Komikerin Ingrid Kühne hat öffentlich gemacht, wie ein Instagram-User sie in der Anonymität beleidigt hat. Dieser Vorfall lasse sie darüber nachdenken, sich aus den sozialen Medien zurückzuziehen.
„Mir platzt der Kragen“Ingrid Kühne veröffentlicht Instagram-Beleidigungen

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Kabarettistin Ingrid Kühne steht seit ihrer Kindheit auf der Bühne. Rund 15 Jahre war sie im Kölner Karneval aktiv.
Social Media wird immer mehr zur Plattform, die Menschen erschöpft, nervt oder richtig wütend macht. Die Kölner Karnevals-Legende Ingrid Kühne hat jetzt auf Instagram veröffentlicht, wie heftig sie dort beleidigt wurde.
Die Kabarettistin, die im Februar ihren letzten Auftritt im jecken Treiben hatte, musste sich im Internet fiese Hass-Nachrichten gefallen lassen. Der Auslöser war ein harmloses KI-generiertes Bild.
Ingrid Kühne reagiert auf Instagram-Beleidigungen
Es zeigte Kühne in Schwarz-Weiß, lachend im Regen. „Soll erotisch rüberkommen. Ham se gesagt. Also ganz ehrlich: Ich weiß nicht“, schrieb die Büttenrednerin zum Foto. Es gab viele „Gefällt mir“-Reaktionen, aber in einem Kommentar wurde die 57-Jährige verbal attackiert.
„Einfach ekelhaft, die dicke Schlange“, schrieb jemand unter den Beitrag. „Eigentlich lösche ich keine Beiträge. Aber ich muss mich nicht von jemandem sooo massiv dumm beleidigen lassen“, sagt Kühne. „Ich hab’ mich dazu hinreißen lassen, ihm zu antworten, leider auch nicht gerade freundlich. Ich hab’ geschrieben: ‚Dann scroll doch einfach weiter, du Blödmann!‘“
In einem weiteren Instagram-Post hat sich die Komikerin nun Luft gemacht. „Manchmal platzt auch mir der Kragen, wenn man sich solche unverschämten Beleidigungen gefallen lassen muss. Es ist unglaublich, was man auf seinem eigenen Profil alles an Frechheiten, Unverschämtheiten und dämlichen Kommentaren tagtäglich ertragen muss“, schrieb sie.
Der Nutzer schickte ihr daraufhin eine private Nachricht – mit weiteren Beleidigungen. Screenshots der privaten Nachrichten, die Kühne öffentlich machte, zeigen, dass der Instagram-Nutzer sie als „dicke Schlampe“ bezeichnete, die niemand im Fernsehen sehen wolle. Zum Glück sei sie im Ruhestand.

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Ingrid Kühne verabschiedete sich im Februar mit einem Auftritt bei der Nippeser Bürgerwehr von den Karnevalsbühnen.
Doch selbst nach diesen weiteren Beleidigungen behielt die Rednerin noch ihren Humor. „Ich muss dich enttäuschen. Ich habe nur im Karneval aufgehört. Comedy mache ich weiter. Komme gerade von der Aufzeichnung der ‚Ladies Night‘. Schau am 11. April dann am besten kein Fernsehen“, postete sie.
Trotzdem gibt ihr der Fall zu denken. „Mir ist klar, ich kann nicht jedem gefallen, aber diese Personen müssen auch nicht auf meinem Profil meine Posts lesen oder bösartig kommentieren“, schreibt sie. Deshalb überlege sie, wegen solcher Nachrichten manchmal, sich komplett aus den sozialen Medien zurückzuziehen.
„Jetzt hab’ ich ihn blockiert und hoffe, dass er nicht andere Menschen, die vielleicht auch keine Idealmaße haben, so wie ich, in der Anonymität der sozialen Medien fleißig weiter beleidigt.“
Viele Fans und Kollegen reagierten positiv auf den Beitrag und stärkten Kühne den Rücken. „Ich finde sooooo richtig, dass du es öffentlich machst“, kommentierte Hundetrainer und Moderator Martin Rütter. „Aber unabhängig davon: Danke für die vielen lustigen, tollen Momente, die du uns allen bereitest.“
Die Resonanz freute Kühne. „Ich war gerade von der TV-Aufzeichnung nach Hause gekommen. Als ich die Beleidigung gelesen habe, sind mir die Tränen gekommen. Das war der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, es war einfach zu viel und gewissermaßen eine Kurzschlusshandlung. Es tut richtig weh, so etwas zu lesen“, sagte sie zu EXPRESS.de. „Was muss nur in Menschen vorgehen, die so etwas posten?“

