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Pop-Ikonen in der Lanxess-ArenaMitreißende Zeitreise in die 80er – aber viele leere Plätze

Konzert der Band Duran Duran in der Lanxess-Arena.

Copyright: Martina Goyert

Pop-Entertainer im weißen Anzug. Simon Le Bon gab mit seiner Band Duran Duran am Donnerstagabend (8. Oktober 2026) ein Konzert in der Lanxess-Arena in Köln.

Die 80er-Jahre-Ikonen von Duran Duran gaben nach 18 Jahren mal wieder ein Konzert in Köln. Die Fans feierten die großen Hits der Band. In der Lanxess-Arena blieben dennoch zahlreiche Plätze leer.

Die „Wild Boys“ sind wieder unterwegs. Weitestgehend mit der selben Besetzung wie vor Jahrzehnten und noch immer voller Lust am Spielen. Duran Duran schaffen es immer noch spielend, ihr Publikum in die 80er-Jahre zu versetzen.

Das Kult-Jahrzehnt mit der schrillen Mode und den einprägsamen Pop-Melodien ist angesagter denn je. Festivals mit Künstlern der 80er füllen Stadien. Die Synthie-Sounds tauchen auch in aktuellen Hits wieder auf.

Duran Duran: Knapp zwei Stunden gibt es alle Hits der Band

Duran Duran, vor fast 50 Jahren in Birmingham gegründet und später einer der prägendsten Acts der New-Romantic- und New-Wave-Welle, präsentiert das Lebenswerk immer noch voller Stolz. Leider ist die Gruppe wohl etwas in Vergessenheit geraten.

Gerade mal 5500 Fans sind am Donnerstagabend (8. Oktober 2026) in die Lanxess-Arena gekommen. Einige tragen T-Shirts von Cure oder a‑ha. Das letzte Köln-Konzert war 2008. Gut ein Jahr nach dem Gastspiel in Düsseldorf ist der Bedarf bei der Anhängerschaft offenbar gedeckt. Doch dem knapp zweistündigen Konzert und der ausgelassenen Retro-Partystimmung tut dies keinen Abbruch.

Gleich der Auftakt geht in die Vollen. „Is There Something I Should Know?“, „The Wild Boys“, „A View to a Kill“, „Hungry Like the Wolf“ – sofort ist klar, warum diese Band mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft hat. Frontmann Simon Le Bon, der in diesem Monat 68 Jahre alt wird, wirbelt im weißen Anzug über die Bühne und dreht sich um die eigene Achse.

Auch die Band wirkt teilweise so, als sei sie gerade den Bravo-Heften der 80er entsprungen. Nick Rhodes (64), als „König der Schulterpolster“ vorgestellt, steht wie immer regungslos hinter seinen Keyboards. John Taylor (66), der mit der hochstehenden Platinfrisur, treibt weiter den Bass durch die Songs. Roger Taylor (66) bearbeitet das Schlagzeug.

Konzert der Band Duran Duran in der Lanxess-Arena.

Copyright: Martina Goyert

Immer noch voller Spielfreude: Simon Le Bon (l.) und Bassist John Taylor.

Wenn es die Briten dabei belassen würden, immer nur ihre Hits zu spielen, wären ihre Fans möglicherweise auch glücklich. Doch die Synthpopper wollen nicht wie ihre eigene Coverband klingen. Deshalb produzieren sie weiterhin fleißig neue Musik. Mit „Invisible“ und „Lonely in Your Nightmare“ streuen sie jüngere Titel zwischen die zahlreichen Evergreens.

Konzert der Band Duran Duran in der Lanxess-Arena.

Copyright: Martina Goyert

Zur Begleitung der Songs setzte Duran Duran auf Comic- und KI-Videos.

Auch die neue Single „Free To Love“, die zusammen mit Produzenten- und Gitarren-Genie Nile Rodgers entstanden ist, gibt es in Köln zu hören. Auf den LED-Leinwänden tauchen dazu Regenbögen und Einhörner auf. Der Song setzt ein klares Zeichen für Frieden, Hoffnung, Verständigung und die Unterstützung der LGBTQ+-Bewegung.

Simon Le Bon ist noch eine Botschaft wichtig. Den Mega-Hit „Ordinary World“ widmet er den Menschen, die täglich kämpfen müssen, um sich zu ernähren, die sich nach Frieden sehnen. Gleich danach setzt er beim Duett mit Background-Sängerin Anna Ross zu „Come Undone“ einen weiteren Höhepunkt. Die Stimme des Frontmanns klingt gelegentlich arg rau, erzeugt aber immer noch diesen besonderen Charme.

Konzert der Band Duran Duran in der Lanxess-Arena.

Copyright: Martina Goyert

Duran-Duran-Gründungsmitglied Nick Rhodes steht weiterhin an den Keyboards.

Während zwei Tage zuvor in der Lanxess-Arena bei Rapper Apache 207 noch permanent Pyrotechnik explodiert ist, setzen Duran Duran lediglich auf Licht- und KI-generierte Videos, um die atmosphärischen Songs zu begleiten. „Girls on Film“ bindet elegant den Talking-Heads-Hit „Psycho Killer“ ein.

Zum Finale werden noch die Knaller „Save a Prayer“ und „Rio“ serviert. Die Fans, die gekommen waren, sind begeistert und feiern ausgelassen. Die, die zu Hause geblieben sind, haben etwas verpasst.