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Horror-Unfall in der TürkeiKölner Veedel trauert um beliebte Kiosk-Brüder

Gedenken

Copyright: Ayhan Demirci

Am Kiosk hinterlassen die Menschen Blumen und Kerzen für die Verstorbenen.

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Eine Unfalltragödie in der Türkei hat eine Kölner Familie aus dem Leben gerissen. Jetzt trauert ein ganzes Kölner Veedel um die Toten.

Blumen, Kerzen, Herzen auf Papier: Vor dem Markt-Kiosk in Kalk wächst ein Meer der Anteilnahme. Die Brüder Boran (33) und Orhan E. (38) haben das Büdchen betrieben. Jetzt leben sie nicht mehr. Auch ihre Mutter ist tot. Der Vater, der in Köln bei der Deutschen Bahn arbeitet, ist schwer verletzt. 

Stammkunden, Freunde, Bekannte, sie alle sind geschockt. „Sogar die Kinder vom Spielplatz weinen“, sagt ein nahestehender Bekannter der Familie, der mit Freunden und eigenen Angehörigen vor Ort ist. Die Bestürzung ist ihm ins Gesicht geschrieben.

Die Büdchen-Brüder: Sie waren den Menschen nah

Die Büdchen-Brüder waren außerordentlich beliebt wegen ihrer freundlichen Art und ihrer Hilfsbereitschaft. „Sie waren den Menschen nah“, sagt ein anderer Bekannter. „Bori's Kiosk“ war Treffpunkt und eine kleine Institution. Der Spielplatz liegt gleich nebenan.

Ein Teenager, von dem gerade keiner weiß, wer er ist, rückt zur Mittagszeit Blumen und Kerzen zurecht, er hat sein Handy in die Mitte auf den Boden gestellt und lässt traurige Klaviermusik laufen.

Das Büdchen hat geschlossen, die Rollläden sind runtergelassen. Auf ihnen sind jetzt Botschaften angebracht. Jemand hat unter ein Schwarz-Weiß-Foto der Brüder geschrieben: „Die Kinder sind unendlich traurig und der Spielplatz hat zwei Helden verloren“. Und: „Danke für die guten Jahre mit euch.“

Eine große Traurigkeit liegt über dem Platz. Auch in den Sozialen Medien, wo sich die Nachricht mitsamt der Unfallbilder vor wenigen Tagen verbreitete, finden sich viele Beileidsbekundungen.

Familienbild

Copyright: Ayhan Demirci

Die Mutter und zwei ihrer Söhne, Orhan (links) und Boran, kamen bei dem Unfall ums Leben.

Der katastrophale Unfall ereignete sich am frühen Morgen des 15. Juli. Zwei Tage war die Familie bereits mit ihrem Audi Q8 unterwegs. In Köln waren sie gestartet, über Österreich und den Balkan sollte es in die Heimatprovinz Kayseri in Kappadokien gehen.

„Sie hatten nur noch 60, 70 Kilometer vor sich.“, sagt der Freund der Familie. Mutter und Orhan saßen auf dem Rücksitz, Boran auf dem Beifahrersitz.

Aus ungeklärter Ursache verlor der Familienvater auf der Landstraße in Höhe der Stadt Nevsehir die Kontrolle über das Auto. Der Wagen prallte gegen den Bordstein und soll sich dann viermal überschlagen haben. 

Beileidsbekundungen

Copyright: Ayhan Demirci

Auch Kinder zeigen ihre Anteilnahme.

Für die beiden Brüder und ihre Mutter Fadime (60) kam jede Hilfe zu spät. Sie erlagen ihren Verletzungen. Der Vater Ahmet (64) wurde schwer verletzt und in ein Krankenhaus in Kayseri gebracht. Er soll mittlerweile die Intensivstation verlassen haben. Er erfuhr in der Klinik die erschütternde Todesnachricht.

Der jüngere Bruder hinterlässt sein zweijähriges Kind und seine schwangere Frau. Die Brüder, so erzählen es die Freunde, waren mitgefahren, um den Vater bei der langen Reise zu unterstützen. Die Strecke von Köln nach Kayseri beträgt 3193 Kilometer.

Sie waren insgesamt vier Geschwister, der älteste Bruder und die Schwester waren in Köln geblieben. Nach zwei Wochen Urlaub mit den Eltern wollten die Brüder zurück nach Köln – dann mit dem Flugzeug.

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