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Acht Wochen VollsperrungWichtige Haltestelle vor Mega-Umbau

Menschen steigen in eine Bahn.

Copyright: Michael Bause

Die Haltestelle Barbarossaplatz (Archivfoto aus 2023) wird umgebaut. 

Der Barbarossaplatz kriegt ein neues Gesicht! Doch für Fahrgäste bedeutet das erstmal: starke Nerven. Eine Vollsperrung droht.

Endlich ohne Stufen in die Bahn! Um das am Barbarossaplatz für die Linien 16 und 18 zu schaffen, plant die Stadt Köln eine gewaltige Baumaßnahme. Die Gleise der Stadtbahn sollen um etwa 30 Zentimeter tiefergelegt und die Bahnsteige erhöht werden. Ein entsprechender Ablaufplan ist Teil einer Ausschreibung, mit der die Verwaltung bis Anfang Juni eine Baufirma für das Großprojekt finden will. Die gesamte Umgestaltung soll gut anderthalb Jahre dauern.

Wer hier aussteigt, kennt das Problem: Die Bahnsteige sind viel zu niedrig. Jedes Mal müssen die Klapptreppen aus den Waggons ausfahren. Nur so kommt man überhaupt rein oder raus. Damit soll bald Schluss sein.

Millionen-Projekt mit langem Vorlauf

Doch bevor die Bagger richtig rollen, wird es dauern. Der Terminplan sieht vor, dass zuerst nach alten Bomben im Boden gesucht wird. Der eigentliche Baubeginn, zum Beispiel für provisorische Haltestellen, ist erst für Anfang Januar 2027 geplant. Im April 2028 soll dann alles fertig sein. Das ganze Vorhaben kostet eine Stange Geld: 14,2 Millionen Euro sind dafür veranschlagt.

Besonders hart trifft es Fahrgäste im Sommer 2027. Für satte acht Wochen, vom 17. Juli bis zum 27. September 2027, geht auf den Linien gar nichts mehr – Vollsperrung! In der restlichen Bauzeit sollen die Arbeiten bei normalem Bahnbetrieb weitergehen.

Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) halten sich noch bedeckt. Man sei in enger Abstimmung mit der Stadt, heißt es. Ein Sprecher erklärte dazu: „Noch ist es zu früh, über den Stadtbahn-Betrieb in den verschiedenen Bauphasen zu berichten. Es wird unterschiedliche Trennungsphasen und auch Ersatzbus-Verkehre geben.“

Warum die Vollsperrung erst so spät kommt? Dazu äußerte sich die Stadtverwaltung schon 2022. In einer Mitteilung hieß es damals: „Aufgrund der enormen Auswirkungen auf den Stadtbahnbetrieb und zahlreicher weiterer anstehender Sperrungen im Stadtbahnnetz in den nächsten Jahren wurde kein früherer Zeitpunkt für eine achtwöchige Vollsperrung im Innenstadtbereich von der KVB genehmigt.“

Ein Knotenpunkt für 30.000 Menschen täglich

Die Zahlen sprechen für sich: Jeden Tag nutzen über 30.000 Fahrgäste den Barbarossaplatz zum Ein- und Aussteigen. Die Stadt selbst stuft ihn als „eine sehr wichtige Umsteigehaltestelle“ ein.

Aktuell kreuzen alle vier Linien – die Ringbahnen 12 und 15 sowie die Stadtbahnen 16 und 18 – den Platz über der Erde. Wichtig zu wissen: Der hindernisfreie Ausbau betrifft ausschließlich die Bahnsteige der Linien 16 und 18.

Und es tut sich noch mehr für die Optik: Die Wartehäuschen am Barbarossaplatz sollen ein grünes Dach bekommen. Entworfen wurden sie vom Architekturbüro Menzel aus Brühl. Diese Begrünung ist ein Testlauf für die Stadt. Zusätzlich ist eine Neuordnung des Straßenbereichs geplant.

Animation einer Bahnhaltestelle, die beiden Wartehäuschen sind grün bewachsen.

Copyright: Menzel Architekten Brühl

So soll es am Barbarossaplatz mal aussehen.

Ein Dauerbrenner mit Zündstoff: die Machbarkeitsstudie für den Barbarossaplatz. Bereits 2020 gab der Stadtrat grünes Licht. Die Studie sollte prüfen, ob die Linie 18 in einen Tunnel verlegt werden kann. Doch dann begann die große Warterei. 2022 verkündete die Stadt einen Start für 2023. Ein Jahr später wurde der Beginn auf frühestens 2026 verschoben. Diese Verzögerungstaktik sorgte im Rat für mächtig Ärger.

Und jetzt der Hammer: Auf Nachfrage gesteht eine Sprecherin der Stadtverwaltung: „Die Machbarkeitsstudie ist aktuell noch nicht begonnen worden – entsprechend ist aktuell auch nicht zu sagen, wann sie abgeschlossen ist.“

Die Erklärung für das Zögern ist die gleiche wie zuvor: Man will mit der Untersuchung näher an einer eventuellen Realisierung sein. Das betrifft besonders die denkbare Verlegung der Linie 16 in den Tunnel der Nord-Süd-Stadtbahn. Die Sprecherin erläuterte: „Andernfalls droht die Gefahr, dass eine Machbarkeitsstudie bis zur Konkretisierung der Planung und Umsetzung bereits wieder veraltet ist und erneut angepasst beziehungsweise aktualisiert werden muss.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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