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Riesen-Wut bei KarnevalistenStadt verbietet Oktoberfest kurzfristig – Köln bietet Hilfe an

Blick auf das Zelt am Brauhaus Grachtenhof.

Copyright: Brauhaus Grachtenhof

Das Zelt für das Oktoberfest stand bereits am Brauhaus Grachtenhof. Doch kurzfristig untersagte die Stadt Frechen die Veranstaltung.

Die Ehrengarde Frechen wollte die zwölfte Ausgabe ihrer Oktoberfest-Veranstaltung „Tracht trifft Jeck“ feiern. Wenige Stunden vor dem Fest untersagte die Stadt jedoch die Durchführung.

Den großen Kater gab es schon vor der ersten Maß. Am Freitagabend (2. Oktober 2026) sollte in Frechen-Bachem zum zwölften Mal das Oktoberfest „Tracht trifft Jeck“ der Ehrengarde Frechen am Brauhaus Grachtenhof steigen.

Knapp 200 Karten waren bereits im Vorverkauf abgesetzt worden, alles stand bereit. Marcus Mega war als Entertainer gebucht. Doch wenige Stunden, bevor das erste Fass Tegernseer angestochen werden sollte, kam’s zum Schock.

Oktoberfest „Tracht trifft Jeck“: Stadt Frechen verbietet Fest kurzfristig

„Ich war gerade beim Einkauf im Großmarkt, als um 10.59 Uhr mein Telefon klingelte“, berichtete Gastronom Dragan Grubisic im EXPRESS.de-Gespräch. Das Bauamt der Stadt teilte ihm mit, dass das Fest kurzfristig untersagt sei.

„Mir wurden angeblich technische Probleme am Zelt genannt“, sagt der Wirt, der auch Senator der Ehrengarde ist. Doch das zertifizierte Zeltbau-Unternehmen aus Frechen bescheinigte ihm, dass alles mit dem Aufbau in Ordnung sei. „Es geht wohl in erster Linie um Beschwerden aus der Nachbarschaft wegen der Lärmbelästigung“, sagt Grubisic.

Statt am Abend Oktoberfest zu feiern, machten die Karnevalisten und der Gastgeber ihrer Wut Luft. „Frechheit“, „Typisch Deutschland“, „Verdammte Nachbarschaft“ lauteten einige Kommentare in den sozialen Medien. Verantwortliche der Stadt Frechen waren für EXPRESS.de nicht erreichbar.

Der Gastronom, dessen Lokal in Bachem in der Session immer ein beliebter Treffpunkt ist, zog für sich klare Konsequenzen. „Ich habe für mich entschieden, dass ich ab sofort nichts mehr mache: keine Karnevalsparty, keinen Tanz in den Mai. Stadt und Feuerwehr dürfen in Frechen feiern. Sonst niemand mehr, denen wird es wie in einer Diktatur untersagt“, sagte er wütend.

Dragan Grubisic steht in der Küche.

Copyright: Brauhaus Grachtenhof

Dragan Grubisic ist Senator der Ehrengarde Frechen und betreibt das Brauhaus Grachtenhof.

Für die Kosten müsse er nun aufkommen, den Ticketkäufern werde der Kartenpreis erstattet, sagte Grubisic. „Ich stehe für alles gerade. Und die Leute aus der Nachbarschaft, die dafür verantwortlich sind, haben bei mir Hausverbot. Ich erlaube ihnen auch nicht mehr, meinen Parkplatz und unser Grundstück zu betreten.“

Der Wirbel um das abgesagte Fest wurde auch in Köln registriert. Dort feiert am Freitag (9. Oktober) die Royal Wiesn, ein Oktoberfest mit Tracht, Maßkrügen und traditioneller Musik, im Tanzbrunnen ihre Premiere.

Royal Wiesn lädt Oktoberfest-Freunde in den Tanzbrunnen ein

„Als Veranstalter können wir nachvollziehen, wie es euch gerade geht“, schreibt das Team und zeigt eine tolle Geste. Alle Oktoberfest-Freunde, die eine Karte für das Fest in Frechen gekauft hatten, sind eingeladen, bei der Royal Wiesn zu feiern. Die Reservierungsgebühr von 19 Euro entfällt in dem Fall.

„Wir bitten euch, die zehn Euro, die ihr für den Abend bezahlt hattet, als Spende bei der Ehrengarde zu lassen. Wir hoffen, dass wir euch damit ein wenig unterstützen können“, teilte das Royal-Wiesn-Team mit.