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Karneval in KölnNur ein kurzer Spaß: Bitter für alle Jecken

Der Auftakt zur Karnevalssession auf dem Heumarkt.

Copyright: Daniela Decker

Ausgelassen wird der Auftakt zur Karnevalssession auf dem Heumarkt gefeiert. In diesem Jahr fällt die Session sehr kurz aus.

91 Tage Karneval statt bis zu 115 – warum die nächste Session so kurz ausfällt und wann wieder richtig lang gefeiert werden kann.

Schlechte Nachricht für alle Jecken, die den Fastelovend am liebsten das ganze Jahr über feiern würden.

Die kommende Karnevalssession, die wie immer am 11.11. um 11.11 Uhr beginnt, wird eine der kürzesten der kommenden Jahre. Am 10. Februar 2027 ist mit dem Aschermittwoch schon wieder Schluss – nach gerade einmal 91 Tagen, exakt 13 Wochen. Das dürfte auch für viele Karnevalsbands und Büttenredner stressig werden.

Kurze Karnevalssession: Das ist der Grund

Der Grund dafür liegt nicht in Köln, sondern im Kalender – genauer: bei Ostern. Der Aschermittwoch fällt traditionell exakt 46 Tage vor dem Ostersonntag. Und weil Ostern ein bewegliches Fest ist, das sich nach dem Mondkalender richtet, wandert der Aschermittwoch von Jahr zu Jahr zwischen Anfang Februar und Anfang März. Die Karnevalssession, die immer am 11.11. startet, wird dadurch mal kürzer, mal länger.

So genau lässt sich das Datum übrigens auch für die Zukunft berechnen: Der deutsche Mathematiker Carl Friedrich Gauß entwickelte dafür schon 1800 eine Formel, mit der sich der Ostersonntag für jedes beliebige Jahr im Voraus bestimmen lässt – ganz ohne Kalenderblatt.

Die Regel dahinter, die schon seit dem Konzil von Nizza im Jahr 325 gilt: Ostern fällt auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Weil sich Mondphasen und Sonnenkalender aber nie exakt decken, wandert das Datum jedes Jahr ein Stück – mal Ende März, mal Ende April. Genau dieses Wandern ist es, das am Ende auch entscheidet, wie lang oder kurz die Karnevalssession wird.

Die kürzeste Karnevalssession gab es 1912/13 mit 86 Tagen: Aschermittwoch fiel auf den 4. Februar. 2007/2008 waren es 87 Tage: Aschermittwoch war am 6. Februar.

Die längste Session wird 2037/2038 gefeiert – 119 Tage! Aschermittwoch ist dann am 10. März.

Die kurze Session 2026/2027 hat schon jetzt eine ganz konkrete Konsequenz: Das designierte Kölner Dreigestirn – Prinz Marius I., Bauer Alex und Jungfrau Johanna von der Kölner Narren-Zunft von 1880 – darf sein Ornat nur 33 Tage tragen.

Doch keine Sorge, liebe Jecken: Was 2027 kurz ausfällt, holt der Kalender bald wieder rein. Schon in der übernächsten Session 2027/28 steigt die Dauer auf 111 Tage, weil Ostern 2028 erst auf den 16. April fällt. Und wer richtig lange feiern will, muss sich bis zur Session 2029/30 gedulden: Mit 115 Tagen wird das eine der längeren Sessionen der kommenden Jahre.

Thomas Cüpper steht mit seinem Akkordeon auf der Bühne.
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