„Dinge, die man besser für sich behält“ JP Weber nimmt sich Kölner Karneval zur Brust

JP Weber legt sein erstes Buch vor

Sonst in Köln an der Flitsch: JP Weber hat sein erstes Buch geschrieben.

Ein Mann, eine Flitsch – und jetzt ein Buch: JP Weber legt mit „Wo jeiht et he op de Bühn?“ sein Premierenwerk vor.

Was hat er nicht alles drauf, dieser JP Weber: Flitsch, Vorträge, Erzählungen, Songs. Aber ein Buch? „Daran habe ich 36 Jahre gearbeitet, kein Scherz“, sagt der Mann, den man in Köln spätestens seit seinen Auftritten mit dem Herrengedeck (mit Martin Schopps und Volker Weininger) noch besser kennt.

Es ist längst kein Geheimnis: Weber ist bestens vernetzt in der Kölner Karnevalsszene und erlebt auch hinter der Bühne das eine oder andere Malheur. „Oder Dinge, die man besser für sich behält.“

Köln: JP Weber schreibt Buch über den Kölner Karneval 

Deshalb hat er in elf Kapiteln plus einer „Zugabe“ eher einen Ratgeber formuliert, wie man sich denn bestenfalls im Kölner Karneval benehmen sollte, um auch angenommen zu werden.

„Wenn man so will, haue ich liebevoll auf die Kacke. Ich sage dann auch gleich, wie man es besser machen könnte.“ Namen nennt er nicht, aber vielleicht ein Beispiel: „Wenn du abends im Stadtreff an der Theke stehst, sollte man nicht 25 Mal erwähnen, dass man jetzt der große neue Frontmann einer großen Band ist.“ Für Weber wäre es besser andersrum: „Informier' dich erstmal, wer die Leute neben dir sind und was ein Knubbel ist.“

Gemeinsam mit Co-Autor Michael Knipprath sind so amüsante und unterhaltsame Benimmregeln entstanden. „Erst habe ich das Hörbuch gesprochen. Knippi hat es dann emotional aufgeschrieben, weil ich das nicht kann.“

Und, wie boxt man sich so durch im Karneval? „Sei du selbst und ehrlich“, rät der geniale Musiker. „Denn sie werden dich schnell entlarven.“ Klar ginge ein Einstieg in die „Insiderszene“ auch schneller. „Du kannst beispielsweise bei den Roten Funken sagen, dass die Blauen scheiße sind. Aber früher oder später wird sich das rächen.“

Kölner Karneval: JP Weber mit bissigen Benimmregeln 

Das Besondere: Das gesamte Buch ist in Kölsch aufgeschrieben. Für Weber ist das Ehrensache: „Es symbolisiert eines: Wenn man in den Kölner Karneval kommt, sollte man Kölsch können. Wer sich nicht mit der Sprache auskennt, braucht das Buch nicht zu kaufen und auch nicht in den Karneval zu gehen.“ Kölle, so Webers unumstößliche Meinung, brauche auch ein Stück des „exklusiven Familiensein“.

Das Hörbuch ist übrigens mit 90 Minuten Jazzmusik untermalt, die er selbst eingespielt hat. „Ich wollte, dass man das auch beim Putzen gut hören kann und es nicht nervt.“ Das hat er schon jetzt geschafft.

Aber: Fans müssen sich noch ein wenig gedulden, bis das Ding erscheint: Los geht es am 1. Oktober mit einer Lesung und einem Konzert im Gürzenich. Und obwohl Weber noch keine Werbung gemacht hat, sind schon mehrere hundert Tickets vergriffen (Restkarten gibt es noch an allen bekannten Vorverkaufsstellen).

Eine Frage sei aber erlaubt: Weber plaudert aus dem Nahkästchen, ohne Namen zu nennen. Ein Schachzug, damit er auch weiterhin vom Geschäft Karneval profitieren kann?

Die bissige Antwort kommt, wie man ihn kennt: „Ich wollte ein Buch schreiben, das man auch in 20 Jahren noch lesen kann. Wenn ich jetzt Namen genannt hätte – die kennt man doch in 20 Jahren nicht mehr. Auch wenn sie meinen, sie seien für die Ewigkeit.“

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