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Immer geschniegelt?Warum wir uns viel zu oft für andere anziehen

Copyright: Louisa Noack / KI-generiert

In ihrer Kolumne „Liebe. Leben. Köln.“ schreibt Louisa Noack über Liebe, Beziehungen und die kleinen Geschichten, die das Leben in Köln jeden Tag bereithält. Manchmal beginnt echter Stil genau in dem Moment, in dem wir aufhören, jemand anderes sein zu wollen.

Was ziehe ich bloß an? Diese Frage stellen sich viele Frauen häufiger, als ihnen lieb ist. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Die größten Stilvorbilder sind Michelle Obama und Iris Berben. Und plötzlich habe ich mich gefragt: Ziehen wir uns eigentlich für uns selbst an oder für die anderen?

Es gibt diesen Moment, den wahrscheinlich jede Frau kennt. Der Kleiderschrank ist voll. Und trotzdem stehen wir davor und sagen: „Ich habe nichts anzuziehen.“ Nicht, weil wirklich nichts da wäre. Sondern weil wir plötzlich anfangen zu überlegen, was die anderen wohl tragen werden.

Genau darüber bin ich in dieser Woche gestolpert. Eine aktuelle Umfrage von QVC und Designer Steffen Schraut zeigt, dass sich viele Frauen modisch von starken Persönlichkeiten inspirieren lassen. Ganz vorne: Michelle Obama. Bei den Frauen über 55 liegt Iris Berben sogar auf Platz eins. Die Jüngeren sehen dagegen Rihanna, Sylvie Meis oder Heidi Klum als ihre größten Stilvorbilder.

Also habe ich natürlich Zoe gefragt. Zoe, 19, meine Gen-Z-Expertin, schaute mich an und sagte: „Ganz ehrlich? Ich ziehe das an, worin ich mich wohlfühle. Wenn es anderen nicht gefällt, ist das deren Problem.“

Mit 19 war ich definitiv nicht so. Ich habe mich eher gefragt, ob ich overdressed bin. Oder underdressed. Oder einfach komplett daneben.

Später erzählte ich Franco, dem italienischen Barbesitzer meines Vertrauens, von der Umfrage. Er musste lachen. „Louisa“, sagte er, „weißt du, wer bei mir am besten angezogen ist?“

Ich schüttelte den Kopf. „Die Menschen, die nach fünf Minuten vergessen haben, was sie überhaupt tragen.“ Ich liebe diesen Satz. Denn vielleicht ist genau das der Unterschied.

Stil beginnt nicht im Kleiderschrank. Sondern in der Haltung. Michelle Obama wirkt nicht beeindruckend, weil sie ein bestimmtes Kleid trägt. Iris Berben wird nicht zur Stil-Ikone wegen einer bestimmten Farbe. Beide strahlen etwas aus, das man nicht kaufen kann: Sie fühlen sich offenbar wohl in ihrer Haut.

Vielleicht ist das die schönste Erinnerung zum Ende des Sommers. Du musst nicht aussehen wie jemand anderes. Du musst dich nicht ständig fragen, ob dein Outfit für die Location reicht. Und du musst schon gar nicht glauben, dass ein perfekter Abend vom perfekten Kleid abhängt.

Deshalb kommt hier mein heißer Tipp für diese Woche: Schnapp dir dein Lieblingsoutfit, egal ob Sneaker oder High Heels, Hemd oder Sommerkleid, und gönn dir einen Feierabend, der sich nach Wochenende anfühlt. Beim After-Work-Renntag auf der Galopprennbahn Köln-Weidenpesch treffen Pferderennen, entspannte Atmosphäre, Weinbar, Biergarten und später sogar eine große After-Race-Party aufeinander. Für mich klingt das nach einer perfekten Gelegenheit für ein erstes, zweites oder auch hundertstes Date. Alle Infos findest du hier:

hier zur Webseite von Köln Galopp

Und weißt du was? Vielleicht ist das schönste Outfit am Ende doch das, in dem du dich nicht einmal mehr daran erinnerst, was du anhattest.

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