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Kabarettist wurde 80 Jahre altKonrad Beikircher ist tot

Konrad Beikircher, hier bei einem Interview 2021 im Neven DuMont Haus, ist tot.

Copyright: Csaba Peter Rakoczy

Konrad Beikircher, hier bei einem Interview 2021 im Neven DuMont Haus, ist tot.

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Köln und das Rheinland trauern um Konrad Beikircher. Der Kabarettist starb im Alter von 80 Jahren.

Trauer um Konrad Beikircher. Er starb am Dienstag im Alter von 80 Jahren, wie seine Ehefrau Anne Beikircher der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Zuvor hatte der „WDR“ berichtet.

Der gebürtige Südtiroler war seit fast 60 Jahren eng im Rheinland verwurzelt. Zuletzt lebte der fünffache Vater in Bad Godesberg. Zuletzt kämpfte er mit vielen gesundheitlichen Einschränkungen, kündigte an, etwas kürzerzutreten. Trotzdem stand er vor sechs Wochen noch auf der Bühne. Anne Beikircher betonte: „Er hat in unfassbarer Weise seinen Humor behalten.“

Konrad Beikircher „hat die Menschen geliebt“

Bereits 1965 führte ihn sein Weg nach Bonn, wo er ein Psychologiestudium begann. Er arbeitete als Gefängnispsychologe und betreute in der JVA Siegburg viele Jahre lang jugendliche Straftäter.Das habe er sehr gern gemacht, sagte er 2020 rückblickend. Bei den Häftlingen sei er beliebt gewesen: „Ich konnte in jede Zelle gehen, auch in aufgeregteste Situationen, mir ist nie was passiert.“

Doch im Laufe der Zeit hätten die Formalitäten und behördlichen Auflagen ihn immer weiter eingeengt, so dass er schließlich „zur Selbstrettung“ dort aufgehört habe. Im Alter von 39 Jahren kündigte er seinen Job und entschied sich ganz fürs Kabarett. Diese Entscheidung bereute er nach eigenen Worten keine Sekunde.

In NRW galt er als einer der populärsten Kabarettisten, aber auch bundesweit machte er sich einen Namen, trat zudem als Musiker auf und schrieb mehrere Bücher. Er habe die Menschen mit seiner Kunst „umarmt“, schilderte Anne Beikircher. „Er hat die Menschen geliebt, das war authentisch. Und die Menschen haben ihn geliebt.“

„Meine Heimat ist und bleibt Südtirol. Aber mein Zuhause ist das Rheinland“, hatte Beikircher stets betont. Er liebe das dort spürbare „mediterrane Lebensgefühl“ nach dem Motto: Wichtig ist die Gegenwart - jetzt muss es schön sein.

Der Kabarettist liebte das Rheinland und die rheinische Sprache. Diese machte er zu seinem Programm. Legendär: seine Radio-Kolumne „Sarens, Frau Walterscheidt“. Darin setzte er der Figur der Bäckerin und Zimmerwirtin Roleber ein Denkmal. „Frau Walterscheidt“ ließ sich in rheinischer Leichtigkeit über Gott und die Welt aus. Sein erstes Programm „Himmel un Ääd“ erreichte Kultstatus.

Auch zu gesellschaftspolitischen Themen äußerte sich Beikircher immer wieder. Seine große Liebe aber galt, neben der Familie, der Musik. Seinen eigentlichen Berufswunsch, Profi-Geiger, gab es nach einem missglückten Vorspiel auf. Die Musik blieb aber fester Bestandteil seines Lebens. Immer wieder trat er mit  in Bonner Kneipen auf.

Erst Anfang des Jahres hatte Beikircher seine Abschiedstournee gegeben und sich in den Ruhestand verabschiedet.

Seine Ehefrau sagte jetzt nach seinem Tod, ihr Mann sei zwar zweimal aus der Kirche ausgetreten, aber gläubiger Christ gewesen. Beim Sterben wolle er gern zu Hause sein, bei den Menschen, die ihm am wichtigsten sind, sagte er vor ein paar Jahren. Angst vor dem Tod habe er nicht: „Darauf bin ich sogar eher neugierig.“ (red mit dpa)

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