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Corona-Drama in Kerpen Mutter steckt fast gesamte Familie an: Tochter im Koma

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Michaela (43), die Schwester von Daniela N. schwebt momentan wegen des Coronavirus in Lebensgefahr.

Köln – Daniela N. erlebt gerade mit ihrer Familie eine Corona-Tragödie nach der anderen. Ihre Mutter (63) hat allem Anschein nach viele ihrer Familienmitglieder nach und nach mit dem gefährlichen Virus angesteckt.

Nun liegt die Schwester (43), Erzieherin und zweifache Mutter, in Köln im Koma. Sie schwebt in Lebensgefahr.

Kölner sollten Coronavirus ernster nehmen

Die Kinder ihrer Schwester und ihr Mann, alle haben sich im Mehrfamilienhaus angesteckt. Daniela N. will mit ihrer unglaublichen Familiengeschichte alle Kölner aufrütteln, die das Coronavirus immer noch nicht ernst nehmen und schon jetzt über die Aufhebung von Sicherheitsmaßnahmen nachdenken.

Corona-Drama in Kerpen: Daniela N. will  Bürger aufrütteln

„Meine Mutter arbeitet im Altersheim, wahrscheinlich hat sie sich dort bei einer Bewohnerin mit Corona angesteckt“, erklärt Daniela N., die selbst in Kerpen lebt. In welchem Altersheim ihre an Covid-19 erkrankte Mutter (63) arbeitet, will sie lieber nicht in der Zeitung lesen.

Zu groß ist die Angst, dass die Mutter kurz vor dem Ruhestand ihre Stelle verlieren könnte. Nach allem, was Daniela N. gerade in ihrer Familie erlebt, will sie wenigstens andere mit ihren Coronavirus-Erfahrungen aufrütteln. „Kölner sollten das Coronavirus und die Ansteckungsgefahr viel ernster nehmen“, apelliert N. und erzählt ihre dramatische Geschichte.

Kerpen: Frau (43) erkrankt an Corona, schwere Lungenentzündung

„Letzte Woche Mittwoch ist meine Schwester mit einer Lungenentzündung und hohem Fieber ins Krankenhaus gekommen, ein Rettungswagen wollte sie da schon nicht abholen, weil nicht klar war, ob sie auch infiziert ist“, erklärt Daniela N. emotional.

Das Testergebnis war positiv. Leider ging es der Schwester auch im Krankenhaus auf der Intensivstation immer schlechter.

Kerpen: Ärzte geben Malaria-Medikament gegen Corona

Am Sonntag wurde ihr das Medikament, das eigentlich gegen Malaria eingesetzt wird, gegeben.

„In der Hoffnung, dass die Therapie anschlägt. Es war aber keine Besserung in Sicht und das Fieber ist immer noch hoch“, so N.

Corona: Frau kämpft in Köln-Merheim um ihr Leben

Am Dienstag (7. April) wurde die Schwester von Daniela N. ins künstliche Koma gelegt und nach Köln-Merheim verlegt. Dort kämpft sie nun um ihr Leben. Auch dem Freund der Schwester ging es tagelang schlecht. Trotzdem habe er aber auf das Testergebnis gewartet und die Kinder nicht alleine lassen wollen.

„Meine Schwester wohnt mit ihren zwei Kindern und ihrem Freund zusammen. Dienstags kamen auch deren Ergebnisse, alle positiv“, erklärt N. weiter.

Coronavirus: Schwager muss mit hohem Fieber ins Krankenhaus

„Doch dann ging es auch ihm am Dienstag plötzlich richtig schlecht. Er musste ins Krankenhaus, doch wieder wollte der Rettungswagen nicht kommen, weil er Corona hat“, erklärt Daniela N. verzweifelt.

„Es gab keine Möglichkeit ihn zu holen, also musste er selbst mit hohem Fieber ins Krankenhaus fahren“, erklärt die 38-Jährige fassungslos. Sie hatte sich große Sorgen um ihren Schwager gemacht, der es zum Glück bis ins Krankenhaus geschafft hat und dort nun behandelt wird.

Besonders hervorheben möchte Daniela N. die außergewöhnliche Betreuung im Maria-Hilf-Krankenhaus-Bergheim, wo das Team alles für ihre Familie gebe.

Was Daniela N. besonders trifft und ratlos zurücklässt, ist die Situation der Kinder ihrer Schwester Michaela. Denn die sind jetzt erst einmal völlig alleine zuhause. Sie dürfen nirgendwohin und auch keiner zu ihnen.

„Die Kinder sind zwar schon 12 und 15 Jahre alt, aber ich verstehe trotzdem nicht, dass sie nicht betreut werden“, erklärt N. Beide Kinder würden bisher nur leichte Symptome des Coronavirus zeigen.

Extreme Coronavirus-Fälle beschäftigen gesamte Familie

Die Oma der Kinder wohne zwar direkt in der Wohnung darunter, sei aber gerade ebenfalls in Quarantäne und könne ihre Wohnung daher nicht verlassen. „Die Kinder müssen diese schreckliche Situation ganz alleine bewältigen!“

Momentan gehe es wenigstens ihrer Mutter einigermaßen. Die 63-Jährige fühle sich aber schwach. Was Daniela N. nicht loslässt ist, dass ihre Schwester keine bekannten Vorerkrankungen hat.

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„Weder meine Schwester, noch ihr Freund gehören zu einer Risikogruppe. Dieses Scheiß-Virus wird total unterschätzt, und es macht mich wütend, wie alleine man gelassen wird. Viele halten sich immer noch nicht an die Regeln und ich sehe immer wieder Menschen, die in Gruppen zusammenstehen und sich unterhalten.“

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Auf Ostern hat Daniela N. 2020 keine Lust. Doch für ihre kleine Tochter, die sich schon so sehr darauf freut, hat sie ihre Wohnung etwas geschmückt. In Gedanken wird sie aber bei ihrer Familie und vor allem bei ihrer Schwester sein, die sie schmerzlich vermisst.

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