Karneval in Köln Rosenmontagszug 2022 abgesagt – noch ein Highlight fällt Corona zum Opfer

Rosenmontagszug in Köln auf dem Heumarkt

Solche Bilder wird es 2022 vom Rosenmontagszug in Köln nicht geben: Der klassische „Zoch“ (hier auf einem undatierten Foto) ist am 27. Dezember 2021 abgesagt worden.

Im kommenden Jahr wird es in Köln voraussichtlich keinen großen Rosenmontagszug geben. Das Festkomitee Kölner Karneval plant an Alternativen – die Schull- und Veedelszöch fallen 2022 aus.

Es sind bittere, sehr bittere Nachrichten für alle Karnevalisten in Köln (auch wenn viele es schon geahnt haben dürften): Das Festkomitee Kölner Karneval plant für den Rosenmontag intensiv an Alternativen zum klassischen Zoch.

Das hat Zugleiter Holger Kirsch am Montag (27. Dezember) bekannt gegeben: „In Anbetracht der Prognosen zur Omikron-Variante gehen wir derzeit davon aus, dass ein normaler Rosenmontagszug mit Hunderttausenden von Zuschauern nicht möglich sein wird. Aber natürlich beobachten wir die Corona-Lage weiterhin sehr genau und prüfen, welche alternativen Konzepte kurzfristig möglich sein könnten, um den kölschen Jecken trotzdem einen besonderen Rosenmontag zu bereiten.”

Karneval 2022 in Köln: Kein Rosenmontagszug, keine Schull- und Veedelszöch

Wichtigstes Element bleiben dabei die Persiflagen, mit denen sich der Karneval zu politischen und gesellschaftskritischen Themen äußert. „Die wird es auf jeden Fall auch in diesem Jahr zu sehen geben”, versichert Holger Kirsch.

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Da der Rosenmontagszug nicht den üblichen Zochweg nutzen wird, haben die Freunde und Förderer des kölnischen Brauchtums die Schull- un Veedelszöch abgesagt. Deren Zugleiter Willi Stoffel erklärt dazu: „Unsere komplette Logistik baut auf der Infrastruktur des Rosenmontagszuges auf. Ein Alleingang ist für uns deshalb nicht denkbar, zumal ja auch die Zöch am Sonntag Hundertausende in die Innenstadt locken.“

Weiter ließ Stoffel verkünden: „Wir verstehen, dass das Festkomitee unterschiedliche Alternativen durchspielt. Aber für die Schulen und Veedelsvereine, die nur wenige personelle und finanzielle Ressourcen haben, wollen wir jetzt Klarheit schaffen. Daher haben wir uns entschlossen, die Schull- un Veedelszöch schweren Herzens für 2022 abzusagen.”

Rosenmontagszug 2022 in Köln: Alternativen von Rio-Konzept bis Zoch im FC-Stadion

Am vergangenen Rosenmontag hatten Festkomitee und Hänneschen-Theater einen Zoch im Miniaturformat auf die Beine gestellt, der vom WDR übertragen wurde. „Dabei ist vielen Kölnern während des Lockdowns warm ums Herz geworden. Auch wenn wir diese im wahrsten Sinne des Wortes ‚einmalige‘ Idee nicht noch einmal umsetzen können, wollen wir das Rosenmontagsfest dennoch irgendwie zu den Menschen nach Hause bringen“, sagte Holger Kirsch.

Das Festkomitee werde in den kommenden Wochen an mehreren Ansätzen arbeiten: „Unsere ersten Ansprechpartner sind dabei die Kölner Karnevalsgesellschaften, die sich nun nicht mehr auf den ‚normalen‘ Zoch vorbereiten. Sobald feststeht, welche Alternativkonzepte Corona zulässt, werden wir die Gesellschaften in die konkreten Planungen einbinden.”

Bereits im ersten Corona-Jahr, dem der Kölner Karneval in weiten Teilen zum Opfer gefallen war, hatte das Team um Zugleiter Holger Kirsch mehrere Programme erarbeitet, die nun auf Machbarkeit geprüft werden:

  • Platzkonzept:  Eine Variante, bei der die Persiflage-Wagen auf verschiedenen Plätzen in den Kölner Veedeln als Ausstellungsstücke zu sehen sein sollten.
  • Rio-Variante: Feste Tribünen auf beiden Seiten eines deutlich verkürzten Zugweges, wo auf Sitzplätzen im Außenbereich Abstände optimal eingehalten und eine personengenaue Rückverfolgung gewährleistet wäre.
  • Rosenmontagszug im RheinEnergie-Stadion:  Wenn der FC bis Ende Februar Corona-konform wieder vor Publikum spielen dürfte, könnte auch diese Alternative ein Weg sein, um unter 2G-Plus-Bedingungen sicher feiern zu können.

„All diese Varianten sind natürlich kein Ersatz für einen normalen Rosenmontagszug, das ist allen Beteiligten bewusst”, erklärt Zugleiter Holger Kirsch. „Der Zoch lebt – wie der Karneval insgesamt – von menschlicher Nähe, vom gemeinsamen Erleben einzigartiger Momente. Und dennoch wissen wir aus dem vergangenen Jahr, dass die kölschen Jecken für kleine, auf den ersten Blick verrückte Ideen offen sind. Darauf müssen wir jetzt aufbauen.” (smo)

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