Fünf Tage ist die frisch sanierte Südseite der Mülheimer Brücke erst freigegeben und schon gibt es Schmierereien.
Fünf Tage nach FreigabeSchon die erste Sauerei auf Mülheimer Brücke

Erst fünf Tage ist es her, dass der Verkehr auf der Mülheimer Brücke von der Nord- auf die frisch sanierte Südseite verlegt wurde. Und schon ist das neue Brückengrün an den mächtigen Pylonen nicht mehr makellos.
An einem der Brückenpfeiler prangen jetzt großflächige Schmierereien: ein schwarzes Tag mit weißer Outline, daneben ein pink-lila gesprühter Schriftzug mit dem Kürzel „SA“. Zu übersehen sind die Graffiti nicht. Sie sitzen direkt auf Augenhöhe am Fuß- und Radweg.
Mülheimer Brücke: Pylon schon beschmiert
Die Sanierung der Mülheimer Brücke läuft bereits seit 2018, immer wieder verzögert durch Kostensteigerungen und spät entdeckte Korrosionsschäden im Stahlbeton.
Erst am 22. Oktober wurde die neue Südseite für den Verkehr freigegeben, mit frischem Asphalt, neuen Geländern und eben jener grünen Farbe an den historischen, 1929 errichteten Pylonen.
Gleichzeitig startete die Sanierung der nördlichen Brückenhälfte – die letzte Bauphase. Nach aktuellem Stand soll die komplette Sanierung rund 500 Millionen Euro kosten und bis 2029 dauern.
Die Mülheimer Brücke war die erste Brücke überhaupt, die in der sogenannten patinagrünen Farbe gestrichen wurde, die später als Kölner Brückengrün bekannt wurde und bis heute fünf der acht Rheinbrücken in der Stadt prägt. Das Kölner Brückengrün geht auf Konrad Adenauer, zunächst als Kölner Oberbürgermeister, später als Bundeskanzler, zurück.

Copyright: Matthias Trzeciak
Kurz nach der Sanierung – Graffiti auf der Mülheimer Brücke
Ganz neu ist das Graffiti-Problem nicht: Auch die neue Leverkusener Brücke wurde nach ihrer Freigabe im Februar 2024 ruckzuck mit Graffiti und Aufklebern verschandelt und verschmiert.
Rechtlich ist das kein Kavaliersdelikt: Wer ohne Erlaubnis eine Oberfläche besprüht, macht sich nach Paragraf 303 Absatz 2 Strafgesetzbuch wegen Sachbeschädigung strafbar. Je nach Größe des Graffitos können laut Rechtsexperten zwischen 600 und 2000 Euro an Reinigungskosten fällig werden, die dem Verursacher in Rechnung gestellt werden können. Dafür muss der Täter allerdings erst mal erwischt werden.
Ob und wie schnell die Stadt die Schmierereien entfernen lässt, ist bislang offen.
