Der Betreiber der Stadthalle Mülheim wetterte gegen eine 94.000-Euro-Rechnung der Stadt. Die Tiefgarage sorgt für Frust.
Riesenzoff um Tiefgarage94.000 Euro! Kölner Hallenbetreiber kann es nicht fassen

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Das Gebäude der Stadthalle in Köln-Mülheim. Darunter befindet sich eine Tiefgarage.

Eine saftige Rechnung in Höhe von 94.000 Euro bringt Daniel Rabe richtig auf die Palme.
„Das ist finanziell höchst unmoralisch, überhaupt nicht fair, und wir sind nicht bereit, das länger hinzunehmen“, schreibt Rabe, der zusammen mit seiner Frau Reja vor vier Jahren die Stadthalle in Köln-Mülheim übernommen hat, auf Instagram.
Stadthalle Mülheim: Rechnung in Höhe von 94.000 Euro – Stadt äußert sich
Die Rechnung kommt von der Stadt Köln. Die Hälfte der 94.000 Euro soll er für zwei Jahre bezahlen, weil die städtische Tiefgarage unter seiner Halle abends zwei Stunden länger geöffnet hat.
2024 setzte er durch, dass die von der Firma Contipark im Auftrag der Stadt betriebene Tiefgarage künftig länger öffnet.
„Dadurch, dass wir dafür gekämpft haben, dass diese Tiefgarage auch zwischen 22 und 0 Uhr geöffnet hat, damit unsere Gäste zwischen 19 und 23 Uhr dort parken können, verdient die Stadt grob überschlagen im Jahr zwischen 120.000 und 200.000 Euro zusätzlich“, rechnet Rabe vor. „Und stellt uns jetzt 94.000 Euro in Rechnung, weil die Stadt mehr Geld verdient?“
Die Stadt erklärt dazu auf EXPRESS.de-Nachfrage: Bedingung sei gewesen, dass sich der Stadthallen-Betreiber zur Hälfte an den zusätzlichen Personalkosten beteiligt. Genau dafür habe Contipark nun Rechnung gestellt: insgesamt rund 94.000 Euro für zwei Jahre, davon rund 46.700 Euro für die Stadthalle und 46.700 Euro für die Stadt selbst.
Rabe hält die Summe trotzdem für völlig überzogen. Zwölf Personalstunden pro Woche, sechs Tage lang je zwei Stunden, bei einem Stundenlohn von rund 14 bis 16,50 Euro – „ich komme nicht auf mehr als 8700 Euro im Jahr“, sagt Rabe. Macht nach seiner Rechnung rund 17.000 Euro für zwei Jahre. Nicht 46.700 Euro.
Rabes Vorwurf, die Stadt verdiene durch die längeren Öffnungszeiten zusätzlich zwischen 120.000 Euro und 200.000 Euro im Jahr, weist die Stadt zurück. „Die Schätzung des Betreibers der Stadthalle kann nicht bestätigt werden. Die Mehreinnahmen betrugen in etwa 800 Euro monatlich“, teilt eine Sprecherin mit. Das wären im Jahr 9600 Euro. Klar ist: Im Zweifel streiten die Parteien bis vors Gericht.
Stadthalle Mülheim: Tiefgarage in schlechtem baulichen Zustand
Neben der Rechnung ärgert Rabe vor allem der bauliche Zustand der Tiefgarage. Seit vier Jahren dringe bei Regen Wasser durch einen Riss, vor anderthalb Jahren habe er mit sämtlichen zuständigen Gewerken gesprochen und die Dringlichkeit erklärt – passiert sei bis heute nichts, sagt Rabe.
Die Stadt bestätigt das Grundproblem, sieht aber keine akute Gefahr: „Es ist der Stadt Köln bekannt, dass die Abdichtung der Tiefgarage mangelhaft ist. Infolge bauordnungsrechtlicher Prüfungen gibt es derzeit keinen Anlass, die Garage als nicht verkehrssicher einzustufen“, erklärt eine Sprecherin der Stadt.
Am 4. September 2026 habe die letzte wiederkehrende Prüfung von Sonderbauten nach Prüfverordnung NRW stattgefunden, ein regelmäßiges bauliches Monitoring laufe. Eine vorübergehende oder dauerhafte Schließung sei derzeit nicht geplant.
