Dritte Impfung in Köln Für wen macht das Sinn? Impfarzt mit Ansage – er sieht ein großes Problem

Köln: Ein Mann lässt sich in einer Impfstation am Rhein im Zugangsbereich der Pop Up Kirmes "Happy Colonia" mit Blick auf den Fluss impfen.

Für wen macht die Booster-Impfung Sinn? Auf dem Foto vom 12. August 2021 impft eine Frau einen Patienten bei der Impfstation auf dem Volksfest am Rhein. 

Booster-Impfungen in Köln sind seit dem 1. September möglich. Doch für wen macht der dritte Pieks Sinn? Dr. Jürgen Zastrow erklärt, ob junge Menschen ohne Vorerkrankungen die Impfung in Anspruch nehmen sollten.

Köln. Seit dem 1. September sind Booster-Impfungen in Köln möglich. Immer mehr Menschen erkundigen sich aktuell nach der Auffrisch-Impfung.

„Die Nachfrage nach den Booster-Impfungen steigt – aber vor allem unter den Menschen, die sich schon vor einem halben oder Dreivierteljahr um die Impfung bemüht haben. Die sagen: 'Booster-Impfung? Her damit!' Damit ist diese Gruppe, die sich jetzt auch um die Drittimpfung bemüht, zu einem Großteil aber viel zu früh dran. Denn laut Vorgabe müssen sechs Monate Abstand zur letzten Impfung sein“, erklärt Dr. Jürgen Zastrow gegenüber EXPRESS.de.

Jetzt seien die Patienten in Altenheimen schon mit der Booster-Impfung dran, denn diese Gruppe sei größtenteils schon vor März geimpft worden. „Alle die vor April geimpft wurden, können jetzt eine Booster-Impfung bekommen“, so Zastrow weiter. Doch für wen macht der erneute Pieks eigentlich Sinn?

Booster-Impfung in Köln: Für wen sinnvoll? Impfarzt macht klare Ansage

Alle Personen, die über 60 Jahre alt sind und zur Risikogruppe gehören oder Vorerkrankungen haben, seien impfberechtigt. Und die Berufsgruppen, die zum Beispiel im Gesundheitswesen arbeiten.

Alle, die Astrazeneca- oder Johnson-und-Johnson-Impfstoffe bekommen haben, könnten mit einem mRNA-Impfstoff nachgeimpft werden. Und betrifft das auch junge Menschen?

„Ja, auch unter 60-Jährige, die mit einem Vektorimpfstoff geimpft wurden, haben eine Impfberechtigung für die Booster-Impfung“, sagt Zastrow. Und wie sieht es mit den unter 30-Jährigen aus?

„Auch den unter 30-Jährigen, die Astrazeneca oder Johnson & Johnson bekommen haben und keine Vorerkrankungen haben, würde ich zu einer Booster-Impfung raten“, macht Dr. Jürgen Zastrow deutlich.

Corona-Impfungen: „Ärzte legen drauf“ – Impfangebot gefährdet?

Impfinteressierte könnten sich an Facharztpraxen oder Hausarztpraxen wenden, da die Impfzentren Ende September schließen. Doch bei weiterhin steigender Nachfrage könnte im Herbst ein Problem auf Impfwillige zukommen.

„Die Ärzte legen schon jetzt bei jeder Impfung drauf. Für 20 Euro können wir das nicht leisten. Das ist defizitär“, betont Zastrow. Noch sei unklar, ob das Impfangebot unter diesen Umständen dauerhaft gesichert sei, weil viele Ärzte längst aus der Impfkampagne ausgestiegen seien.

Nur, weil gleichzeitig die Anzahl der Impfwilligen stark gesunken sei und die Impfzentren noch geöffnet sind, habe sich diese Entwicklung bisher noch nicht ausgewirkt.

Kölner Apotheken: Nachfrage bei Booster-Impfung steigt

Auch in den Apotheken ist laut dem Kölner Apotheker und Chef des Apothekerverbands Nordrhein die Nachfrage gestiegen. Ab dieser Woche könne man die dritte Impfung dort auch in den digitalen Impfpass eintragen lassen, kündigt Thomas Preis an.

Doch auch Preis sieht das von Zastrow beschriebene Problem auf Köln zurollen. „Die Anzahl der Impfstoffbestellungen der Arztpraxen hat sich auch nach dem Ferienende kaum erhöht. Viele Facharztpraxen haben sich ganz aus dem Impfgeschehen zurückgezogen“, so Preis.

Mit der Schließung des Kölner Impfzentrums würde auch auf die Kölner Apotheken eine neue Herausforderung zukommen. „Denn die Logistik der Impfstoffe wird ab 1. Oktober komplett über die Apotheken laufen müssen. Dann sollen Apotheken auch die Gesundheitsämter, mobile Impfteams und auch Krankenhäuser mit Corona-Impfstoffen beliefern.“

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