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Deutschland zieht blankWas wir von FKK wirklich lernen können

Copyright: Montage / Louisa Noack

In ihrer Kolumne „Liebe. Leben. Köln.“ schreibt Louisa Noack über Liebe, Beziehungen und die kleinen Geschichten, die das Leben in Köln jeden Tag bereithält. Manchmal braucht es für einen unvergesslichen Sommerabend weder perfekte Outfits noch perfekte Körper – sondern einfach gute Menschen und gute Musik.

Deutschland gehört zu den beliebtesten FKK-Ländern Europas. Das zeigt ein neuer FKK-Index des Erotikportals EROTIK.com. Sechs deutsche Strände schaffen es unter die Top Ten. Und trotzdem frage ich mich: Warum fällt es uns manchmal leichter, nackt am Strand zu sein als locker auf einer Party?

Als ich den neuen FKK-Index gelesen habe, musste ich wirklich schmunzeln. Deutschland gehört zu den beliebtesten FKK-Ländern Europas. Sechs deutsche Strände landen unter den Top Ten. Ich hätte ehrlich gesagt mit Spanien, Kroatien oder Frankreich gerechnet. Aber nein. Offenbar ziehen wir Deutschen ziemlich gerne blank. Natürlich musste ich darüber mit Zoe, 19, meiner Gen-Z-Expertin, sprechen.

„FKK?“, fragte sie und verzog das Gesicht. „Also mit fremden Menschen komplett nackt am Strand? Das wäre so gar nichts für mich.“

Ich musste lachen. Denn gleichzeitig ist ihre Generation wahrscheinlich so selbstbewusst wie keine zuvor. Auf Social Media wird gepostet, getanzt, gelacht und manchmal auch ziemlich viel Haut gezeigt.

„Das ist doch etwas ganz anderes“, erklärte Zoe sofort. „Da entscheide ich selbst, was ich zeigen möchte.“ Ein spannender Gedanke.

Vielleicht geht es bei FKK nämlich gar nicht ums Ausziehen. Sondern ums Wohlfühlen. Später habe ich Franco, den italienischen Barbesitzer meines Vertrauens, gefragt, was er davon hält.

Er grinste. „Louisa, wer mit sich selbst im Reinen ist, braucht weder viel Stoff noch viel Show.“ Da war sie wieder. Diese herrlich einfache Lebensweisheit.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum FKK bis heute funktioniert. Niemand interessiert sich dafür, ob dein Bauch flach ist, ob deine Badehose zur Sonnenbrille passt oder welches Label auf deinem Handtuch steht.

Und irgendwie wünsche ich mir genau dieses Gefühl manchmal auch für den Alltag. Ein bisschen weniger Vergleichen. Ein bisschen weniger Perfektion.

Ein bisschen mehr: „So bin ich eben.“ Und bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, am Wochenende alle Hüllen fallen zu lassen, kommt hier lieber mein heißer Tipp für dieses Wochenende:

Im PARK Café wird am Samstag zu den größten Hits der 90er und 2000er gefeiert. Als ich den Titel „Love is everywhere“ gelesen habe, musste ich sofort an meinen absoluten Lieblingshit denken:„It's Getting Hot in Here“ - und musste ihn sofort wieder an den FKK-Index denken. Keine Sorge: Ausgezogen wird dort natürlich nicht. Stattdessen wird garantiert getanzt, mitgesungen und hoffentlich ganz viel gelacht. Manchmal ist genau das schließlich die schönste Art, einen Spätsommerabend zu verbringen. Alle Infos findest du hier:

hier gibt es alle Infos und Tickets

Vielleicht müssen wir gar nicht mutiger werden, indem wir weniger anziehen. Vielleicht reicht es schon, wenn wir öfter einfach wir selbst sind.

Wer bezahlt beim ersten Date?
Ich glaube, wir diskutieren die falsche Frage