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Warum Männer nicht über Sex reden!Das steckt dahinter!

Copyright: Louisa Noack/DALL:E

Vollgas auf der Straße, Funkstille im Kopf: In männerdominierten Szenen wie dem Drifting bleiben Gespräche über Sexualität oft unausgesprochen.

Hier wird’s heiß: Männer reden über Autos, Sport, Musik, Leistung, Erfolg! Aber über die eigene Sexualität? Da wird es oft erstaunlich still. Eine neue Kampagne will genau dieses Schweigen brechen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern dort, wo viele Männer ohnehin unterwegs sind: in der Street Culture, im Sport, in der Musik, im Humor und eben auch in der Drift-Szene. Was die damit zu tun hat, weiß Louisa Noack.

Eine Kampagne will männliche Lust enttabuisieren

Zum sogenannten „Masturbation May“ startet die japanische Pleasure-Marke TENGA die internationale Kampagne „Gear Up, Dude!“. Die Idee dahinter: Produkte für männliches Vergnügen sollen nicht länger als etwas Heimliches, Peinliches oder Isoliertes betrachtet werden, sondern als Teil von Sexual Wellness und Self-Care.

Dafür arbeitet TENGA mit unterschiedlichen Creators, Athleten und Entertainern zusammen – unter anderem aus BMX, Drifting, Bike-Messenger-Kultur, Musik und Comedy. Mit dabei sind internationale Gesichter wie Tim Chantarangsu von MTVs „Wild ’N Out“, BMX-Flatland-Weltmeister Viki Gomez, Viral-Creator Keido Kindness und lokale Szenegrößen wie das Kaizen Drifting Team.

Die Kampagne setzt bewusst auf kurze Videos, Social-Media-Content und Communitys, die sonst nicht unbedingt als erste Orte gelten, an denen Männer offen über Sexualität sprechen. Die zentrale Botschaft: Wer sich für seine Hobbys, Leidenschaften und seinen Alltag mit dem richtigen „Gear“ ausstattet, darf das auch für das eigene sexuelle Wohlbefinden tun.

Vom großen Thema zur Drift-Szene

Dass genau diese Verbindung erst einmal ungewöhnlich wirkt, zeigt das Beispiel des Kaizen Drifting Teams. Denn Drifting und männliche Sexualität – das war für sie zunächst keine naheliegende Kombination. „Drifting und männliche Sexualität haben überhaupt nicht zusammengepasst.“

Erst eine konkrete Situation brachte Bewegung in das Thema. Bei einem Drift-Event in Japan machte ein Freund ein TENGA-Giveaway. Plötzlich war da ein Gesprächsanlass, der vorher nicht da war.

„Als ein Freund bei einem Drift-Event in Japan ein TENGA-Sextoy als Giveaway dabeihatte, haben sich Gespräche darüber ergeben. Das Toy auch zu Events mitzubringen, hat dem Ganzen eine spielerische, humorvolle Note gegeben und Gespräche über männliche Sexualität normalisiert.“

Genau darin liegt der Punkt der Kampagne: Nicht jeder Mann setzt sich abends hin und sagt: „So, jetzt sprechen wir mal offen über meine Sexualität.“ Oft braucht es einen Umweg. Einen Gegenstand. Einen Witz. Eine Aktion. Einen Moment, der das Thema aus der Peinlichkeitszone holt.

Warum Männer oft nicht über Sexualität sprechen

Die Antworten des Teams zeigen deutlich: Es geht nicht nur um Sexspielzeug. Es geht um ein größeres Muster. Viele Männer tun sich schwer, über intime, verletzliche oder persönliche Themen zu sprechen.

„Ich glaube, Männer tun sich generell schwer damit, über schwierige Themen zu sprechen. Wir neigen dazu, negative Gefühle in uns hineinzufressen und für uns zu behalten. Das gilt auch für ernsthafte Gespräche über Sexualität, weil es ein sehr persönliches Thema ist.“

Das ist der eigentliche Kern: Sexualität ist nicht nur Körper. Sie berührt Selbstbewusstsein, Unsicherheit, Scham, Leistungsdruck, Lust, Nähe und das eigene Männerbild. Wer gelernt hat, Probleme mit sich selbst auszumachen, spricht oft auch über sexuelle Fragen nicht offen.

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Den ganzen Monat Mai über können Kundinnen und Kunden den Code MM10 verwenden, um 10% Rabatt auf alle Produkte zu erhalten. Der Code kann während des gesamten Kampagnenzeitraums unbegrenzt verwendet werden.

In männlichen Szenen bleibt vieles unausgesprochen

Street Culture, Sport, Motoren, Tempo, Wettbewerb – viele dieser Welten sind stark männlich geprägt. Nach außen geht es um Können, Coolness, Kontrolle. Doch genau in solchen Umfeldern kann es schwer sein, über Themen zu sprechen, die nicht in dieses Bild passen.

Das Kaizen Drifting Team beschreibt es so: „Ich denke, tiefgehende Gespräche über männliche Sexualität sind in manchen Kulturen immer noch tabu, was es schwierig macht, darüber zu sprechen. Männer neigen dazu, solche Themen zu internalisieren, etwa aus Angst, ‚schwach‘ zu wirken, andere damit zu belasten oder die Stimmung nicht herunterziehen zu wollen.“

Dieser Satz erklärt viel. Denn es geht nicht darum, dass Männer nichts fühlen oder keine Fragen haben. Es geht darum, dass viele gelernt haben, diese Themen lieber bei sich zu behalten. Nicht auffallen. Nicht nerven. Nicht die Stimmung kippen lassen. Nicht schwach wirken. Und so bleibt vieles im Inneren stecken.

