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Vulgäre AttackeKölner Orte wurden auf Google Maps fies umbenannt

Deutschlandweit wurden die Namen von CDU-Parteibüros auf Google Maps um den Begriff „Eierhaus“ erweitert – auch in Köln und Region.

Copyright: Screenshot/Google Maps

Deutschlandweit wurden die Namen von CDU-Parteibüros auf Google Maps um den Begriff „Eierhaus“ erweitert – auch in Köln und Region.

Aktualisiert:

Bundesweit gibt es seit Mittwoch (8. April) unzählige Vorfälle. Ein vulgärer Protest gegen Friedrich Merz steckt anscheinend hinter der Maßnahme.

Der Vorgang sorgt für mächtig Wirbel: Viele Geschäftsstellen der CDU erscheinen im Kartendienst von Google momentan mit der Bezeichnung „CDU Eierhaus“. Auch die Karte von Köln zeigt entsprechende Einträge, beispielsweise in Deutz oder Porz. Von dieser Maßnahme sind ebenfalls CDU-Standorte im Rhein-Erft-Kreis, in Kerpen, Bornheim und Elsdorf tangiert.

In der Bundesstadt Bonn wurde sogar das dazugehörige Foto auf Google Maps modifiziert: Eine bearbeitete Aufnahme zeigt dort jetzt den Slogan „CDU Eierhaus“ über der Geschäftsstelle. Die Adressen der dargestellten „Eierhäuser“ sind jedoch nicht in jedem Fall korrekt, denn die Parteibüros werden oft in anderen Straßen verortet.

Urheber schreibt: Protest gegen Merz' Aussagen und Pläne

Im gesamten Bundesgebiet gibt es seit Mittwoch (8. April) zudem zahlreiche weitere Vorfälle – inzwischen ist auch die SPD vereinzelt von den Umbenennungen betroffen. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Aufklärung verschafft ein Bekenntnis im sozialen Netzwerk Threads, das zum Meta-Konzern gehört. Ein Nutzer mit dem Pseudonym „saftsackbeats“ hat sich dort zu den flächendeckenden Umbenennungen bekannt.

„Lieber Friedrich, da du dich öffentlich dazu geäußert hast, dass die Leute ruhig so viel demonstrieren können, wie sie wollen, habe ich dich beim Wort genommen. Immer mehr Standorte der CDU heißen von nun an ‚CDU Eierhaus‘. Da inhaltlich nichts Relevantes gelöscht wird, entsteht euch hierdurch keinerlei finanzieller Schaden. Dies ist eine Demonstration gegen deine mutmaßlich menschenrechtsverachtenden Statements und Vorhaben. Kussi, Dein Safti“, kann man dort nachlesen.

Der zeitliche Rahmen der Maßnahme könnte einen Osterscherz vermuten lassen. Tatsächlich dürfte der Hintergrund des Ganzen aber wesentlich vulgärer sein, da sich der Satz „Merz leck Eier“ in den vergangenen Wochen zu einem viralen Spruch entwickelt hat, vor allem in sozialen Medien, aber auch auf Demonstrationen.

Auslöser war das Plakat eines 18-Jährigen – Vorwurf der Verleumdung

Initiiert wurde der Trend durch das Einschreiten der Polizei gegen einen 18-Jährigen. Dieser hatte bei einer Schülerdemo gegen die Wehrpflicht im März in Berlin ein Schild mit dem Spruch hochgehalten. Die Polizei konfiszierte das Schild anschließend und nahm Ermittlungen wegen des Verdachts auf üble Nachrede und Verleumdung auf – was gemäß des Streisand-Effekts eine Debatte über Meinungsfreiheit auslöste.

Ziel dieser derben Protestform ist in erster Linie CDU-Chef Friedrich Merz (CDU). So wurde zum Beispiel für die Domain „leck-meine-eier.de“ eine Umleitung zur Biografie-Webseite des CDU-Politikers geschaltet.

Der Parteivorsitzende ist so unfreiwillig zu einem Eier-Meme geworden: Auf Instagram kursieren unzählige Bilder, die den „Merz leck Eier“-Spruch parodieren, und auch die Hip-Hop-Band „K.I.Z.“ hat die Phrase mittlerweile bei Konzerten und in Social-Media-Posts verwendet. Bei Demos waren zuletzt zudem Plakate und Sticker mit den Buchstaben „MRZ LCK EIER“ zu sehen. Der Linkenfraktionschef Sören Pellmann teilte kürzlich Fotos von solchen Aufklebern.

Nutzer können bei Google Maps Einträge selbst ändern

Die derzeitige Protestaktion auf Google Maps offenbart unterdessen eine Lücke beim Anbieter des Kartendienstes. Die Informationen bei Google Maps basieren auf Nutzer-Eingaben – diese können so auch bestehende Bezeichnungen korrigieren, etwa mit der Funktion „Karte bearbeiten“. Google Maps hat anscheinend kurzfristig viele Änderungen automatisiert übernommen, eine manuelle Prüfung auf Richtigkeit fand wohl nicht statt. Am Donnerstag waren zahlreiche CDU-Geschäftsstellen auf der Plattform wieder mit ihrem ursprünglichen Namen zu finden, andere waren jedoch weiterhin als „Eierhaus“ gelistet – auch in Köln und Umgebung.

Die CDU hat sich zu der vulgären Protestaktion bislang nicht geäußert. Gegenüber dem WDR antworteten die Christdemokraten in Düsseldorf mit „kein Kommentar“ – die Reaktion auf eine Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeigers“ an die Kölner CDU steht derweil noch aus.

Der Instagram- und Threads-User „saftsackbeats“ hat unterdessen sichtlich Freude an seinem Coup. Auf Instagram verbreitete der Account passende Memes und fragte zum Beispiel: „Wie viele Eierhäuser hat Friedrich Merz verdient? Die Antwort lautet: Ja!“ Die Maßnahme solle „ein kleines Schmunzeln in diesen dunklen Zeiten bescheren“, wird dort hinzugefügt. In einem Post legt der Nutzer seinen Followern schließlich nahe: „Genießt diesen Moment“ – wohl im Wissen, dass die Umbenennungen nicht lange Bestand haben dürften. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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