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Neuer Biertrend für Köln Sommelier-Weltmeister nimmt 'nen Schluck: Der große Test

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Stephan Hilbrandt testet am 16. April 2021 im Joode Lade die Radler der kölschen Brauerein.

Köln – Der Radler-Trend macht auch vor Köln nicht Halt. Nach Früh und Richmodis hat mit Gaffel die dritte traditionelle Kölsch-Brauerei ein Limo-Mischgetränk an den Start gebracht. Höchste Zeit für einen Vergleich: Weltmeister-Bier-Sommelier Stephan Hilbrandt macht den EXPRESS-Radler-Check.

  • Früh, Gaffel und Richmodis mischen Kölsch und Zitrone
  • Stephan Hilbrandt ist Weltmeister der Bier-Sommeliers
  • Für EXPRESS testet der Experte die Kölner Radler

Die Absatzzahlen für Bier gehen deutschlandweit zurück. Nicht erst seit Corona den Gastwirten den Hahn abgedreht hat. 2019 tranken die Deutschen im Schnitt erstmals weniger als 100 Liter pro Kehle.

Radler und Co.: Auch in Köln immer beliebter

Immer beliebter dagegen: Radler und Co. Gerade an den warmen Tagen, die nun bald endlich kommen sollten, ist das Mischgetränk für viele eine erfrischende Alternative.

Bei der Cölner Hofbräu Früh stieg man schon 2012 auf diesen Zug auf. „Traditionell hat man in Köln diese Produkte nicht in den Brauereien angeboten. Das ist ja eher etwas aus Süddeutschland“, erinnert sich Vertriebsleiter Dirk Heisterkamp. „Es ist wie so vieles auch nach Norden geschwappt.“

Früh Kölsch gibt es seit 2012 als Radler

Deshalb mischte man das klassische Kölsch der Marke Früh zu 50 Prozent mit Zitronensaftkonzentrat. Aber Achtung: Ein Kölsch-Radler ist das offiziell nicht. Das darf es nämlich nicht geben.

Der Begriff „Kölsch“ ist durch die Kölsch-Konvention von 1985 geschützt. Deren Hüter ist Christian Kerner, Geschäftsführer des Kölner Brauerei-Verband e.V.

Kölner Radler: Mit Kölsch, aber nicht Kölsch

„Kölsch ist eine Herkunftsbezeichnung für ein nach dem deutschen Reinheitsgebot hergestelltes, helles, blankes, obergäriges Vollbier“, erklärt Kerner. Und: „Es muss im Stadtgebiet gebraut werden.“

Neben der Konvention ist das Kölsch nämlich auch als Herkunftsbegriff durch EU-Recht geschützt. Es darf nur so heißen, wenn es auch von hier stammt. Ähnlich wie der Parmesan-Käse oder der Champagner.

Weltmeister der Bier-Sommeliers testet die Kölner Radler

Für kölsche Radler heißt das, wie Kerner klarstellt: „Da ist zwar Kölsch drin. Aber es darf nicht Kölsch heißen“.

Unser Bier-Experte Stephan Hilbrandt hat sich die drei Radler auf Kölsch-Basis genauer angeschaut. Der Kölner krönte sich 2017 zum „Weltmeister der Sommeliers für Bier“.

Für den EXPRESS hat er das Früh-Radler, das Richmodis-Radler und das Gaffel-Lemon in den Kategorien Ausgewogenheit, Frische und Gesamtbild bewertet.

Radler im Vergleich: „Zitronig, süß, kräuterig”

Ergebnis: „Alle drei sind sehr gut trinkbar.” Es gibt jedoch Unterschiede. 

Zum Gaffel Lemon sagt der Bier-Sommelier: „Wir haben hier eines, bei dem der zitronige Charakter etwas betonter ist, was sehr frisch und sommerlich rüberkommt.”

Das Radler aus dem Hause Früh punktet dagegen im Abgang. „Hier dominiert so ein bisschen die Süße hinten raus”, so Hilbrandt.

Bier-Sommelier Hilbrandt: „Drei sehr gute Radler”

Das Biermischgetränk der Richmodis-Brauerei bietet dagegen einen „eher kräuterigen Charakter”. Hier nehme sich das Kölsch eher zurück. 

Eine klare Empfehlung will der Bier-Fachmann nicht aussprechen: „Jeder muss für sich entscheiden, welche geschmackliche Richtung er bevorzugt.”

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