Jetzt spricht „Boba Fett” Nach Star-Wars-Schock: Kölner (42) hat eigene Erklärung

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Er ist „Boba Fett”: Der Kölner Philip Schnurr sorgte mit seiner Nerf Gun für Angst bei Passanten.

Köln – „Das war der absolute Schock. Man bummelt über die Ehrenstraße, schaut sich Sachen im Schaufenster an und wird dann zu Tode erschrocken“, berichtete eine Zeugin vor einer Woche, als EXPRESS über den Eklat rund um Boba Fett in der Innenstadt berichtete. „Man sieht das ja nicht sofort, dass der Typ nicht mehr alle Latten auf dem Zaun hat.“

Boba Fett in Köln: Jetzt spricht der Mann von der Star-Wars-Aktion

Am Mittwoch (7. Oktober) war ein bis dato unbekannter Mann mit einer Pistole und dem Kostüm des berühmten Star-Wars-Charakters über die Ehrenstraße gelaufen und zielte mit der Pistole, die auch Schussgeräusche abgab, auf Passanten. Begleitet wurde er vom „Imperial March”, der berühmten Melodie aus den „Star-Wars“-Filmen.

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Kurz nach 13 Uhr am Mittwoch (7. Oktober) auf der Ehrenstraße: Eine Frau versucht, sich vor dem Mann mit Nerf Gun in einen Hauseingang zu retten.

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Menschen riefen aus Angst die Polizei, die dem Mann einen Platzverweis sowie eine Anzeige ausstellte, aber einen Tag später auf der Wache 1 nochmal Bekanntschaft mit „Boba Fett” machte.

Köln: „Boba Fett” ist der 42-jährige Kölner Philip Schnurr

Erneut tauchte er mit der Pistole auf, soll nach EXPRESS-Informationen unverständlich gesprochen haben. Ein Drogentest war nach Angaben der Polizei positiv. Die zweite Anzeige folgte nach weniger als 24 Stunden.

Jetzt ist klar: Bei „Boba Fett” handelt es sich um den 42-jährigen Kölner Philip Schnurr. Und er hat seine eigene Sicht auf die Aktion in der Vorwoche. „Ich möchte klarstellen, dass dies eine Kunstaktion war”, sagt er im Gespräch mit EXPRESS. „Durch diese Aktion möchte ich auf die zunehmende Radikalisierung unserer Gesellschaft und das Kunst- und Kultursterben aufmerksam machen.”

Star-Wars-Aktion als Boba Fett in Köln war laut Schnurr eine Kunstaktion

In Sachen Kunst und Kultur befindet sich Köln durch Corona tatsächlich in einer schweren Zeit, aber warum musste die Aktion so provokant und vermeintlich gefährlich sein? „Ich habe ja nur eine fiktive Gefahr dargestellt, die nur in den Köpfen der Menschen existierte. Ich habe zu keinem Zeitpunkt wirklich jemanden bedroht”, sagt Schnurr.

Die Panik der Menschen sei also unbegründet gewesen. Einziger Haken: Das konnten die Anwesenden in dem Moment natürlich nicht wissen, viele hatten Angst vor möglichen „echten” Schüssen.

Corona-Leugner: Kölner feiert Michael Wendler und verbreitet wirres Zeug

Genau so – mit der fiktiven Gefahr im Kopf – verhält es sich laut Schnurr übrigens auch mit dem Coronavirus. Augenzeugen hatten bei seiner Aktion berichtet, er habe sich vor allem gegen Passanten mit Maske gewandt.

Und tatsächlich: Der allgemeinen Panik kann der 42-Jährige nichts abgewinnen. Auf Facebook feiert er Michael Wendler für seine Anti-Corona-Aussagen („Willkommen im Club der Rebellen”), liefert auch darüber hinaus wirres Zeug in Sachen Pandemie („Sklaven und Sklavenaufseher tragen Maske”).

Kölner Corona-Leugner: „Die Gefahr wird völlig überbewertet”

„Die Angst entsteht in unserem Kopf. Meines Erachtens wird die Gefahr, durch Corona zu sterben, völlig überbewertet, ähnlich der Bedrohung, die von mir ausging”, sagt er. Anhand von mittlerweile weltweit fast 1,1 Millionen Toten mit Corona-Infizierung eine mutige Analyse.

Immerhin: Für die Menschen, die bei der Boba-Fett-Aktion zur falschen Zeit am falschen Ort waren, hat er ein paar warme Worte parat. „Bei allen Menschen die sich erschrocken haben bitte ich um Entschuldigung und hoffe, sie haben sich von dem Schreck erholt.”   

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