SSG 09 Bergisch Gladbach, damals das beste Frauenteam Deutschlands, akzeptierten das Nein nicht. Sie backten Waffeln, putzten Autos und suchten Sponsoren, um die Reise nach Taipeh zu finanzieren. Dort wurde das Wunder von „Team Germany“ wahr, als sich die Rheinländerinnen den Weltmeistertitel holten. Von Außenseiterinnen zu einer echten Einheit.
2020 zeichnete ein Kino-Dokumentarfilm diese unglaubliche Geschichte nach. Durch die Coronapandemie hat dieser aber nicht die verdiente Öffentlichkeit bekommen. Regisseur Gil Mehmert („Das Wunder von Bern“) war vom Stoff jedoch komplett angetan. „Damit war das Thema für uns gesetzt“, sagte Produzent Marc Schneider am Freitag (16. Oktober 2026) bei einem Medientag.
Da er und sein Mitstreiter Frank Blase aus Bergisch Gladbach kommen, sogar einige Spielerinnen des Teams persönlich kennen, entstand die Idee, eine bewegende Mutmachergeschichte über Außenseiter, Widerstände, Leidenschaft, Liebe und den Spirit der 1980er Jahre auf die Bühne zu bringen. Entstanden ist jedoch kein Fußball-Musical.

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DFB-Präsident Altmeier (r.), in Anspielung an den damaligen Präsidenten Hermann Neuberger, lehnt im Gespräch mit seiner Sekretärin eine Teilnahme an der Frauen-WM vehement ab.
„Es geht um Leidenschaft, Power, Heldenreisen“, sagt Schneider. „Im Mittelpunkt steht nicht der Fußball. Es geht um Menschen, die sich mit einem wahnsinnigen Kraftakt gegen alle Widerstände durchgesetzt haben, obwohl sie damals nichts damit verdient haben. Das sind Tugenden, an denen sich viele ein Vorbild nehmen können. Es ist ein aktuelles Thema zu Zivilcourage.“

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Antonia Kalinowski spielt die zentrale Rolle der Conny, die es vom Mauerblümchen zur selbstbewussten Weltmeisterin schafft.
Die beiden Produzenten haben vor fünf Jahren das Erfolgsstück „Himmel und Kölle“ in die Volksbühne gebracht, das schon über 190.000 Menschen begeistert hat. Jetzt präsentieren sie Köln ihr neuestes Werk. „Ich brenne für Musical-Comedy, da das Leben schon hart genug ist“, sagt Blase. „Wir wollen mutige, überraschende, unterhaltsame und neue deutsche Musicals erschaffen.“
Constanze Behrends erhielt 2023 die Anfrage und schrieb das Buch zu „Kick like a Woman“. „Ich bin 1981 geboren, in dem Jahr, als diese Mannschaft den Titel geholt hat“, sagt sie. „Im Stück steckt viel Herzblut. Es geht darum, über Grenzen zu gehen – über gesellschaftliche und persönliche.“

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Cast, Produzenten und Verantwortliche von „Kick like a Woman“ freuen sich schon auf die Weltpremiere Mitte November.
Die erste Präsentation fand auch vor Spielerinnen des Teams statt. Es folgten neun Testaufführungen in Bergisch Gladbach. „Das war schon eine super Vorlage, um jetzt das Tor zu schießen“, sagt Regisseur Mehmert. Im Depot 1 wird das Musical auch technisch neue Maßstäbe setzen. Modernste LED-Technologie wird bei mehr als 30 Szenenwechseln unterstützen. H.C. Petzold spielt mit seiner vierköpfigen Band die neuen Kompositionen von Stephan Kanyar live.

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Sportmoderatorin Okka Gundel (M.) begrüßte die frühere Spielertrainerin Anne Trabant-Haarbach (l.) und Torhüterin Hannelore Geilen bei den ersten Kostproben.
Erzählt wird die Geschichte von der 18-jährigen Conny, einer leidenschaftlichen Fußballerin, die keine Lust auf Kleidchen, Puppen und Lippenstift hat, wie es ihr strenger Vater Gerd Walter erwartet. Ihr Werdegang ist ein Sinnbild für „female empowerment“. Antonia Kalinowski verkörpert diese Rolle. „Das ist extrem inspirierend und bewegend. Zudem ist es super spannend, bei einer Weltpremiere dabei zu sein“, sagt sie. So kann sie der Figur noch ihren eigenen Anstrich geben.
Die damalige Spielertrainerin Anne Trabant-Haarbach schaute sich am Freitag mit Torhüterin Hannelore Geilen ebenfalls die ersten Kostproben an. „Es ist eine Auszeichnung für die Spielerinnen, dass solch ein Thema auf die Bühne kommt. Wir sind stolz und dankbar, dass unsere Leistung ein Kunstwerk wird. Da sind so viele Themen drin, die heute noch aktuell sind“, sagt die Trainerin.
