Unfall auf Autobahn Sperrung mit heftigen Folgen für Verkehr Richtung Köln

Selbstjustiz auf Straße in Köln Mordprozess gestartet – Video zeichnete grausame Tat auf

Der Angeklagte hält sich einen Ordner vor das Gesicht.

Vor dem Landgericht Köln hat am Mittwoch (23. November 2022) der Prozess gegen einen 31-Jährigen wegen gemeinschaftlichen Mordes begonnen. 

Männer, die erst auf ein Auto, dann auf den Fahrer (†) einschlugen ... Rund acht Monate nach der Bluttat in Köln-Höhenberg hat der Prozess gegen einen der Tatverdächtigen begonnen.

Beim Prozessauftakt am Mittwoch (23. November 2022) wurde im Gerichtssaal ein Video der Tat vorgeführt. Szenen, so schlimm, dass sie sprachlos machen ...

Im März war in Köln-Höhenberg ein Smart am helllichten Tag und auf offener Straße von einer Horde Männer eingekesselt und der Fahrer (37) so schwer verletzt worden, dass er wenig später starb. Der nun Angeklagte (31) muss sich wegen gemeinschaftlichen Mordes aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen verantworten. 

Prozess in Köln gegen Mann (31) wegen gemeinschaftlichen Mordes

„Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, mit seiner Familie beschlossen zu haben, den Geschädigten allein aufgrund seiner Familienzugehörigkeit zu töten. Hieran sollten sich alle Mitglieder der Großfamilie des Angeklagten beteiligen“, erklärte Landgerichtssprecherin Michaela Brunssen im Vorfeld des Prozesses.

Unfassbar: Der 37-jährige Smart-Fahrer soll demnach Opfer einer vorangegangenen Streitigkeit zwischen seiner Großfamilie und der des Angeklagten geworden sein. Mutmaßlicher Auslöser des Streits: Diffamierungen. Für diese soll aber nicht der 37-Jährige, sondern sein Bruder verantwortlich gewesen sein.

Einsatzkräfte der Polizei kümmern sich um einen Verletzten, der auf der Straße liegt.

Einsatzkräfte kümmern sich um den 37-Jährigen, der am Donnerstag (10. März 2022) in Köln-Höhenberg von mehreren Männern angegriffen wurde.

Am 10. März 2022 gegen 15.30 Uhr soll der Angeklagte mit einigen mutmaßlichen Mittätern zur Bamberger Straße gegangen sein, wo bereits 25 bis 30 weitere Familienmitglieder gewartet haben sollen. Kurz darauf spielten sich schlimme Szenen ab. 

Mitglieder der angreifenden Großfamilie sollen den Smart eingekesselt und erst auf den Wagen, dann auf den Fahrer eingeschlagen haben. Unter anderem mit einem Hammer. Zudem sollen sie auf den Fahrer eingestochen haben. Auch, als er bereits reglos auf dem Boden lag. Der 37-Jährige kam mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus. Dort verstarb er trotz aller Bemühungen der Ärztinnen und Ärzte aufgrund eines Multiorganversagens und eines Hirnschadens.

Am 26. April, rund anderthalb Monate nach den tödlichen Angriffen, wurde der nun Angeklagte festgenommen. Der 31-Jährige soll laut Anklage an den Angriffen mitgewirkt und diese auch von etwas abseits verfolgt haben. 

Urteil vor Kölner Landgericht soll kurz vor Weihnachten fallen

Die grausame Tat war von einer Kamera aufgezeichnet worden. Das Video bezeichnete der Verteidiger des Angeklagten beim Prozessauftakt als „illegal gefertigt“, da die Kamera vor einem Lokal öffentlichen Bereich aufgenommen habe. Auf den Bildern sei zu sehen, wie sich ein gutes Dutzend Menschen wie wild, ekstatisch, auf das Opfer gestürzt habe.

An den Tathandlungen sei sein Mandant aber in keinster Weise beteiligt gewesen. „Er hat weder getreten, geschlagen, noch sonst in irgendeiner Weise auf das Tatgeschehen vor Ort eingewirkt.“ Der Angeklagte selbst hat sich zunächst nicht zu den Vorwürfen geäußert. 

Tötungsdelikt in Köln-Höhenberg: Zwei weitere Verdächtige in U-Haft

Für den Prozess vor der 11. Großen Strafkammer des Kölner Landgerichts sind insgesamt neun Verhandlungstage vorgesehen. Das Urteil soll kurz vor Weihnachten, am 22. Dezember, fallen.

Zwei weitere Verdächtige sitzen bereits ebenfalls in U-Haft, wie Ulrich Bremer, Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft am Montag (21. November 2022) gegenüber EXPRESS.de erklärte. „Die Anklageerhebung gegen sie steht unmittelbar bevor“, so Bremer.

Insgesamt wird gegen rund 30 Beschuldigte, darunter ermittelt. Nach vielen von ihnen wird gefahndet, sie sind international zur Festnahme ausgeschrieben. Es ist davon auszugehen, dass sie sich ins Ausland abgesetzt haben. Sie alle sind Mitglieder einer Großfamilie. (iri)

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