Nachfolger steht schon fest Moderator von Kölner Kultsendung macht endgültig Schluss

Mitternachtsspitzen

Jürgen Becker (r.) zieht sich aus den „Mitternachtsspitzen” zurück. Kollege Wilfried Schmickler (l.) hatte schon Ende 2019 seinen Abschied für 2020 bekanntgegeben. Das Foto entstand 2018.

Köln – Das Erfolgstrio einer echten kölschen Kultsendung ist ab 2021 endgültig Geschichte: Wie jetzt bekannt wurde, werden nicht nur Wilfried Schmickler und Uwe Lyko die WDR-Sendung „Mitternachtsspitzen” verlassen. Auch Moderator Jürgen Becker macht Schluss – und übergibt das Zepter an einen bekannten Nachfolger.

Mitternachtsspitzen: Jürgen Becker hört als Moderator auf

Bereits im November 2019 hatten Schmickler und Lyko bekanntgegeben, der Sendung den Rücken kehren zu wollen. Jetzt zieht Becker nach. WDR-Intendant Tom Buhrow hat nur lobende Worte für den 59-Jährigen (wird am 27. August 60) übrig: 

Mitternacht_Trio

Foto aus dem Jahr 2008: Uwe Lyko (hier als „Herbert Knebel”), Jürgen Becker und Wilfried Schmickler (v.l.) bei „Mitternachtsspitzen”.

„Mit seinem rheinischen und unnachahmlichen Humor hat Jürgen Becker bei vielen Geschehnissen in Politik und Gesellschaft den Finger scharfsinnig, entlarvend und unterhaltsam in die Wunde gelegt”, so Buhrow. „Für seine letzten Ausgaben als Gastgeber der Mitternachtsspitzen und vor allem für die Zeit danach wünsche ich ihm alles Gute!”

Mitternachtsspitzen: Erfolgs-Trio hört nach 24 gemeinsamen Jahren auf

Schon 2019, bei der Verkündung des Doppel-Aus von Schmickler und Lyko, sprach Becker offen über seine Probleme, diese Neuigkeiten zu verarbeiten: „Das ist ein großer Verlust sowohl für unsere Fans als auch für mich. Ohne meine beiden geliebten Stallgefährten fühle ich mich wieder wie 1992: Es beginnt etwas Neues, und mir geht der Arsch auf Grundeis!“

„Der Druck ist größer geworden”: Wilfried Schmickler erklärt Aus bei den „Mitternachtsspitzen”

Es scheint so, als habe sich dadurch ein eigener Denkprozess in Gang gesetzt, der nun in der Entscheidung endet, selbst aufzuhören. Noch bis Ende 2020 wird das Erfolgs-Trio zusammen vor der Kamera stehen. Schmickler und Lyko hatten ihr Ende eigentlich schon für den Sommer 2020 geplant, wegen Corona hängen sie aber noch ein paar Monate dran.

Mitternachtsspitzen: Christoph Sieber wird Nachfolger von Becker

Die Satire-Show im WDR hat seit 1988 einen festen Platz im deutschen Fernsehen, „Mitternachtsspitzen” ist damit die am längsten existierende Kabarettsendung im deutschsprachigen Fernsehen. Becker und Schmickler sind seit 1992 an Bord. 1996 kam Uwe Lyko dazu. Die 24 gemeinsamen Jahre enden jetzt.

Siebert

Christoph Sieber (r.), hier 2018 mit Kollege Tobias Mann, wird neuer Moderator bei den „Mitternachtsspitzen”.

Doch wie geht es weiter? Ein Nachfolger für Moderator Becker ist immerhin schon gefunden: Es wird Christoph Sieber (50), der aktuell noch im ZDF zusammen mit Tobias Mann die Kabarettshow „Mann, Sieber!” präsentiert. Die Sendung endet zum Jahresende komplett.

Mitternachtsspitzen: Jürgen Becker soll WDR-Zuschauern erhalten bleiben

Für Becker ist die Entscheidung pro Sieber genau die richtige für die Sendung: „Als Sohn eines langjährigen Bürgermeisters hat er Politik schon im Kinderwagen miterlebt. Und später hinterfragt: Warum werden die, denen wir unsere Kinder anvertrauen, schlechter bezahlt als die, denen wir unser Geld anvertrauen? Und wie kann es sein, dass sich ein Mensch aus Fleisch und Blut auf den Begriff 'User' oder 'Konsument' reduzieren lässt? Die richtigen Fragen stellen, genau das brauchen die 'Mitternachtsspitzen' auch in den nächsten 28 Jahren. Mit Sieber wird das was.”

Becker selbst soll dem WDR-Publikum mit regelmäßigen Beiträgen beim Radiosender WDR2 sowie durch Soloprogramme und Gastauftritte erhalten bleiben.

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