Express · Community

Kommentare · 0

Zum Inhalt springen

Achtung, LebensgefahrKölns geheime Röhren – Betreten streng verboten

Aktualisiert:

Wegen des extremen Niedrigwassers kommen am Kölner Rheinufer gerade Dutzende sonst unsichtbare Tunnelöffnungen zum Vorschein. Betreten ist streng verboten.

Der Rhein fällt und fällt – und plötzlich sind sie da: Entlang des Kölner Ufers tauchen zurzeit auffällig viele Tunnelöffnungen auf, die sonst unter der Wasseroberfläche verborgen liegen.

Grund ist das aktuelle Niedrigwasser: Der Pegel Köln lag am Mittwochmittag (30. September) bei nur 43 Zentimetern.

Bei Niedrigwasser werden die Rheinauslässe sichtbar

Was für Spaziergänger wie eine Kuriosität wirkt, ist tatsächlich ein Blick in ein zentrales Sicherheitssystem der Stadt.

„Bei den Röhren handelt es sich um sogenannte Rheinauslässe – unterirdische Kanalbauwerke, die eine zentrale Rolle im Kölner Entwässerungssystem spielen“, erklärt eine Sprecherin der Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) auf EXPRESS.de-Nachfrage.

Die Aufgabe der Rheinauslässe: das Kanalnetz bei extremem Starkregen zu entlasten. Wird die Regenwassermenge zu groß, fließt das Wasser über kontrollierte Wehrschwellen gesteuert in den Rhein ab – damit die Stadt nicht überflutet wird.

86 solcher Rheinauslässe gibt es im gesamten Kölner Stadtgebiet, wie die StEB mitteilt. Sie gelten als wichtiger Sicherheitspuffer für die städtische Infrastruktur.

Blick in eine Röhre. Das Wasser kann über Wehrschwellen gesteuert in den Rhein abfließen.

Copyright: Matthias Trzeciak

Blick in eine Röhre. Das Wasser kann über Wehrschwellen gesteuert in den Rhein abfließen. Betreten ist streng verboten.

Was aussieht wie eine Einladung zum Entdecken, ist in Wahrheit lebensgefährlich. Das Betreten der Anlagen ist strengstens und ausnahmslos verboten.

Die Röhren sind voll funktionsfähige, aktive Abwasserkanäle – ein unbefugter Zutritt bedeutet laut StEB absolute Lebensgefahr: Bei plötzlichem Starkregen oder ansteigenden Pegeln können die Tunnel innerhalb kürzester Zeit und völlig überraschend mit großen Wassermassen volllaufen. Es besteht Ertrinkungsgefahr.

Hinzu kommt die Gefahr durch giftige Kanalgase wie Schwefelwasserstoff oder Sauerstoffmangel in den geschlossenen Bauwerken. Es besteht also auch Erstickungs- und Vergiftungsgefahr.

Blick in den Kronleuchtersaal

Copyright: Martina Goyert

Blick in den Kronleuchtersaal am Ebertplatz

Besonders spektakulär: Einer dieser Rheinauslässe führt zu einem der schönsten Orte der Stadt. Der berühmte Kronleuchtersaal am Ebertplatz ist selbst ein solches Entlastungsbauwerk. Von dem historischen unterirdischen Saal aus führt ein direktes Kanalbauwerk als Rheinauslass weiter in den Fluss.

Wer mehr über dieses besondere Bauwerk erfahren möchte, kann das im Rahmen der monatlich stattfindenden Führungen durch den Kronleuchtersaal tun. Kostenlos anmelden kann man sich HIER.