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„Wir steigen aus“ Stinksauer und am Ende: Kölner Ärzte vor dem Impf-Aus – und jetzt?

Kölner Ärzte wollen aus der Impfkampagne aussteigen. Auf diesem Foto impft ein Arzt in einer Praxis ein Mädchen gegen das Coronavirus.

Die Kölner Ärzte haben die Schnauze voll vom Corona-Chaos in ihren Praxen. Auf dem Foto impft ein Arzt am 8. Juni eine Jugendliche gegen das Coronavirus.

Köln. „Es reicht“, sagen sich viele Kölner Ärzte und wollen endgültig aus der Impfkampagne aussteigen. Der Kölner Vorsitzende der KV Nordrhein Dr. Jürgen Zastrow kann sich seit Freitag (2. Juli) kaum noch vor wütenden E-Mails retten. „Das ist ein neuer Trend. Bisher gab es nur uneingeschränkte Zustimmung für die Impfungen, doch organisatorisch reicht es vielen Arztpraxen. Die wollen aussteigen“, so Zastrow über die neue Entwicklung.

Kölner Ärzte kämpfen mit Impf-Chaos und wollen die Reißleine ziehen

Die Kölner Ärzte und Ärztinnen haben seit Monaten mit Impf-Chaos zu kämpfen. Zu wenig Impfstoff, ein hoher Verwaltungsaufwand und sich ständig ändernde Regeln machen den Arztpraxen zu schaffen.

Nachdem die STIKO (Ständige Impfkommission) Ende letzter Woche nun wieder eine neue Empfehlung für Patienten, die eine erste Impfung mit Astrazeneca bekommen haben, ausgesprochen hat, gehen viele Kölner Ärzte nun endgültig auf dem Zahnfleisch.

Die Patienten sollen als Zweitimpfung einen sogenannten MRNA-Impfstoff erhalten, also zum Beispiel Biontech. Die jüngste STIKO-Entscheidung scheint das Fass für Kölner Arztpraxen endgültig zum Überlaufen gebracht zu haben.

Kölner Ärzte in Aufruhr: „Sollen Herr Mertens und Herr Spahn die Impfungen durchführen“

„Da meine komplette Organisation durchkreuzt wird, weil Patienten in Panik anrufen und neue Termine und Biontech haben wollen, werde ich keine neuen Impftermine mehr anbieten. Die ständigen, nicht wirklich nachvollziehbaren Änderungen der Impfabstände tun ein Übriges. Mir reicht es. Sollen Herr Mertens und Herr Spahn die Impfungen durchführen“, schreibt ein Kölner Arzt in einer Nachricht an Dr. Jürgen Zastrow, die EXPRESS vorliegt.

Weitere Arztpraxen schildern, dass sie nun erstmals Impfstoff wegschmeißen müssen. Denn zahlreiche Astrazeneca-Impfdosen haben die Arztpraxen für die Zweitimpfungen in den Kühlschränken aufbewahrt. „Die wandern jetzt wohl auf den Müll“, so ein Mediziner deutlich.

Köln: Corona-Impfungen in Arztpraxen – nicht wirtschaftlich?

„Ich bin sehr sehr wütend auf die Stiko. Wir haben die nächsten drei bis vier Wochen 700 Zweitimpfungen mit Astrazenca geplant“, erklärt ein anderer Kölner Hausarzt.

Das Ergebnis der Ärzte-Wut: Viele wollen nach den Zweitimpfungen komplett aussteigen, was die Corona-Impfungen angeht.

Ein weiterer Grund dafür sei auch wirtschaftlicher Natur. Während die Kosten im Impfzentrum bei über 120 Euro für eine Corona-Impfung liegen, bekommen die Praxen lediglich etwa 20 Euro. Die Kosten liegen bei dem hohen Organisationsaufwand aber bei 38 Euro, wie ein Kölner Mediziner wütend vorrechnet. Hinzu komme, dass die Ärzte in den Praxen das volle Behandlungsrisiko und mögliche Haftungsforderungen komplett alleine tragen müssen.

Köln: Wer impft noch, wenn zu viele Praxen aussteigen und das Impfzentrum schließt?

„Wenn sich immer mehr Ärzte aus der Impfkampagne verabschieden, machen wir uns Sorgen, wer bald noch die Erstimpfungen übernehmen soll. Gerade, wenn das Impfzentrum im September schließt“, sorgt sich Jürgen Zastrow. Noch sei unklar, wie viele Kölner Praxen zukünftig noch gegen das Coronavirus impfen werden.