Freundschaften entstehen oft über Hobbys – nicht über Gefühle

Besonders ehrlich wird es bei der Frage, wann zuletzt ein Gespräch unter Männern stattfand, das nicht nur um Autos, Leistung oder Spaß ging. „Es ist schon lange her, dass ich mit meinen männlichen Freunden ein ernstes Gespräch geführt habe, das über die Hobbys hinausgeht, die uns verbinden.“

Das ist kein Einzelfall. Viele Männerfreundschaften funktionieren über gemeinsame Aktivitäten. Man trifft sich zum Sport, am Auto, beim Gaming, beim Bier, auf Events. Das kann verbindend sein, aber es schafft nicht automatisch Raum für Tiefe.

„Die meisten Männer treffen sich rund um gemeinsame Interessen. Dadurch ist es schwierig, andere, schwierigere Themen anzusprechen, weil man die lockere Stimmung nicht verändern will. Es braucht viel Zeit und Vertrauen, bis Gespräche wirklich in die Tiefe gehen.“

Gerade darin steckt eine wichtige Beobachtung: Nähe unter Männern entsteht oft indirekt. Über Tun. Über gemeinsame Erlebnisse. Über Humor. Aber wenn es um Verletzlichkeit geht, fehlt manchmal die Brücke.

Was Männer dringend lernen sollten

Auf die Frage, welche Botschaft sie Männern in Sachen Selbstbewusstsein und Umgang mit sich selbst mitgeben würden, antwortet das Team ohne große Pose:

„Ich denke, alle Männer sollten lernen, sich selbst so zu akzeptieren, wie sie sind, und einfach sie selbst zu sein. Wir haben nur dieses eine Leben, und wir konnten uns nicht aussuchen, mit welchen Voraussetzungen wir starten. Aber wir können entscheiden, wie wir dieses Leben leben.“

Das klingt schlicht, ist aber ziemlich zentral. Denn viele sexuelle Unsicherheiten entstehen aus Vergleich. Aus Druck. Aus der Angst, nicht „richtig“ zu sein. Nicht erfahren genug. Nicht selbstbewusst genug. Nicht leistungsfähig genug. Nicht männlich genug.

Die Kampagne versucht, genau an dieser Stelle anzusetzen: männliche Sexualität nicht als Tabu, Witznummer oder Leistungsprüfung zu behandeln, sondern als etwas, über das man normal sprechen kann.

Passend dazu gibt es im Store von TENGA Produkte für Männer. Frech, mutig und ganz anders, als herkömmliche Sextoys:

Copyright: TENGA PR

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Therapeutische Einschätzung

Aus therapeutischer Sicht ist das spannend, weil Sexualität bei Männern häufig mit Erwartungen verknüpft ist: funktionieren, performen, souverän sein. Gleichzeitig fehlen vielen Männern geschützte Gesprächsräume, in denen sie Unsicherheiten überhaupt formulieren können.

Wenn Männer untereinander selten über persönliche Themen sprechen, entsteht schnell das Gefühl: Nur ich habe Fragen. Nur ich bin unsicher. Nur ich denke darüber nach.

Dabei ist das Gegenteil der Fall. Viele Männer beschäftigen ähnliche Themen; sie sprechen nur nicht darüber. Und genau deshalb können niedrigschwellige Gesprächsanlässe wichtig sein. Humor, Popkultur, Social Media oder eine Kampagne aus der Street Culture können Türen öffnen, die ein klassisches Aufklärungsgespräch vielleicht nie öffnen würde.

Vom Drift zurück zum großen Männer-Thema

Das Kaizen Drifting Team ist also nur ein Beispiel innerhalb einer größeren Kampagne. Aber gerade dieses Beispiel zeigt gut, worum es im Kern geht: Wenn Sexualität plötzlich in einem Umfeld auftaucht, in dem sonst über Motoren, Geschwindigkeit und Technik gesprochen wird, entsteht Irritation, aber auch eine Chance.

Denn vielleicht brauchen Männer nicht immer den großen ernsten Moment. Vielleicht braucht es manchmal genau so einen Einstieg: überraschend, spielerisch, ein bisschen schräg. Und dann kann aus einem Giveaway plötzlich ein Gespräch werden.

Fazit: Männer brauchen mehr Räume für ehrliche Gespräche

„Gear Up, Dude!“ ist damit mehr als nur eine bunte Social-Media-Kampagne. Sie greift ein Thema auf, das viele Männer betrifft: das Schweigen über Sexualität, Unsicherheiten und den eigenen Umgang mit sich selbst.

Ob BMX, Comedy, Musik oder Drifting – die Kampagne bringt das Thema dorthin, wo Männer bereits sind. Nicht in einen Seminarraum, nicht auf die Therapiecouch, sondern mitten in ihre Communitys.

Und vielleicht ist genau das der Trick: Männer nicht erst aus ihrer Welt herausholen, sondern das Gespräch in ihre Welt hineinbringen.

Denn am Ende geht es nicht nur um Lust. Es geht um Selbstakzeptanz. Um Sprache. Um Vertrauen. Und um die Frage, warum ein Thema, das so viele betrifft, noch immer so selten offen besprochen wird.

Oder, um es in der Logik der Kampagne zu sagen: Manchmal reicht ein Impuls von außen, um Themen sichtbar zu machen, über die sonst geschwiegen wird.

FAQ

Warum sprechen viele Männer nicht offen über Sexualität?Weil persönliche Themen häufig als schwierig empfunden und eher für sich behalten werden.

Was braucht es für ehrlichere Gespräche?Zeit, Vertrauen und Situationen, in denen solche Themen Platz haben.

Was will die Kampagne erreichen?Sie möchte Gespräche über männliche Sexualität normalisieren und zugänglicher machen.

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