Corona in Köln Zahlen-Chaos: Korrigierter Inzidenzwert sorgt für Negativ-Rekord 

Bitterer Hilferuf „Sterben ganz still“: Kult-Kostümladen in Kölner Veedel vor dem Aus

Kostümladen Pink Pinscher in Köln-Sülz

Das kleine Geschäft Pink Pinscher in Köln-Sülz.

Mit einer ungewöhnlichen Aktion und einem Hilferuf macht „Pink Pinscher“ in Köln auf sich aufmerksam.

Es ist wohl ihr letzter Hilferuf, ansonsten geht ihr kleines karnevalistisches Kleinod im Veedel aufgrund von Corona vor die Hunde. „Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Wir werden nicht gehört. Deshalb muss ich ja irgendwie reagieren“, sagt eine verzweifelte Regina Reinecke im EXPRESS.de-Gespräch.

Köln: Pink Pinscher vor dem Aus

Vor acht Jahren eröffnete sie ihren kleinen Kostümladen „Pink Pinscher“ in Sülz und entwickelte sich zu einem gefragten Geheimtipp auf der Neuenhöfer Allee. Ihr Konzept: „Wir arbeiten alte Kostüme auf oder ändern sie auf Wunsch. Bei uns kann man aber auch Kostüme kaufen, die wir vorher umgeändert haben.“

Also auch noch eine nachhaltige Geschäfts-Idee. Reinecke häufte keine Reichtümer an, konnte aber mit ihrem Ein-Frau-Betrieb ihren Lebensunterhalt bestreiten und die Miete zahlen.

Regina Reinecke von Pink Pitcher

Inhaberin Regina Reinecke von Pink Pinscher.

Tja, bis auch ihr Laden mit voller Wucht von der Corona-Krise getroffen wurde. Um alles zu finanzieren, ging die Inhaberin noch nebenher arbeiten. Sie nahm einen Job als Buchhalterin an, um über die Runden zu kommen.

Im Sommer und im Herbst 2021 keimte dann ein wenig Hoffnung im „Pink Pinscher“ auf. „Ich hatte gut zu tun und rund um den 11.11. viele Bestellungen und sogar noch mehr Vorbestellungen für diese Session.“

Köln: Aufträge für Pink Pinscher wurden storniert

Sie kaufte alles ein, freute sich auf einen halbwegs normalen Winter. Doch es kam, was kommen musste: „Nachdem die freiwillige Absage den Vereinen empfohlen wurde, haben viele die Aufträge storniert. Jetzt sitze ich auf den Einkäufen“, sagt sie geknickt.

Um aus ihrer Not eine Tugend zu machen, entschied sich Regina Reinecke für einen Schritt, der sie zumindest über Wasser halten soll: Sie postete auf Instagram, dass die Kostüme ab sofort nur noch die Hälfte kosten. „Natürlich tut das weh. Aber nur so kann ich meine Rechnungen zahlen.“

Binnen Tagen wurde ihr Angebot hundertfach in den sozialen Netzwerken geteilt. Für sie ein kleiner Silberstreif am Horizont, wenngleich sie mit dieser Aktion sehr viele Verluste einfährt. Sie sagt unumwunden: „Das ist die letzte Chance, sonst muss ich schließen.“

Nicht nur ihre Stammkunden in Sülz drücken Regina Reinecke jetzt die Daumen. Und wer weiß: Vielleicht schauen ja noch mehr Jecke bei ihr im Veedel vorbei, damit der kleine Laden op d’r Eck nicht für immer ausstirbt.

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