Corona-Karneval Gänsehaut am 11.11.: Eine Sache hat Köln der Welt deutlich gezeigt

Basti_Kommentar

EXPRESS-Redakteur Bastian Ebel ist stolz auf das Verhalten der Kölnerinnen und Kölner am 11.11..

Köln – Wie werden die Kölner Karnevalisten auf den wohl traurigsten 11.11. inmitten der Corona-Pandemie aller Zeiten reagieren? Werden sie dem Aufruf von Stadt und Festkomitee folgen? Oder gibt es doch „Jecke“, die feiern werden? Diese Fragen haben sich zur Sessionseröffnung und den damit verbundenen drastischen Auflagen gestellt. Die Kölner Karnevalisten haben diese Fragen klar beantwortet, meint unser Autor. Ein Kommentar.

Saufen und Grölen! Wer Köln und das Rheinland nicht kennt, hat sein Bild vom Kölner Karneval schon längst manifestiert. Dazu trägt auch überregionale Berichterstattung bei, die oftmals mit wenig Gefühl die Eigenheiten des größten Volksfestes der Welt begleitet.

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Auch EXPRESS unterstützte die erfolgreiche Kampagne #diesmalnicht von Stadt und Festkomitee.

Deshalb wird dann schnell gesagt: „Habt ihr nichts Wichtigeres als den Karneval?“ Argumente, dass nur der Kölner Karneval durch Jobs 6500 Menschen und Familien ernährt, knapp eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr fährt und insgesamt zwei Millionen Euro an karitative Einrichtungen in der Stadt spendet, erreichen diese Betrachter kaum.

11.11. in Köln: Lob beim „heute Journal“

Und was macht Köln? Selbst „heute Journal“-Moderator Christian Sievers war im ZDF fast schon baff, als er die Polizeibilanz am 11.11. vorlas: „Insgesamt vier!“ Pause. „Vier Mal musste die Kölner Polizei Menschen auf Alkoholkonsum ansprechen“, teilte er voll des Lobes der deutschen Fernseh-Gemeinde mit.

Lob? Das ist fast schon untertrieben! Denn was ausgerechnet die angeblich so „oberflächlichen“ und „weltfremden“ Kölner Karnevalisten am 11.11. gezeigt haben, könnte als DAS Signal der Corona-Pandemie in die Geschichte eingehen. Und zwar deutschlandweit. Da kann Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin noch so oft an die Solidarität der Menschen im übrigen Deutschland appellieren: Köln hat diese Worte am 11.11. mit Leben gefüllt, um Leben zu erhalten.

11.11. in Köln: Zusammenhalt in Corona-Krise war trotz Leere spürbar

„Den Kölner Karneval muss man erleben und spüren“. Ein oft zitierter Satz der Menschen in dieser Stadt. Wer am Mittwoch in Köln unterwegs war, der konnte alle schönen Facetten dieser Stadt spüren: Es war niemand da, aber jeder konnte eine unglaubliche Solidarität spüren. Das tat gut, das machte eine Gänsehaut. Wohl wissend, dass hinter den Mauern Kölns Existenzen bedroht sind und viele Menschen unter den Auflagen und den Folgen von Corona leiden müssen.

Flugzeppelin_Garde

Die Roten Funken schickten einen Zeppelin mit den Aufschriften „bliev zohuss” und „bleibt gesund” über die Stadt.

Köln, das war ganz groß, überragend und ein Kraftakt der Superlative! Vielleicht mag es romantisch klingen: Aber es wäre der Stadt und den Menschen zu wünschen, diesen Schwung jetzt durch diese dunkle Zeit mitzunehmen. Köln hat der Welt bewiesen, wozu die Menschen fähig sind.

Jeder und jede Einzelne, die im Homeoffice oder auf der Couch dazu beigetragen haben. Das macht doch Mut. Hey, Deutschland: Nimm dir ein Beispiel an Köln. Und dem Kölner Karneval.

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