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Nach „Marie-Luise-Nikuta-Platz“Jetzt wird nächste Kölner Straße umbenannt

Straßenschilder in Köln.

Copyright: Daniela Decker

Am 10. Oktober 2025 wurde der Marie-Luise-Nikuta-Platz am Rudolfplatz zwischen den Gleisen der KVB-Linien 1 und 7 und in unmittelbarer Nähe zur Schaafenstraße, dem Zentrum der queeren Community, eingeweiht.

Aktualisiert:

Von Emily Manga Bell bis Cilly Servé: international klingende Namen – in jüngster Vergangenheit sind Kölner Straßen nach diesen Frauen benannt worden. Welche Frau bald folgen soll und wie es auf dem Weg zur gewünschten Geschlechterparität im Kölner Adressbuch aussieht.

Seit dreieinhalb Jahren gilt durch eine Ergänzung der Richtlinien des Rates für die Neu- und Umbenennung von Straßen und Plätzen: Zur Förderung der Gendergerechtigkeit sind Kölner Straßen bevorzugt nach Frauen und sogenannten non-binären Personen zu benennen.

Das Ziel: Eines Tages soll in Köln eine gleiche Anzahl von Straßen nach Frauen und Männern benannt sein. EXPRESS.de sagt, wie der Zwischenstand ist und mit welcher Frau das weibliche Geschlecht demnächst voraussichtlich einen Punkt aufholt.

So steht es zwischen den Geschlechtern: Männer dominieren

Stand heute sind in Köln 5635 Straßen benannt. Davon: 1692 männlich, 194 weiblich, 3749 sonstiges. „Sonstiges“ beinhaltet die Benennungen mit Sachbezug, zum Beispiel nach Orten, Berufen, Flora und Fauna etc.

Nach Inkrafttreten der neuen Richtlinie fanden in Köln 30 Straßen-Neu- und Umbenennungen statt, davon erfolgten 15 Benennungen nach Personen – „davon zehn weibliche und fünf männliche Namensgeber*innen“, wie eine Stadtsprecherin auf Anfrage mitteilt.

Straßenschilder

Copyright: Ayhan Demirci

In Ehrenfeld ist die Gravenreuthstraße wegen kolonialer Vergehen des Namensgebers in Cilly-Servé-Straße umbenannt worden.

Darunter befindet sich auch der Marie-Luise-Nikuta-Platz am Rudolfplatz. Auch nach Cilly Servé (Edelweißpiratin), Fasia Jansen (Liedermacherin und Friedensaktivistin) und Emily Manga Bell wurden Straßen benannt. Emily und Rudolf Manga Bell stehen beide für den antikolonialen Widerstand in Kamerun. Rudolf Manga Bell wurde im August 1914 in Duala von der deutschen Kolonialverwaltung hingerichtet.

Durch die geringe Anzahl der jährlichen Straßenneu- und -umbenennungen, so die Stadtsprecherin, „kann bei den Benennungen keine schnelle Parität erzielt werden“. Eine charmante Untertreibung, schließlich gilt es, einen Rückstand von 1498 Straßen aufzuholen.

In Ehrenfeld kommt nun aber zumindest eine Frau dazu. Die dortige Bezirksvertretung wird die zukünftige Straße auf dem ehemaligen Siemensgelände zwischen Stamm- und Pellenzstraße als „Klara-Caro-Straße“ benennen.

Klara Caro (geboren 1886 in Berlin, gestorben 1979 in New York) war eine engagierte Ehrenfelder Frauenrechtlerin und Sozialarbeiterin in der Zwischenkriegszeit. In Köln lebte sie am Ehrenfeldgürtel, sie gründete 1926 die Kölner Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes.